Geocachen – Erinnerungen

Ich wollte doch in Erinnerungen schwelgen – ist eben nur ein bisschen
schwierig, wenn man den Mensch, mit dem man eben auch schönes
erlebt hat, eigentlich nicht mehr erwähnen – sondern am liebsten und
für die nächste Zeit noch ausblenden möchte. 

Aber als ich gestern an unsere Geocaching Zeit zurück dachte, tat
das nicht mehr weh – das waren wirklich die schönen Erinnerungen,
von daher versuch ich es mal. 🙂

Das Geocachen war jedenfalls etwas, was uns beide verband und
wo wir beide gemeinsam begeistert – alles andere vergessen konnten. 
Die ganzen anderen Probleme. 

Und es war verrückt. Wir waren verrückt – darin. 

Mir gefiel von Anfang an das „kindliche“ an dieser  Schatzsuche.
Man tat Dinge, die man in der Regel als Erwachsener nicht mehr
tut. Auf Bäume klettern – im Dreck wühlen. Man verhält sich „komisch“
– man pfeift auf das, was andere gerade denken… und das empfinde
ich immer als sehr befreiend. Man war „man selbst“ – so fühlte sich das
für mich an. 

Meistens waren wir am Wochenende cachen. Wenn schlechtes Wetter
war – stiegen wir einfach ins Auto – und versuchten dem Wetter zu 
entkommen. Dahin wo es trocken war – dahin – wo es uns hin verschlug. 

Einen Tag – wir waren nicht schnell genug unterwegs, und das Unwetter
hatte uns eingeholt – aber es war egal, weil da war noch ein einsamer
Cache, den wir noch mitnehmen wollten. Also stiegen wir aus dem Auto,
es goß in strömen, es blitze und donnerte – wir befanden uns irgendwo 
im Industriegebiet und die Koordinaten führten uns zu einer Verkehrsinsel
in einem Kreisverkehr. Dort mussten wir suchen. Und das nach
Cacherregel – so unauffällig wie möglich.  Unauffällig waren wir
bestimmt nicht. Wir standen auf dem Präsentierteller. Und die Autos
fuhren an uns vorbei… und ich denke, jeder fragte sich, was wir beide,
bei diesem Scheißwetter – wohl auf der Verkehrsinsel trieben. 🙂 

Wir warteten dort, bis weniger Verkehr war und wir in Ruhe suchen konnten.
Wir waren pitschenass – und was wir besonders „unauffällig fanden“, war
uns dann eben dort zu küssen. Hhmm… das war schon schön – und witzig. 
Und wir mussten beide so lachen über die Situation. Na jedenfalls – daran
denke ich sehr gerne zurück. 

Auch wenn wir abends beim Fernsehen  in einer Werbepause – und ich 
habe in der Zeit sehr gerne Rätselcaches gemacht. Also solche, wo man
in vorarbeit erst die Koordinaten irgendwie herausbekommen musste,
auf einmal unbedingt noch zu den neuen Koordinaten fahren mussten,
weil wir den Cache noch bergen mussten.

 Oder der Tag, an dem wir einen Zahlendreher in unserer Lösung hatten,
und wir zig Kilometer vom eigentlichen Cache entfernt irgendwo mitten im
Acker standen und verzweifelt etwas suchten, was nicht da war…. bis wir
dann im Auto noch mal alles überprüften und uns der Fehler auffiel. 🙂

T5er-0106-cliffhanger

Besonders spannend waren immer die Brückencaches. Solche, die
über einen Bach führten – wenn man nicht wusste, ob man den Cache
nun trocken bergen konnte, oder ob voller Einsatz gefragt war und man
auch ins Nass steigen musste. Wir sahen manchmal aus 😀 – wie die kleinen
Schweine. Einen Tag hab ich mich mal so richtig reingesetzt. Und so ging
man dann noch kilometerweit – entweder zum Auto oder eben nach 
Hause, wenn es ein Ortscache war. 

Bei einem Versuch einen Baum zu erklärten riss sich L. an einem
Tag mal komplett die Hose auf – die hintere Seite. Ausgerechnet
an diesem Tag, hatte er wohl entschieden – auf seine Unterhose
zu verzichten. o_O und sein nackter Arsch war völlig entblößt. *lach*
Aber er war bei sowas auch äußerst schmerzfrei. Ich hab zwar
versucht ihn zu decken, vor allem wenn Polizeiwagen an uns vorbei fuhren,
um nicht wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses abgeführt zu werden,
aber wenn kein Polizeiwagen in der Nähe war, trug er seine offenen
Stellen äußerst selbstsicher und selbstbewusst zur Schau. 😛

Und ich hab mich beümmelt vor lachen. Aber der Anblick war echt
nett. Hach…. er hatte schon nen schönen Hintern. *flöt*

Für mich hatte das Hobby auch den Nutzen, dass ich damit wieder
geländefähiger werden wollte. Normalerweise geht man doch als
„Muggel“ (so nennt man alle Nicht-Cacher) nur auf normalen Straßen
und Wegen. Man betritt kaum irgendwo unzugängliches Gelände.
Das hatte für mich auch seinen Reiz. Denn man war auch
schon ein bisschen stolz, wenn man zu einem schwierigeren Cache
vorgedrungen war und ihn geborgen hatte. 

Man kam einfach auf bescheuerte Ideen…. nur für ein „virtuelles
Cacher-Abzeichen“ fuhren wir ins Ausland um unseren ersten
Auslandscache zu bergen. 

Man verliert auch mit der Zeit jede Scheu vor allem was kreucht 
und fleucht. Ich weiß nicht, wie viele Schnecken wir umgedreht haben,
um sicher zu gehen, dass es kein Cache ist. 😛  Man streichelt Kröten-
köpfe – versehentlich. *uaaahhh*

an der Stelle – kann mir mal jemand erklären, wie ein Frosch oder
eine Kröte ungefähr auf Augenhöhe in ein Baumloch kommt? o_O
Kein Scherz. 

Jedenfalls wir stapften durch Dornenhecken und Brennnesseln. Man
holte sich schlieren und Schürfwunden beim Versuch einen Baum zu
erklettern. Und  Mückenstiche natürlich ohne Ende und hatte Spaß
dabei.

L. war sehr groß, aber manchmal reichte das nicht um hohe Caches
zu bekommen – da war Teamwork angesagt – und da musste ich dann
auch ihn erklettern. Auch eine wunderbare Übung fürs Gleichgewicht
oder/und fürs Vertrauen?! 🙂

Und natürlich gab es diesen kleinen Wettstreit – WER findet den Cache
zuerst. 

Eine echt tolle Zeit. Wunderschöne Touren. Tolle Gegenden – und
originelle Caches und Verstecke.