Verdrängung

,,,,, wieder ein Auszug aus meiner heutigen Therapiestunde.
Es ist nunmal so, dass man im Laufe der Jahre nicht nur den positiven
Effekt einer Therapie mitnehmen kann – sondern es hat eben auch gewisse
– ich nenn es mal Nebenwirkungen. Ich verwende auch gerne und liebevoll
den Ausdruck „Therapieschaden“. 😉

Dazu gehört eben, dass man VIEL – SEHR VIEL von sich selbst weiß.
Und man sich sehr bewusst über die Dinge ist. Nicht unbedingt immer direkt.
Nein – aber zumindest sehr häufig dann im Nachhinein.

Was nicht IMMER gut ist. Zum Beispiel in dem Fall des Verdrängens.

Es gibt schon Mal in jedem Leben Themen und Richtungen, die man
gerne verdrängen möchte und auch tut. Meistens passiert das unbewusst.
Nicht wenn man eben schon einen „leichten Therapieschaden“ hat.

Dann kann man das nicht mehr so leicht. WEIL … man merkt sogar das.

Will heissen. Ich bin mir darüber VÖLLIG bewusst dass ich gerade einiges
verdränge, was wiederum doof ist, weil es so ein bisschen denn positiven Effekt des
Verdrängens aufhebt. :-/

Aber man kann auch nicht jetzt wieder so tun als ob – und „wegsehen“
wenn man (und ich bin ja was meine Selbstreflektionsstudien angeht –
jo auch schwer Therapiebelastet) ständig darüber stolpert.

Ich werd jetzt mal konkret – so als Beispiel.
Ich bin mir gerade völlig bewusst darüber, dass ich die Themen
-Liebe
-Sex
-Beziehung
-MÄNNER

völlig verdränge bzw. meide  und versuche noch eine Weile für
mich auszuklammern. Was auch gut so ist – ich finde das völlig okay,
sich da eine Auszeit zu nehmen,um irgendwann wieder dahin zurück
zu schauen oder eben auch nach vorne, wenn man sich gefühlsmäßig
wieder stark genug dafür fühlt..

Ganz schlimm wird es bei dem Namen meines Ex-Freundes.
Den auszusprechen bereitet mir ernsthaft körperliche Beschwerden
und verursacht Schmerzen – (kein Scherz) – oder so ein Gefühle wie:
Uoh… ich könnte kotzen. 😦

Während ich also so darüber in der Therapiestunde rede, merke ich,
dass jetzt gleich eine Stelle kommt, wo ich seinen Namen erwähnen muss
und……. ich zöger ich druckse – ich will nicht… ich nehm anlauf – hole tief
Luft und dann kommt es viel zu schnell und Hart herausgeschossen –
und mit dem Gefühl – ich hab es geschafft. Dieses ekelhafte etwas
(das Wort, der Name) ist raus.

So und jetzt bitte wieder – „können wir über was anderes reden?“ :-/

Schlimm ist auch, wenn meine Freundin mir die Frage stellt:
„Und? hast du noch was von xxxxx gehört?“ … oooooohhhh – ganz böse
Frage – will ich nichts zu sagen, möchte ich nicht drauf eingehen. Ich 
könnte schreien – ich glaube, ich tu es sogar. o_O Frag nicht.
Ich hab mir sogar schon angewöhnt – sollte es NÖTIG sein,
dass ich ihn erwähnen muss in irgendeinem Zusammenhang zu sagen:

„Der dessen Name nicht genannt werden soll“. XD

Und das ist wirklich das blöde an dieser ganzen Selbstreflektions-Sache,
dass man dadurch gar nicht mehr sooooo unbewusst verdrängen kann.

Andererseits erklärt es mir natürlich dadurch, dass ich das weiß auch meine
völlig irrationalen Reaktionen, wenn z.B. jetzt ein MANN mit mir über SEX
reden will oder auch nur über Männlein und Weiblein allgemein. Da fällt
bei mir die Klappe. Sperre. Da ist gerade ALLES blockiert. Kein Durchgang.
Verboten. Will ich nicht hin. Oh bitte nicht. 

Trotzdem hab ich da jetzt nicht großartig was an mir rum zu meckern, weil
ich wirklich denke. „ Das ist okay“ – ich nehme mir die Pause – ich brauche
die Pause – ich bin mir der Pause bewusst und sie darf sein. Und sie kann auch
von mir aus so lange dauern, wie ich halt eben brauche.. Kein Problem. Und ich freue
mich sogar darüber, dass mir das „normalerweise“ ganz gut mit dem Abschalten
gelingt. 🙂

Und dass ich dann hin und wieder etwas HARSCH und BARSCH bin, wenn
jemand meine Abgrenzungsthemen gerade überschreitet – (was schon so ein
blöder Radiosprecher sein kann, der gerade den nächsten Herz-Schmerz Song
ankündigt – und wo ich wie von der Tarantel gestochen dann aufspringe um
SOFORT entweder den Sender zu wechseln, oder lieber die Kiste ganz aus zu machen)
jo – das verzeihe ich mir im Grunde auch. Kommt zwar dann manches mal so
mein Gewissen hoch: Mensch, das war jetzt nicht so nett von dir.

Aber NETT sein – auf Teufel komm raus. – hab ich auch gleich abgeschafft.
NETT sein „schützt nicht“ – und ich brauche gerade meinen Schutzpanzer/wall.

So als Beispiel: Geh ich letztens die Straße runter und so ein Bekannter schwallt
mich gerade ohne Ende über seine aktuelle Trennung zu. Volle Kanne.
Mich überflutet gerade völlig – seine ganze in das Gespräch bepackte
„Gefühlsintensität“ – WUT – Enttäuschung – Liebeskummer, Angst,
Aggressionen….. Und ich merke echt, dass ich NICHT WILL. Ich will das
nicht hören – ich will nur dass er aufhört. Mir geht der Puls ohne Ende….. .
Ohhh…ich platz gleich. JO… und das sag ich dann :-/ bzw. irgendwann schreie
ich nur noch AUFHÖREN. … das wäre dann so ein Zeichen, dass ich zu lange
gewartet habe, damit was zu sagen. 😦

Wahrscheinlich hält er mich für unfreundlich. Muss ich mit leben. Geht.

Fazit: Läuft. Eigentlich ganz gut. 🙂

Schutzwall hochgefahren und alle Soldaten auf ihrem Posten.
UND – das Gefühl: du kommst hier nicht rein. ^^

PS: Ja und mir ist AUCH bewusst, dass es mir gelungen ist – den Namen meines
Ex-Freundes auch in diesem Beitrag völlig zu vermeiden…  😉 … der kriegt hier
noch nicht mal ein TAG oder ein Schlagwort verpasst *ätsch* 😛 – AUS – VORBEI. 

48 Antworten zu “Verdrängung

  1. lol ich kann den Namen schreiben und trotzdem positiv wütend sein PPPPIIIEEETTTT *pft* Arschloch….also so heißt mein Ex! An den Punkt an dem du bist war ich auch schon….nur auf andere Ebene es ging damals um Missbrauch und Verdrängung und was es mit mir gemacht hat war echt gruselig….

    Mir hat viel schreiben (damals halt Märchen und Kurzgeschichten) und reden geholfen

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    • Ja – klar – ich könnte den Namen auch aussprechen – und dann würde ich eben wieder „trauer oder zorn“ verspüren… aber ich finde, ich hab das schon genug. Jetzt muss schluss sein – schon dieser Moment der Wut – damit will ich mich zur zeit gar nicht belasten 🙂 Ich will nicht wütend sein – ich will mich nicht ärgern – ich will nicht traurig sein – im Moment steht bei mir alles auf „es sich gut gehen lassen“ „unbeschwert“ sein und seine Zeit genießen.

      Wenn du sagst, du hast früher selbst Verdrängt – naja dann muss aber auch eben die Zeit kommen – an der du zum Beispiel durch „viel Schreiben und viel reden“ bereit dafür warst, dich mit den Themen auseinander zu setzen. 🙂

      Mein Beziehung davor – war eine Gewalt-/Macht- und Manipulationsbeziehung. Und ich habe IN-Der-BEZIEHUNG verdrängt. Das war eine Verdrängung, die nicht gut war. Denn ich musste „hinsehen“, damit ich da raus komme. Und das hat lange gebraucht. Diese Verdrängung jetzt? Ist rein temporär – tut mir gut. Da ist viel schief gelaufen – da hab ich sehr viel Stress abbekommen und die Pause habe ich mir verdient.

      Weil gesprochen ist/wurde im Grunde auch schon alles. Sollte es nötig sein, werd ich mich damit noch mal auseinandersetzen, wenn ich dazu bereit bin.

      Momentan finde ich das so sehr gut. 🙂

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      • ja du hast Recht….durch das Verdrängen des Missbrauchs war ich Anfangs eine beschiessene Mama und hab ganz schnell ne Therapie gemacht….da kam es raus was ich alles verdrängte….seit Jahren sagt mein Sohn nun ich wäre die beste mama von Welt- aber manchmal kann ich meine ehemals dunkle Seite nicht vergessen…dann geht es mir auch schlecht. Gut geht es mir, wenn ich mit den Kids lache oder was plane sie mir sagen ich bin eine crazy liebe Ma…ich sollte es so stehen lassen…aber manchmal kommt es halt wieder hoch

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        • Finde ich jetzt übrigens ein ganz tolles Beispiel für „den positiven Affekt“ der Verdrängung. Ich meine – es ist doch nicht nötig, da die ganzen Sachen ständig noch mal hoch kommen zu lassen, gut wenn man das dann wieder wegdrücken und auch wieder Verdrängen kann. Ich meine – warum nicht? Man hat das ganze ja schon durchgekaut und auch ausgiebig besprochen. Eigentlich ist sogar das mein derzeitiges Gefühl. Ich hab das alles schon zu genüge rausgelassen. Jetzt blende ich es aus – weil das Leben jetzt weiter geht – und weil ich eben „erstens Schutz“ und zweitens den Schatten nicht mehr soviel macht über mich geben möchte. 🙂

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    • Ist schon eine Form der Verdrängung. Nehmen wir nur mal – und wir sprachen ja davon – das Thema Sex. Wenn es nur Vermeidung wäre, würde ich momentan das noch spüren und dagegen angehen müssen…mehr kämpfen, aber es ist weg zur Zeit. Ausgeblendet. Verdrängt. Was sie dazu sagt? Sie findet das okay. Genauso wie ich. und in erster Linie geht es doch vor allem darum, dass es mir gut geht. Und das ist der Fall.

      Ich fände einen Therapeuten oder eine Therapeutin, die das so nicht akzeptiert – völlig daneben. Es gibt schon genug Menschen da draußen die Grenzüberschreitend sind – ein Therapeut sollte das nicht sein. Er sollte nachfühlen, wo er weiter gehen kann und wo es zur Zeit nicht so günstig ist.
      Da kann man dann immer noch später drauf zurück kommen.

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    • mooooment… noch mal kurz darüber nachgedacht und – stimmt – der Punkt mit dem Namen – das ist Vermeidung von mir. Jepp. Die Themen – die sind aber für mich gefühlsmässig irgendwie verdrängt. Aber dieses Unwohlsein beim Namen – ja – das ist klar Vermeidung. 🙂

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      • Also die Frage nach der Therapeutin war auch ganz neutral. Hat mich einfach interessiert, was sie dazu sagt.
        Der größte Anteil in dem Blogeintrag hatte ja auch der vermeidete zu vermeidende. 😉

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        • Ich weiß nicht wovon du sprichst 😉 Und das mit dem Verdrängen, Verleugnen oder weiß der geier was – da bin ich mir auch nicht mehr so
          100 % sicher….vielleicht nennt sich das ja noch „völlig anders“ was ich da gerade mache …. will ich jetzt jedenfalls wissen. 😛 Aber die lange Latte an Abwehrmechanismen macht das jetzt nicht leichter. :-/

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          • Wobei dieses „will ich jetzt jedenfalls wissen“, also die Beschäftigung mit den Abwehrmechanismen jetzt auch wieder eine Vermeidungsstrategie sein könnte. 😉
            Die Beschäftigung mit der Vermeidung als Vermeidung sozusagen.
            (bitte nicht allzu ernst nehmen)

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  2. Und nun kannst du doch gleich mit mir streiten. 😉
    Was sagt deine Selbstreflektion zu diesem freudschen Versprecher? 😉
    „ich zöger ich druckse – ich will nicht… ich nehm anlauf – hole tief
    lust und dann kommt es viel zu schnell und Hart herausgeschossen!

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    • *örks* – das passiert mir ständig. *lach*
      Ich weiß nicht, wieso ich aus Luft immer Lust mache.
      Aber das hat nichts zu bedeuten. 😛

      Ich schätze mein Ringfinger ist einfach
      dominanter als mein Zeigefinger. ^^

      *sch…. * weißt du das ich jetzt gerade
      getippt habe??? *lol* Zeugefinger – hab ich
      natürlich korrigiert – aber ich schmeiss mich
      gerade weg vor lachen.

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    • Das geht auch vorbei. Normalerweise. Und wenn nicht. Diese Mechanismen sind ja nicht umsonst da. Nehmen wir z.B. mal die stärkste Form der Verdrängung – das „nicht mehr dran erinnern können“. Ich glaube, dass, wenn man bereit ist dafür, die Erinnerungen wiederkommen – aber je nach schwere des Erlebten kann es natürlich sein, dass es dort bleibt. Und dann ist es auch gut so. 🙂

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  3. Ich denke, dass man nicht verdrängen kann, also bewusst.
    Verdrängung ist ja der stärkste Schutz , den wir haben, um unser System (Körper, Geist, Seele) vor Schaden zu bewahren.

    Wenn wir etwas vermeiden, weil wir gerade keinen Bock auf ein bestimmtes Thema haben, dann hat das für mich nichts mit verdrängen zu tun. Es ist eben jetzt nicht an der Zeit, sich damit zu befassen.

    Wenn jemand allerdings ständig ein bestimmtes Thema umgeht, weil es ihm zu schmerzhaft oder zu unbequem ist, dann wird sich dieses Thema ständig auf irgendeine Art und Weise zeigen, denke ich.

    Was den Typen angeht, den du letztlich angebrüllt hast, das würde ich auch so sehen, dass du bestimmt zu lang gewartet hast.
    Ich versuche es auch früher zu sagen, damit ich erst gar nicht brüllen muss oder biestig werde.
    Ich mag es lieber, wenn ich es ruhig und höflich sagen kann, aber immer gelingt mir das auch nicht.

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    • Du glaubst nicht, dass man etwas bewusst verdrängen kann? Doch – das glaube ich schon. Das ist ja ein Prozess. manchmal sogar willentlich. Ich hab schon zu aliasnimue geschrieben – ja das mit dem Namen ist Vermeidung – vielleicht das Thema MÄnner auch – das sehe ich auch so. Aber dass ich zur Zeit da nichts spüre – nehmen wir zum Beispiel mal – weil es das offensichtlichste ist – die Libido… ist doch kein Verleugnen. Sondern wirklich ausgeschaltet. Verdrängt. Nicht mehr da.

      Ich hab jetzt aber auch mal gegoogled nach bewusstem Verdrängen – ja und da hab ich gleich das auf Anhieb gefunden, wie ich es auch bei mir empfinde. Guck mal hier: http://sciencev1.orf.at/science/news/8303

      Das ist es nämlich auch – ich hab das Gefühl – ich hab darauf Einfluss. Aber ich werd mal weiter recherchieren – bin aber ziemlich sicher, dass Verdrängung auch bewusst wahrgenommen werden kann und auch gesteuert werden kann.

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      • Ich denke eher, dass der Begriff inflationär benutzt wird.
        Da sagt jemand „Ach, die Steuererklärung, die hab ich total verdrängt“,
        oder „Oh, ich wollte ja anrufen, hab ich total verdrängt“

        Das hat mit Verdrängung nichts zu tun.
        Die Verdränung im eigentlichen Sinn ist eben dieser stärkste Schutzmechanismus, den wir haben.

        Wenn zu einer bestimmten Zeit die Libido eben nicht da ist, dann ist es eben so, man hat ja auch nicht jeden Tag Lust auf Schokoladeneis, ohne dass man das verdrängt. 😉

        Ich mag es nicht so gerne, wenn man so wichtige Begriffe in den „schnöden Alltag“! hinüberzieht. Ähnlich geht es mir mit dem Begriff „Depression“, ich finde es ätzend, wenn ich sehe wie inflationär er gebraucht wird.
        Damit verwässert man, dass es sich um eine schwere Erkrankung handelt und das ist fatal für die Betroffenen.

        Weißt du, wie ich das meine?

        Auf eine echte Verdrängung hast du keinerlei Einfluss, weil das unsere Seele ganz allein für uns macht.

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        • Ich werd dem mal nachgehen. Überzeugt bin ich noch nicht. Sehe es auch nicht als verwässert an – weiß aber was du meinst – ja und das ärgert mich oft auch. Gruppen verletzt. Weil ich meine Abwehrmechanismen eigentlich ganz gut studiert habe – und ich KANN Einfluss darauf nehmen. Ich benutze bestimmte Dinge sogar mittlerweile um anderes auszuschalten. Nehmen wir nur das Spielen. Ist eine meiner Strategien – Gefühle und Erlebnisse zu verdrängen – und Ja – das ist ein Schutz. Und Verdrängung ist insofern ja keine Krankheit – sondern ein Schutzmechanismus. Und schutzmechanismen braucht man nicht nur, um z.B. ein schwer Traumatisches Erlebnis zu verdrängen, sondern es gibt eben auch die weniger schweren Dinge – bei denen es nötig ist.

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        • Vielleicht ist das ja – was ich „meine“ das was man z.B. unter Wiki das sekundäre Bewusstsein nennt – was sich automatisch meldet, wenn jemand an diese verdrängten Themen heran will. Eben mit einer unverhältnismässig heftigen Abwehrreaktion. Ja – und die habe ich. Ich muss mich schwer bremsen um nicht wirklich piss – unfreundlich zu werden, wenn jemand die Themen anschneidet und mit mir darüber reden will… und du glaubst nicht, dass mir das alleine schon als jemand der sich wirklich gut selbst beobachtet auskunft darüber gibt, dass ich hier die Dinge verdränge? Und dass es mir deshalb auch bewusst ist?

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          • Das ist für mich was anderes, wenn einem bestimmte Verhaltensweisen nicht bewusst sind, dann sind das Schattenthemen, die sind unbewusst, und die melden sich immer wieder in verschiedenen Formen, z.b. wenn man extrem von einem bestimmten Verhalten bei andern angepisst ist, dann lässt das Rückschlüsse darauf zu, dass es zu den eigenen Schattenthemen gehört.

            Die Verdrängung machen wir nicht selbst, sie passiert einfach, wenn extreme Gefahr für unser System da ist.

            Z.B. ich hatte bis Mitte/Ende 30 keinerlei Erinnerung an den Mißbrauch, meine damalige Thera wußte es längst, sagte aber bewusst nichts, weil sie meinte, man solle Verdrängung niemals zwangsweise auflösen, weil das sehr gefährlich sein kann. Unsere Seele sei schlau genug, um zu wissen, wann sie die verdrängten Inhalte freigibt.
            Bei mir kam es dann ganz langsam.
            Ich konnte mich z.b. nie daran erinnern, ob ich am Abend oder Tag vorher Sex gehabt habe, ich reimte es mir anhand von eindeutigen Spuren zusammen, dass es wohl stattgefunden haben muss 😉
            Für mich war das völlig normal, also hinterfragte ich das nicht großartig, ich wußte es ja nicht anders.

            Bis ich mal bei einem Mädelsabend hörte wie sich zwei Freundinnen über ihre Sexerlebnisse vom Vortag unterhielten, ich machte ganz große Augen und fragte „Könnt ihr euch echt dran erinnern?“
            Natürlich guckten die mich total erstaunt an.

            Ich dachte dann immer mehr darüber nach, sprach auch in der Therapie darüber, dass ich wohl so dolle vergesslich sei…
            Und dann kam so langsam die Phase wo ich mich zumindest an den Sex vom Vortag erinnerte.

            Und dann dauerte es nochmal 4,5 Jahre bis ich Flashbacks vom Mißbrauch bekam.
            Da hat dann meine Seele quasi die Verdrängung nach und nach aufgehoben.,

            Was das Spielen bei dir angeht, so sehe ich es eher als eine Art „Ablenkung“, wobei es dieser Begriff nicht so ganz trifft.
            Du brauchst es, weil andere Themen dich zu sehr runterziehen würden in dieser Zeit.

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            • Weißt du – genau da sehe ich als das Problem bei dir in dieser Situation und in der aktuellen Diskussion. Du sprichst wirklich von einem EXTREM-BEISPIEL – in dem du „völlig korrekt“ unbewusst verdrängt hast. Und deswegen verletzt es dich vermutlich auch und ärgert dich, weil du damit deine eigene Verdrängung gemindert siehst – durch mich. Und das möchte ich natürlich nicht. Aber Verdrängung passiert wirklich überall im Alltag – und eben auch schon in kleinen Dingen – und die kann man steuern und beeinflussen.

              Ich verstehe jetzt besser – warum dich das aufwühlt – aber rein von der Definition ist Verdrängung 1. kein Krankheit 2. kann es eine Lebenshilfe sein 3. eben passiert es auch schon in – wie du es nennst alltäglichen – wie war das noch? Schmuh? 😉 – … ich hab jetzt weiter recherchiert – weil mich das natürlich auch interessiert – und wenn ich mich irren sollte – dann geb ich das auch gerne zu. Aber all meine Funde bestätigen, dass man „verdrängung lernen kann“ – und dass sie überall im Alltag passiert. Und wie gesagt – da rede ich nicht von den schlimmsten Trauma-Erlebnissen – die will ich auf keinen Fall schmälern. Aber informiere dich selbst, wenn du mir nicht glaubst. Vielleicht wühlt es dich weniger auf, wenn du das von einem Fachmann bestätigt siehst.

              Ich schmälere nicht deine schlimmen Erlebnisse – und natürlich gibt es bei Extremsituationen eine Soforthilfe, in dem die Psyche alles ausklammert – und manchmal wird aus so einer Verdrängung dann eine Krankheit. Aber von der Definition und der Möglichkeit – Verdrängen bewusst herbeizuführen, gibt es schon entsprechende Berichte und Testergebnisse. Mal schauen – ich glaube, ich greife das, was ich dazu finde auf jeden Fall noch mal auf – aber schau du bitte selbst, denn ich hab so den Eindruck, du glaubst das eher, wenn du es von anderen hörst. 🙂

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              • Vielleicht hat man das mittlerweile auch geändert, das kommt ja auch vor.
                Die Erklärung, die ich oben schrieb, die kam von meiner damaligen Psychiaterin und auch von meiner Thera, die wiesen mich öfter daraufhin, das ich verdrängen nicht so einfach dahinsage, wenn ich mal was vergessen habe oder eben ein Thema erstmal zur Seite schiebe, weil es mir momentan zuviel ist.

                Das ist aber zwanzig Jahre her und von daher kann es gut sein, dass man den Begriff gelockert hat.
                Für mich ist es einfach wichtig zu unterscheiden, ob etwas ein Schutzmechanismus ist oder eine Art von Bewältigungsstrategie, die man sich durchaus antrainieren kann.

                Ich reagiere da wirklich heftig, es macht mich kirre, wenn jemand, der starke Kopfschmerzen hat, sagt „ich hab Migräne“, oder jemand der mal traurig ist, sagt „Hach, ich bin heute depressiv“, oder jemand, der eine starke Erkältung hat, sagt „Ich hab ne Grippe“.

                Vielleicht ist das so, weil ich aus der Schulmedizin komme, da schmeisst man nicht so leichtfertig mit Diagnosen um sich.

                Aber immerhin ist es nicht verkehrt, sich darüber auszutauschen.
                Da kann man schon einiges an Mißverständnissen klären, auch wenn es manchmal nervig ist….bzw. wenn ICH nervig bin 😉

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                • ich mach das auch gerne – und gerade qualmt mir der Kopf – nein – ich hab kein Migräne 😉 … und ich hab zwar – wie ich schrieb einiges über das erlernte Verdrängen gefunden – (übrigens war das mit der Steuererklärung von dir eigentlich ein tatsächlich gutes Beispiel zur Verdrängung einer eben eher undramtatischern alltäglichen Situation 😉 ) mich hat dann aber persönlich auf mich bezogen schon gestört, dass Verdrängung eigentlich von „Vergessen“ spricht. Und ich weiß, dass ich nicht vergessen habe – ich geh nur nicht mehr hin. Hab die Erinnerung quasi ausgesperrt. Deswegen bin ich jetzt was MICH angeht auch selber etwas unsicher – und studier hier gerade die Latte an Abwehrmechanismen um zu schauen, ob da evtl. eine besser passt. Öhm… bisher noch nicht mit erfolg. Und ich muss schlafen *lach* – aber ich bleib dran. 😉

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  4. Weißt du eigentlich, um wie vieles weiter du in dieser Angelegenheit bist als ich? Du bist in der Lage, mit deiner Therapeutin über deinen Ex zu sprechen. Ich nicht. Und ich will es auch nicht. Ich funktioniere ja trotzdem relativ gut was die tagtäglichen Anforderungen angeht. Nach meinem Gefühlsleben fragt keiner, so lange ich immer hübsch in der Spur bleibe. Und das kann ich verdammt gut. Ich mache alles immer schön mit mir alleine aus. Eigentlich komisch, dass ich mich noch nie geritzt habe. Ach, da gibt es so viele andere Methoden, um sich selbst weh zu tun, die keiner von außen sieht. Wie auch immer … und jetzt vergessen wir zwei diesen Kommentar von mir ganz schnell wieder, okay?!

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    • Das heisst – ich antworte besser nicht? 😉
      Nein – ich weiß schon, dass ich (das hab ich schon immer gemacht)
      relativ gut über Distanz – Abstand auch zu meinen Gefühlen schaffe
      mit der Zeit. Nicht mehr sehen – nicht mehr hören – alles weg. Und ich
      zwinge mich nach vorne zu schauen. Und es ist eher so, dass ich
      „in der Beziehung“ mit meiner Therapeutin über meinen Ex gesprochen
      habe – momentan tue ich es eben nicht.

      Allerdings hab ich auch für mich das Gefühl – da gibts nichts mehr
      zu reden. Und wenn ich es täte – wäre da wohl vermutlich
      nur noch Wut und Abwertung.

      Abwertung ist übrigens ein prima „Entwöhner“ als Abwehr-
      mechanismus – besser als idealisieren. Ich sags dir. 😛

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    • Ja – da bin ich auf froh, aber selbst wenn,
      ich fresse ja niemanden. 🙂

      Aber blöd ist es schon, weil wenn ich
      dann irgendwie darauf reagiere – hat der
      andere gleich das Gefühl in ein Fettnäpfchen
      getreten zu sein. Und das ist ja auch doof.

      Und es haben natürlich schon einige gemacht.
      Deswegen fand ich es jetzt auch besser – ich
      schreib darüber mal einen Eintrag. Und warne
      euch lieber vor. *lach*

      Danke fürs Umarmen. Mir geht es aber gut.
      ich lache viel. Bin unbeschwert und fühle mich
      besser.

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  5. Das kenn ich … Also erstmals mit den „Therapieschäden“ und sich selbst kennen. Einerseits finde ich es erleuchtend, weil ich nun gewisse Reaktionen und Empfindungen einordnen kann und erklären kann. Kann mich akzeptieren so wie ich bin, mit all den irren Eigenschaften.
    Andererseits ruhe ich mich auf den Erkenntnissen oft auch aus, im Sinne „deshalb bin ich so“ und die Erklärung reicht in dem Moment, um mich nicht anstrengen zu müssen, etwas zu ändern. Verrückt.

    Und Ex? Ich könnte (auch nach 2,5 Jahren) immer noch kotzen. Und die Männer sind derzeit auch eher Tabu. Vertrauen kann ich der Spezies erstmals nicht. Und er hat einen unschönen Spitznamen bekommen. Und nur so wird er genannt… Wenn er genannt werden muss.

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    • Ja – so erlebe ich das gerade auch. Ich finde es gut – mich so weit zu kennen. Auch wenn heute irgendwelche „negativen Reaktionen“ von Mitmenschen auf mich kommen – kann ich Zurücktreten und schauen – was ist das? Hat das was mit mir zu tun? Oder hat da der andere ein Problem. Und dann gehts mir damit besser, wenn ich sehe, das liegt jetzt nicht an mir. 🙂

      Ausruhen? Naaaaa – ich will schon sehen was geht. Aber gegen eine Pause ist ja nichts einzuwenden. Und wenn man sich mal umschaut, dann gibt es so viele Ar……l…….er – die sich so gar keinen Kopf über sich selbst machen, da bin ich auch um vieles toleranter mir selbst gegenüber geworden. Wir machen nun mal alle Fehler. Als Therapierter oder eben als „sensibler Mensch, der so nicht sein möchte“ – denkt man intensiver darüber nach. Ich hab viele Macken und
      negative Eigenschaften – aber nicht mehr als andere, würde ich mittlerweile behaupten. Und ich bin z.B. bei anderen überhaupt nicht nachtragend. Ich verzeihe viel – vergesse Sachen, bin dafür dass man Dinge aus der Welt schafft. Da ist es mir auch erlaubt – ähnliches Verzeihen an mir selbst anzuwenden. 🙂

      Tja – das mit dem Misstrauen hab ich auch. Mein Männerbild hat sich verschlechtert – aber ich weiß, dass das ja falsch ist. Es ist eben eine Verallgemeinerung – und die kann so nicht stimmt. Damit versuche ich diesen Gedanken zu dämpfen. Alles in allem versuche ich aber „realistischer“ zu sein.

      Und meine Partnerwahl war ziemlich schlecht… was auch daran liegt, dass ich scheinbar Menschen mit psychischen Problemen anziehe. :-/ Deswegen kann ich das nicht verallgemeinern. Ich hab mir wirklich Härtefälle ausgesucht. Selber Schuld, könnte man sagen. 🙂

      Ich möchte versuchen, es beim nächsten Mall besser zu machen. Aber ja…. dafür muss erstmal diese Blockade wieder gelöst werden – dieses Bild von Männern. :-/

      Aber das hat halt auch Zeit.

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      • Richtig so… Sich nicht unter Druck setzen. Für alles gibt es eine Zeit. Und die Zeit für sich selbst zu haben, ist unglaublich wichtig.
        Lustig. Ich habe auch das Talent, „Soziophaten“ anzuziehen. Frage mich immer, was das über mich aussagt? Bzw. was ich daraus lernen soll. Das blöde ist, so was steht den anderen nicht auf der Stirn geschrieben. Dass sie gestört sind, zeigt sich etwas später erst. Und schon ist man zum Therapeuten und Helfer mutiert. Davon hab ich die Schnauze voll. Bis dato bin immer nur ich auf der Strecke geblieben.

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        • Nicht immer – bei meinen vorletzen konnte man es schon vorher sehen. Und alles in mir ging auf Alarm. Weg von ihm. Und dann hab ich mich doch reingestürzt. Obwohl mir meine Stimme sagte, nimm deine in die Hand und renn. XD

          Man ist ja auch – denke ich mir – ein sozialer Mensch. Man verzeiht viel, gibt Leuten immer wieder eine Chance. Vielleicht – weil man eben selber gerne eine Chance braucht. Ist so eine Theorie von mir. Man gibt ja nicht einfach so auf. Wenn man selbst psychische Probleme kennt ist man auch „toleranter“ für die des anderen – selbst, wenn sie völlig anders geartet sind. Das komische war – ich hab das nachher als einen Akt von Selbstschädigungsverhalten empfunden, dass ich mich überhaupt auf diesen Menschen eingelassen habe. Ich war selbst ziemlich unten in der Zeit – und es ist für mich im nachhinein erklärbar – wieso ich da reingeraten bin.

          Das komisch für mich heute ist, dass ich zu dem Menschen immer noch „innerlich“ eine Verbundenheit verspüre.
          ich kann ihm nicht böse sein, Weil er nicht anders kann – und er tut Menschen weh – das weiß ich. Aber zuallererst boykottiert er damit auch sein leben. Und das tut mir sehr leid. Kann da nicht aus meiner Haut.

          Er meldet sich sogar noch hin und wieder bei mir. MIR ist klar -ich muss mich schützen, obwohl ich mich freue,
          aber ich weiß, ich darf nicht mehr in seine Nähe kommen. Er würde mich
          rücksichtslos wieder in seine persönliche Hölle runterreißen.

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          • Hoffnung spielt auch mit, finde ich. „Diesmal wird es anders“. Weil man es sich wünscht. Oder „gemeinsam können wir es schaffen“. Jedenfalls war es bei mir immer so. Aber am Ende ist man doch nicht so stark, wie man dachte. Es ruiniert einen.

            Ich finde, du machst es gerade richtig. Nur du kannst dich schützen.

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            • Klar ist da Hoffnung und der glaube, dass man es schaffen kann. Man wünscht es sich so sehr – ja – und es macht einen selber kaputt. Diese Beziehung hat mich damals völlig destabilisiert. 😦 – ich war am Ende.

              Er macht mich psychisch fertig gemacht.
              und ich kam nicht raus. Obwohl ich keine Luft mehr bekam. Es wurde immer schlimmer, er wurde übergriffig verbal und später auch körperlich. Das hat mir den Rest gegeben. Da war dann klar – ich muss da raus. Ist jedenfalls eine Erfahrung gewesen. Er selbst war mal das Opfer – in seiner Kindheit.

              Wurde aber dann als Erwachsener selbst zum Täter. Das tut einem natürlich leid, zumal er nicht nur aggressiv nach außen, sondern auch autoaggressiv war.

              Die Hoffnung musste ich erst Mal völlig zerstören. ist schade. Finde ich immer noch. An manchen Tagen waren wir ein
              echtes Dreamteam. 🙂

              Aber das wurde immer weniger.

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