Erinnern an das Gefühl von Liebe

Geht es euch auch so, wenn ihr zurück denkt, an frühere „Lieben“ – dass
ihr das nicht mehr empfinden könnt? Wenn man liebt – liebt man – ich weiß
für mich, dass es immer unglaublich intensiv war. Naja – ehrlich gesagt erst
ab einem Alter von 35. 

Bei allem davor, gab es bei MIR immer nur die „erste Liebe“ – und alles andere
war dagegen schwach. 

Dass ich F. mal geliebt habe – ist in so weite Ferne gerückt, dass ich es überhaupt
nicht mehr fassen kann. Dabei weiß ich noch, wie intensiv es sich damals angefühlt
hat…. aber es ist vollständig verschwunden. 

Lars? Ich hab heute meine Therapeutin gefragt, ob es sein könnte, dass ich ihn
tatsächlich auch nicht mehr liebe. Es kommt mir komisch vor. Es ist noch nicht so lange
her. Oder könnte es womöglich wieder geweckt werden, wenn er wieder in mein
Leben treten würde?! ich kann mir das nicht mehr vorstellen.

Das einzige was ich noch deutlich spüre ist die Verletzung und die Kränkung.
Die Enttäuschung – und die Resignation. 

Es stellt sich mir die Frage, ob ich ihn überhaupt richtig geliebt habe, oder nur das
Gefühl geliebt habe von Geborgenheit und Schutz, was ich zu Anfangs bei ihm hatte.
Und natürlich unsere Sexualität.

Ich hab immer angenommen, dass wenn man sich so trennt – bleibt ein Teil des Gefühl
zurück. So als würden sie alle weiter in meinem Herzen – und wenn es auch nur in einer
kleinen Ecke ist – jeder für sich – bleiben. Für immer.

Und nun, wenn ich genau nachspüre und in mich hinein höre – stellt sich heraus, dass
ich da schon zwei Menschen komplett heraus gekickt habe. Was mich irgendwie an mir
zweifeln lässt.

Man sagt Borderliner können das Gefühl nicht halten – es geht ihnen verloren
auf Distanz. Weshalb bei Ihnen schon kurze Abwesenheit des Partners zu Liebesverlust-
Gefühlen führt oder sie es im umgekehrten Fall befürchten – vom anderen. 

Was dem entgegen spricht? Ausgerechnet die schlimmste Beziehung ist die 
NACH-spürbarste für mich. Stef. Denn bei Ihm fühle ich immer noch eine kleine Ecke
in meinem Herzen. Egal wie scheisse es war – ihn hab ich nicht gekickt. 

Das einzige Gefühl von Liebe, an dass ich mich noch erinnern kann. 

Der Suchlauf ist wieder in vollem Gange

eine Art Neuorientierung und Neuordnung. Neue Gedanken und Wege,
die abgewogen und wenn Möglich auch gleich probiert werden.

Als (er-)Finde ich mich neu. Einige Themen, die mir da im Kopf rum schwirren.

Einiges, was ich mir „neu“ angewöhnen möchte. Was ich probieren möchte,
und was mich komischerweise (da bin ich selber von mir erstaunt) auch
anfängt zu interessieren. (Politik – Geschichte)

Seit vier Tagen hab ich angefangen die Tagesnachrichten zu verfolgen.
Und das mit brennendem Interesse.  Wer mich kennt weiß, dass das sehr
ungewöhnlich ist. Überhaupt ist mein Geist auf der Suche nach Input.
Und ich fühle mich offen.

Mir kommt es so vor, als wäre ich die letzten Jahre – sei es aufgrund meiner
psychischen Probleme oder weil mir irgendwelche Beziehungskisten alles
„verklebt haben – total blockiert gewesen.

Zwei weitere Themen, die auch nach Neuorganisation „schreien“ sind
immer noch meine Wohnung und die Gewichtszunahme, mit der ich mich
überhaupt nicht mehr wohl fühle. Ich weiß, dass hier dringend was
passieren muss. Für mein eigenes Wohlbefinden.

Aber das alles passiert gerade und ist im Prozess. Der Suchlauf. 😉

Wie kann ich es schaffen, wie kann ich es ändern – wo gehe ich die
Probleme an.

Der Chor motiviert mich auch wieder sehr. Überlege wirklich da noch
mal, das „Singen“ mehr zu betreiben. Mehr zu versuchen. Ich hab immer
noch das Angebot von der Band. Sollte ich vielleicht doch wieder – es
zumindest versuchen?! Oder lieber  erst Mal für mich privat probieren.

Gestern hatte ich auch wieder  Gelegenheit für ein Solo – und es war schon
viel besser – als letzte Woche. Obwohl es ein neuer Song war – und ich
stimmlich sehr hoch musste. War auf jeden Fall ein schönes Erfolgs-
erlebnis. Denn die Stimme war schon fester und lauter und sicherer
als beim letzten Mal.

Ich bin jedenfalls mit der Entwicklung ziemlich zufrieden. Da ist was
im Gange. Etwas gutes. Und ich möchte was draus machen. Und ich
habe die Idee von der Klinik noch mal aufgegriffen. „Strukturiere deinen
Tag“. mach dir einen Plan. Das könnte eine Hilfe sein. Es müssen
keine Wunder geschehen – aber so hier und da Veränderung – das wäre
schon toll. 🙂

Bewusstes Verdrängen? Oder kann man das lernen?

Eigentlich wollte ich ja gar nicht so sehr ins Detail bei meinem
Eintrag mit dem Titel Verdrängung (vor ein paar Tagen), eigentlich war es
ja auch nur ein Auszug aus meinem Therapiegespräch, aber da die
Diskussion immer mehr in Richtung „Verdrängung – oder eher Verleugnung“
oder „ Verdrängung nur bei schweren Erlebnissen“ – ausartete
– hab ich mal recherchiert.

Für mich als erstes stach da so ins Auge, bei der Diskussion:
dass Verdrängung mit Krankheit gleichgesetzt wurde. Wozu ich eine
andere Meinung habe. Denn ich empfinde Verdrängung als etwas sehr
natürliches und auch gesundes. Es gehört zu unseren Abwehrmechanismen.
Ohne die wir aufgeschmissen wären. Es schützt uns und es tut not – es nützt
uns – manche Dinge, von uns fern zu halten. Egal welchem Abwehrmechanismus
wir uns bedienen.

Der andere Einwand war da. Dass man von Verdrängung nur bei schlimmen
Trauma-Erlebnissen sprechen kann. Und es liegt mir fern, diese schlimmen
Erlebnisse zu schmälern, indem ich das Wort „Verdrängung“ unbedacht
benutze. Gleichwohl sehe ich Verdrängung auch als etwas an, dass wir
in unserem Leben alle mal benutzen, unabhängig von der Intensität der
Erfahrung.

Unangenehme Dinge – solche die etwas übermäßig in uns anrühren, werden
verdrängt und ausgeblendet und das kann dann z.B. „nur“ ein Erlebnis sein,
dass uns evtl. in unsrem Selbstbild, unserem ICH-Ideal – zu sehr erschüttern würde.
Das könnte z.B. eine – für die Person sehr mit Scham belastete – Situation gewesen
sein. Man kann da sicherlich noch andere Beispiele finden.

Zuletzt war dann aber noch die Frage, ob man in der Lage ist auch bewusst
zu verdrängen. Da waren sich die Fachleute auch sehr uneinig und ich stieß
auf unterschiedliche Aussagen und Berichte.

Ist verdrängen wirklich immer „unbewusst“? Oder sind wir in der Lage
bewusst zu Verdrängen: Und irgendwann wurde ich dann fündig, über
gewisse Versuche und Tests, die sich genau mit dieser Frage befassten.

Und die Antwort lautete da:
Ja – es geht – man kann Verdrängen lernen. 🙂

Man kann bewusst Verdrängen herbeiführen.

Wer sich für den Artikel interessiert… den findet ihr
hier auf Seite 2 abgedruckt.

Was meine eigene beschriebene Situation angeht, so denke ich, dass ich mich
womöglich mit meiner Wortwahl vergriffen habe. Denn bei Verdrängung
spricht man vom „Vergessen“. Und meine Empfindung ist, dass ich die Dinge nicht
vergessen habe – nur an diese Erinnerung nicht ran gehe. Ich habe sie
weg geschoben auf Distanz und für mich in ein Kästchen gepackt und dort
lasse ich sie. Wie sich das nennt? Da bin ich mir unsicher.

Doch wenn in dem Artikel von einer „ich will daran nicht mehr denken“ Entscheidung
im Zusammenhang mit bewusstem Verdrängen gesprochen wird,  sehe ich mich darin
dann wiederum schon wieder. :-/ 

Fundstück

die Tasse muss ich haben. XD – irgendwie hab ich das ja für so eine
eigene schwere Marotte gehalten – aber wenn es davon schon
Tassen gibt? 😛

Ich könnte ja ausrasten bei der Ansprache…….

Boah… regt mich das auf. *lach* Da könnte ich an die Decke gehen.

suess

Einen schönen Mittwoch wünsch ich. 🙂

Aufwertung durch Abwertung

etwas was ich immer wieder und irgendwo – so kommt es mir vor,
immer häufiger beobachte ist, dass Menschen, die – so würden sie sich
vermutlich selbst beschreiben – eher selbstbewusst und voller Selbstvertrauen
auftreten, dieses Selbstvertrauen auf Kosten anderer gewinnen. 

… das tun sie, indem sie andere abwerten. Sie nutzen dafür jede
erdenkliche Form des Vergleichs und jede Möglichkeit. Ich bin besser, 
klüger – ich hatte eine schlimmere Kindheit, „komm erst mal in mein Alter,
dann wirst du das auch noch erkennen“. Sie lesen natürlich auch die
besseren Zeitung – weiß der Geier, worüber sie sich definieren. Vielleicht
sind sie im Bett ne Rakete oder aber in der Küche und niemand kann
ihnen das Wasser reichen.

Sie argumentieren auf eine Art, der man nichts entgegen stellen kann.
Sie nutzen damit die Unsicherheit des anderen aus – oder eine offensichtliche
Tatsache,z.B. das Alter oder ihre Position z.B. als Vorgesetzter oder auch ihre
berufliche Qualifikation. Manche sind noch  direkter und beschimpfen
einen: Nennen dich z.B. rücksichtslos, oder  dämlich – oder geben dir an 
irgendwas direkt die Schuld.

Diese Menschen definieren sich durch das, worin sie sich besser 
fühlen/glauben …..  – Aussehen – Kenntnisse – Alter – Erfahrung – Talente – 
Besitz, – die Themen sind manigfaltig. Wie sie bei anderen ankommen
– egal  was. 

Ich frag mich dann immer, ob dieses Selbstvertrauen echt ist.

Ich denke nicht.

Ihnen geht es gut – augenscheinlich. Aber es hat für mich etwas
von „Pseudo-Selbstvertrauen“. 

Das können z.B. Menschen sein, die ihr ganzes Selbstvertrauen
aus  ihren Job ziehen. Darin sind sie gut – sie sind (so glauben sie
zumindest) besser als andere.

Und da besteht für mich der entscheidende Unterschied. Ich denke,
es ist ganz gut und spricht von einem gesunden Selbstvertrauen,
sagen zu können: Hey – da bin ich wirklich gut drin. 🙂 
oder hab ich es nötig zu sagen: Hey – ich bin besser als andere?! 
Die anderen haben ja keine Ahnung. Versteht ihr, was ich sagen will? 

Früher habe ich solche Menschen für Monster gehalten. 
Die mich für ihre Zwecke ausnutzten. Dass ich ein nicht so
gut ausgeprägtes Selbstwertgefühl hatte, nutzen sie, wie ich
fand, schamlos aus. Sie nutzen meine Schwächen aus. Sie
brachten mein hart erkämpftes Selbstvertrauen damit jedes
Mal zu Fall. Und 
das nur damit es ihnen besser geht. 

Anders sah es dann mit Menschen aus, die mich zwar in 
ihre „Aufwertung“ mit einbezogen, aber ganz offensichtlich
dafür andere abwerteten und sie erwarteten von mir,
dass ich ihnen zustimme. :-/ Schließlich hatten sie mich
ja miteinbezogen in ihre „Aufwertung“. 

Ich sehe sie heute nicht mehr als Monster. Weil es die
beste Freundin sein kann. Nehmen wir mal meine… sie liest
ja nicht mit. 😉 

Ich kenne sie schon seit Jahren. Sie hatte auch ihre Krisen
und ihre Phasen voller Unsicherheit. Jetzt hat sie einen Job.
Einen Job, durch den sie sich extrem aufwertet. Es hängt mir
schon so ein bisschen aus den Ohren raus, wenn sie von 
ihrem Job erzählt – und ich überall nur höre: Die ANDEREN
haben ja keine Ahnung – die ist ja nur Kinderpflegerin – ich bin
schließlich „ERZIEHERIN“. Und ich hab ein unglaubliches Gespür
für Kinder. Das haben die anderen nicht. Dabei würde ich manches
was sie erzählt eher kritisch hinterfragen. Ich tue es aber nicht
bzw. nicht oft. 

Ärgerlich wird es für mich an dem Punkt, wenn sie immer 
wieder behauptet: Sie könne mit meinem Hund reden. Sie hätte
da eine Gabe. *ächz* und dann muss ich für sie springen. Der Hund
hat sich an sie gewandt. Ich würde sagen, er wollte ein bisschen
Aufmerksamkeit – aber NEIN – der Hund hat ihr gesagt, dass er
dringen mal Strullen muss. Sie weiß das, denn schließlich KANN
SIE mit „Meinem“ Hund reden. Und ich verstehe meinen Hund wohl
überhaupt nicht. Und was das strullen angeht – das halte ich für
ziemlich unwahrscheinlich, weil wir gerade erst angekommen sind,
und sie auf dem  hinweg ihre Blase schon ausreichend entleert hat. :-/
Aber was weiß ich schon – schließlich kann ich NICHT mit Tieren
reden. 

Ich steh also auf und geh mit meinem Hund pinkeln, WEIL sie
es sagt. Pfffff… klar pinkelt mein Hund. Da ist ne neue Wiese,
da waren wir noch nicht, die ist noch nicht markiert – sie drückt
„EIN TRÖPFCHEN“ ab. 

Es ist für mich mühsam darüber zu diskutieren – also tue ich
es nicht mehr. 

Und was ihren Job angeht – so werde ich das auch nicht ansprechen. 
Weil es ist IHRE SÄULE geworden. DAS was ihr Selbstvertrauen stärkt. 
Ich will ihr das nicht nehmen – denke nur, WAS ist, wenn diese Säule,
ihr mal genommen wird? Dann sehe ich sie fallen und dann wird es
gefährlich… weil es nicht echt ist. :-/ Und weil eine einzelne Säule nicht
reicht. Und eine einzelne Pseudo-Säule schon gar nicht.

Schauen wir nur auf Menschen, die sich stark an ihr Äußeres klammern. 
Auch sie werden alt. Auch sie müssen sich irgendwann damit auseinander
setzen, dass sie nicht mehr so jung und frisch und knackig sind, wie sie
es vielleicht mal waren. Sie müssen irgendwann damit klar kommen, dass
das, woran sie sich so sehr geklammert haben, womit sie sich aufgewertet
haben – wo sie sich besser fühlten als andere … vergeht. 

ich glaube wahres Selbstvertrauen braucht keinen Vergleich. 
Wahres Selbstvertrauen  – ruht in uns selbst.

Wahres Selbstvertrauen geht nicht über Leichen – sondern lässt den
anderen Menschen auch den Raum – sich selbst in IHREM Selbstvertrauen
miteinander zu entfalten und aneinander und an unserer Verschiedenartigkeit
zu wachsen und gegenseitig voneinander zu lernen.  

Der Tag

10.45 Uhr in Deutschland. Köln – leicht wolkig. 😀

Unlust. Arbeit – Ablage. Ne Menge Ablage. Schnöde langweilige Ablage. :/

Am nachmittag zieht mein Ex (der dritte von rechts – auf meiner imaginären Zeitlinie)
aus meinem Keller. *schmunzel* – womit sich wahrscheinlich auch mein
Spül-Arrangement in Wohlgefallen auflöst.  Aber wer weiß – immerhin besitze
ich noch eine Waschmaschine – er nicht. 😉

Oh mann… was mich an einen alten Eintrag erinnert:
Vom Sex, der Wäsche und vom gönnen können. 
Zum Glück ist es heute anders. 😉

Aber bald ist Wochenende….

Wie in alten Zeiten

Morgens aufstehen und zuallererst überlegen – Was blogge ich denn heute?
Sich fertig machen – Hund notdürftig versorgen – Post (Emails) durchgehen und
dann das Schreiben-Fenster öffnen. Dabei einen Blick auf die Uhr und denken:

Scheiße zu spät… wenn du jetzt noch anfängst zu schreiben – verpasst du
deine Bahn. Dann im Tran – sich die Jacke anziehen – die Tasche packen und
rausrennen.. und draußen feststellen… jetzt bist du ne viertel Stunde zu früh
unterwegs…. es war nur zum bloggen zu spät, aber gemütlich auf ein Kaffee
sitzen, hätte ich mir noch erlauben können.

Egal – mein Internetspiel muss ich auch noch vor der Arbeit – klar kriegen.

Bloggst du eben auf der Arbeit. KURZ…. hauptsache HIER steht was. 😀

Am Nachmittag Termin bei meiner Oma – die braucht ne Fortgeschrittenen-
Unterrichtsstunde in Facebook. Spielen kann sie schon. Sie kommt eben auf
mich (oder andersrum) – und Einladungen für Spiele kann sie auch schon
massig verschicken. 😀

Ich finde das ja immer witzig, dass meine Oma bei Facebook ist. Witzig finde
ich auch, dass sie jetzt auch Opa im Profil hat. Und ich denke, der weiß davon
überhaupt nichts, denn er ist furchtbar konservativ… und ich kann mir
nicht vorstellen, dass der davon begeistert wäre. ^^ – aber Oma zockt halt
nun mal gerne. Genauso wie ich. 🙂 und das Profil muss stimmen – genauso
wie bei mir.

Mein Ex kommt dann heute für den Hund. Und ich hab ihm auch schon wieder
was zu spülen stehen lassen, damit er sich nicht langweilt.

Meine Laune ist prima – und ich denke, ich arbeite dann jetzt mal ein bisschen.
Angenehmen Mittwoch. 🙂

Autobiografie in 5 Kapiteln

(aus: Portia Nelson, There’s a Hole in My Sidewalk)

1. Kapitel:

Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren … Ich bin ohne Hoffnung.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2. Kapitel:

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5. Kapitel

Ich gehe eine andere Straße.

Irgendwie hab ich mich darin gleich wiedererkannt. Smiley-kichern

Gesten gefunden bei
Psychologie / Ironie / Sarkasmus / Gesellschaft / Poesie /Normalität und Wahnsinn

die ich euch auch gleich als Lese-Empfehlung vorstellen möchte. 🙂
Schaut mal vorbei. Unter anderem  findet ihr da Texte zum Schmunzeln
und Totlachen zu meinem Lieblingsthema „Psychologie“.

Kleine Vorstellung

.. und wenn man irgendwo neu ist, dann stellt man sich auch vor. 🙂

ich gehöre zu den vertriebenen von Blog.de. Dort habe ich über Jahre gebloggt –
bis uns alle die Nachricht überraschte, dass die Plattform Ende diesen Jahres schließt.

Jetzt starte ich also neu – die alten Texte zwar mit im Gepäck. Aber wenn man selber
das mal so überfliegt, dann bekomme ich selbst das Gefühle, dass es auch irgendwo
Zeit für einen Neuanfang war.  Und dass ich mich teilweise damit gar nicht mehr
identifizieren kann.

Mein Leben war bisher eine Achterbahnfahrt. Und ganz viele Menschen von
Blog.de haben das in den letzten Jahren mitverfolgt und mich begleitet – manchmal in
tiefe Täler – aus denen ich nur schleppend wieder herausfand.

Es ist so viel passiert  und ich musste soviel lernen. Und ich hoffe, dass ich meine
Lektionen jetzt geschluckt habe und dass das für mich wirklich ein Neuanfang ist. 🙂

Angefangen mit meiner Scheidung, einer neuen Liebe, zwei Fehlgeburten in den
vergangen Jahren, der Entdeckung meiner Leidenschaft für BDSM, S/M und
dominant/devotem Sex, meine unzähligen Therapien ambulant und stationär.

Diagnose Borderline, Essstörungen, Anpassungsstörungen,
soziale Phobie, Dysthymie – alles umfassend eine sogenannte
„Emotional instabile Persönlichkeitsstörung“.

Phasen, denen ich dem Alkohol verfiel oder einer anders gearteten obsessiven
Leidenschaft. Eigentlich nur „auf der Suche“ nach der Mitte. Oder nach Antworten,
danach – aus diesem ganzen Psychomist endlich zu entkommen und ein normales
Leben führen zu können.

Meist ungewollt. Ich hatte für mich manchmal den Eindruck, ich rutsch einfach
so in die Dinge rein. Kaputte Beziehungen – zu Suchtmenschen – Psychopathen oder
zuletzt zu einem gebunden Mann. Jedenfalls niemals erfolgversprechend.

Mittlerweile sehe ich das Leben als einzig riesigen Lernprozess, indem wir alle
– der eine mehr, der andere weniger – seine Lektionen lernen muss. Wer es nicht
tut – wer stehen bleibt – bleibt auf der Strecke.

Ich wollte diesen Blog überschreiben mit: Mein Leben mit Borderline, aber das
ist nicht mehr richtig. Fast würde ich schon lieber schreiben: mein leben nach Borderline.

Aber auch das stimmt so nicht. Ich weise heute und nach Jahren der Therapie nicht
mehr die erforderlichen Diagnosekriterien auf. Letztendlich bleib ich aber „emotional
instabil“.

Damit ich nicht so angreifbar bin – und nicht so leicht aus der Bahn geworfen
werde – bin ich auf Tabletten eingestellt. Das heißt, die Gefahr, dass es wieder
kippen könnte, ist da. Ich bin in einem Notfallprogramm der Krankenkasse,
dass mich in solchen Schüben – auffängt.

Das gibt mir eine gewisse Sicherheit. Auch, dass ich immer besser lerne, die Krisen
alleine und ohne Klinik und ohne Suchtmittel zu bewältigen. Auch das hat mir
sehr viel Selbstvertrauen gegeben in den letzten Jahren. Ich spüre eine enorme
Veränderung, zwischen der Person, die ich mal war und der, die ich heute bin.

Ich weiß  heute, wer ich bin und ich komme mit mir klar (und das ist für einen
Borderliner eine erstaunliche Aussage 😉 ) – ich weiß, wo meine Gefahren lauern
und was  ich für mich tun und lassen sollte. ich versuche immer mehr auf
meine Gefühle und meinen Instinkt zu hören.

Und wer sich jetzt fragt, was die Bilder hier am Rand sollen? Die gehören zu mir.
Und zu all meinen Phasen.  Willkommen auf meinem neuen Blog.

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