Die Tücken des Ideal-Ichs oder „Gut oder Böse“

Durch die Auseinandersetzungen in der letzten Zeit, speziell mit meinem
EX-Freund F.  hab ich mir viele Gedanken darum gemacht, welche Maßstäbe
ich an mir ansetze, bzw. mir die Frage gestellt, warum ich mich in gewissen
Situationen so verunsichern lasse.

Wieso ich in manchen Situationen das Gefühl habe, ein anderer
drückt bei mir irgendwelche Knöpfe und bringt mich in eine Situation
bzw. bewegt mich zu einer Handlung, die nicht mit dem übereinstimmt,
was ich eigentlich tun möchte. Eine innere Dissonanz sozusagen.

Ich glaube, der Knackpunkt bei mir liegt darin, dass ich mein früheres ICH
sehr negativ bewertet habe. ich hab es mittlerweile geschafft aus dieser
Selbsthass-Spirale rauszukommen, daran gebunden ist aber von mir
eine Erwartung, wie ich zu sein habe.

Will heissen, ich habe mir von  mir ein positives Selbstbild erstellt, dem
ich nun auf „Teufel-Komm-Raus“ auch entsprechen muss. 😦 Und
im Grunde habe ich manchmal überhaupt keinen Bock darauf, aber
weiche ich von diesen Erwartungen an mich selbst ab, würde ich meine
meine Selbstannahme stark gefährden.

Was ich damit meine?

Mein Selbstbild ist soweit in Ordnung, wie ich mich als soziales Wesen,
hilfsbereit, freundlich, tolerant, liebenswürdig und „immer rücksichts-
und verständisvoll“, „bloss nicht egoistisch“ (kurz: „gut“ ) sehen darf.
Das wäre sozusagen mein „Ideal-Ich“. So – wie ich sein möchte.

Das funktioniert aber in der Praxis nicht.

Bei Menschen, zu denen ich eine gewisse Distanz habe, kann ich von
meiner Erwartungshaltung in mich selbst absehen … auch wenn ich
damit den direkten Kontaktabbruch herbeiführe. Da kann ich auch
unfreundlich, sehr direkt sein – im Grunde sofort sagen, was mir stinkt.
Gehe ich aber in irgendeiner Weise auf den „Beziehungsmodus“ (so nannte
es meine Therapeutin) und damit sind nicht nur Partnerschaften gemeint,
sondern eben auch Freundschaften und Bekanntschaften … zwinge ich mich
in mein „ideal-ich“ zu passen, so sehr ich mich dabei auch verbiegen
und aufgeben muss. :-/

Gerade der Punkt „Rücksicht nehmen“ auf andere und „Verständnis“
haben – wird mir dabei immer wieder zum Verhängnis. Weil ich komplett
meine eigenen Bedürfnisse aus den Augen verliere bzw. sie zurück stelle,
als nicht so wichtig, denn das wäre dann wiederum egoistisch. Und das
darf nicht sein.

Auch in meinen letzten Beziehungen war das für mich ein riesiges Problem.
ich musste meine Bedürfnisse zurück stellen, und immer für alles
Verständnis haben, egal wie sehr ich damit zurecht kam, oder nicht.

Ich habe es „selbst“ von mir erwartet – bzw. gesagt, die anderen sind
wichtiger. Also habe ich mich mit immer weniger und weniger zufrieden gegeben
und nicht mehr in den Mund aufgemacht. :-/

Und irgendwann war mir nur noch zum heulen. Mir fallen so viele Beispiele
im Nachhinein ein… alte Einträge, wo ich immer wieder, wenn jemand so
einen Knopf bei mir  drückte total verunsichert wurde und im Grunde hier
nachfragen musste, ob das, was ich dabei empfinde überhaupt in  Ordnung
ist ….

Und oft wurde es ausgenutzt. Ich hab es den anderen aber auch leicht
gemacht, weil ich es ja von mir selbst verlangte – also wurde mir von
z.B. Partnerseite auch eingeredet, dass es stimmt – und meine Bedürfnisse
„unwichtig“ seien – und ich doch bitte für alles „Verständnis“ haben müsste.

Auch für Untreue, für Lügen, für nicht eingehaltene Versprechen – einfach
für alles.

Und zu alledem fühlte ich mich noch zuständig und verantwortlich, dass es
allen gut geht. Und wenn jemand was nicht geregelt bekam, musste ich das
halt noch übernehmen.

Mittlerweile merke ich eigentlich, dass ich mit mir sehr tolerant umgehe.
Ich versuche nicht perfekt zu sein – ich nehme mich – wie ich bin – aber
alles nur so lange ich „alleine“ bin. Kommt ein anderer dazu – habe ich
gewisse Erwartungen zu erfüllen. Das sage ich mir selbst. :-/

Ich muss helfen, wenn ich kann – ich muss Rücksicht nehmen – auch wenn
man auf mich keine Rücksicht nimmt. Ich muss für alles Verständnis haben
und tolerant sein.

Erst vor kurzem habe ich hier im privaten geschrieben, dass mich eine Sache
so verunsichert, weil ich mich doch eigentlich für „nicht verklemmt halte“ – ich
aber mit etwas ein Problem habe. Und sofort bricht mein „Selbstbild“ in sich
zusammen bzw. es kommen mir zweifel und zwar in erster Linie an mir
selbst. Ich bin verunsichert, denn wäre ich wirklich „nicht verklemmt“
hätte ich doch mit dieser Sache, kein Problem oder? Und das obwohl ich
merke, ich werde da in eine Situation gebracht – die nicht alltäglich ist.

Und dann merke ich wieder wie STARR mein System ist. Wie Schwarz-
Weiß gefärbt es ist. Da gibt es dann nur ein entweder-oder.

Und wenn ich nicht meinem ideal-Ich entspreche, dann bin ich zwangsläufig
das andere. (schlecht -untolerant – spießíg – egoistisch)

Die negativen Gefühle werden dabei unterdrückt. Sie dürfen nicht sein.

Ich weiß im Grunde, dass das nicht richtig ist. Ich kann es nur noch nicht
umsetzen. Und ich kann nicht trennen, was mein „Ideal-Ich“ ist – oder
was ein aufdiktiertes „Ideal-Ich“ ist. Und ob es wirklich so wichtig ist,
sich daran zu halten.

Und was ist, wenn ich anders bin, wie mein Ideal-Ich? Bin ich dann
automatisch wieder schlecht?  Lehnt man (oder ich) mich dann wieder
ab? Bin ich dann wieder das Monster, was ich früher in mir gesehen habe?
ich versuche das zu verhindern. Und dann bin ich Un-frei.

Andererseits verstehe ich – wie wichtig es für mich (als Borderliner) ist
-mein ICH zu definieren als „nicht-schlecht“. Das was mich ausmacht.
Wenn ich nur wüsste, was es ist. wenn ich es nur festhalten könnte, und
es mir nicht immer wieder verloren ginge. Hmmmm….

gut-boese

Ich habe dazu auch wieder eine
interessante These gefunden – von  der Tyrannei der „Solls“
Hier auf Seite 2:

Auf der Suche nach – dem, was MEINs ist

das war das Motto der heutigen Therapiestunde.

Auf der Suche nach
-einer passenden Lebensform
-dem, was ich brauche und was ich nicht brauche
-einem Raum, in dem ich mich selbst verwirklichen kann
und mich stabil fühlen kann.

Und zwar weg von allem, was man als konventionell ansieht,
weil mir in letzter Zeit immer häufiger der Gedanke kam, dass
das vielleicht gar nicht das ist, was ICH benötige.

Normalerweise sagt man bei Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeits-
Störung, dass diese Menschen aufgrund einer „Ich-Fragment-Störung“
andere Menschen brauchen um sich zu spiegeln und wahrzunehmen.
Ohne einen gegenüber – wie z.B. den Partner fühlen sie sich deshalb
leer und lösen sich auf.

ich habe in den letzten Monaten aber eine ganz andere Empfindung
gewonnen. Das Gegenteil traf bei mir zu. So formulierte ich heute in
der Therapiestunde, mein Erleben:

In einer Beziehung löse ich mich auf. Ich verschwinde. Ich verliere mich
im anderen …. Außerhalb einer Beziehung, finde ich wieder zu mir selbst
und erobere mir meinen Raum wieder zurück. Ich bekomme wieder Struktur
und gewinne wieder an Form.

Und das bewirkt, dass ich mich besser fühle. Unabhängig von den
schwierigen Beziehungen und Partnern, die ich in den letzten Jahren hatte
(das kommt zwar noch erschwerend dazu) – sehe ich diese Problematik
grundsätzlich bei mir.

Deshalb wähle ich mittlerweile eigentlich zu allen Bekannten, Freunden,
der Familie eher einen distanzierten Kontakt. Und auch wenn ich mich
hin und wieder frage, ob das okay ist – oder nicht eine Art sozialer Rückzug ist,
kommt bei mir immer mehr das Gefühl auf… SO IST ES FÜR MICH richtig.

Ich such Kontakt in dem Rahmen, wie es mir gut tut. Ich nehme Kontakt
zu Menschen auf, die ich ganz stark selektiere darin, ob sie mir gut tun
oder nicht. In allen Kontakten bleibe ich distanziert. So wahre und schütze
ich meine Persönlichkeit.

Ihr kennt sicherlich das Gefühl, dass euch Menschen zu nahe kommen.
Man spürt es schon körperlich, wenn ein Mensch mit dir ein Gespräch
beginnt und er sich „zu dicht“ zu dir stellt. Ich finde das unerträglich –
da bricht schon jemand meine natürliche Distanzgrenze auf, ohne, dass
ich ihm das überhaupt gestattet hätte. Er missachtet meine Grenze.

Die natürliche Reaktion ist – ich trete einen Schritt zurück. Wenn er
allerdings ein Brett vor m Kopf hat – und gar nicht mitkriegt, was da
passiert, wird so ein Mensch wieder automatisch einen Schritt in deinen
Raum hinein machen.

Das sind Menschen, die brauche ich nicht. Die kann ich nicht gebrauchen.

Von daher hab ich mich dann heute noch mal nach der Therapie-
Stunde mit der Bedürfnispyramide nach Maslow beschäftigt.

maslow

Ich hab mir die einzelnen Bedürfnisse angeschaut und mich gefragt, wie
gut, habe ich sie abgedeckt. Wo fehlt etwas – wo benötige ich z.B. weniger
und wäre damit völlig zufrieden, während andere da zum Beispiel ein
höheres Bedürfnis verspüren. 

Dann – auf mein heutiges Gefühl bezogen, wurde mir bewusst, dass
ich all das, was ich versucht habe in den letzten Jahren bei anderen
zu finden, im Grunde in mir selbst gefunden habe. ICH bin es, der 
mir Sicherheit gibt. ICH schätze mich WERT, und mache mich nicht
mehr Abhängig von der Wertschätzung anderer. Ich befriedige meine
sozialen Bedürfnisse genau in dem Maß, wie ich es als angenehm
empfinde mit den Menschen, die ich mir mit Bedacht ausgesucht habe. 
Ich beende Kontakte, die mir nicht gut tun. Und ich halte und wahre
die Distanz, die ich für richtig befinde. Ich hab vertrauen in mich selbst. 

Nicht das Vertrauen, dass ich völlig kuriert bin – oder nie wieder abstürzen
würde. Das wär unrealistisch – aber das Vertrauen, dass ich mich wieder
selbst da raus ziehen werde – egal, wie lange es dauert. 

Andererseits sehe ich natürlich das riesen Defizit bei mir, dass dieser
gestärkte ICH-Zustand – wieder in sich zusammenbrechen könnte; wenn
ich wieder in einer Beziehung bin. :-/ 

Momentan reicht mir aber erst Mal, das was ich geschafft habe. 
Damit werde ich mich auseinander setzen, wenn es soweit ist. 

Und dass mein Gefühl zur Zeit richtig ist und dass ich auf einem guten
Weg bin, darin bestärkt mich noch folgernder Satz:

Die Wachstumsbedürfnisse, wie also z. B. das Streben nach Selbstverwirklichung, treten erst dann in den Vordergrund, wenn die Defizitbedürfnisse erfüllt sind. Durch sie erfolgt schließlich die Verstärkung der eigenen Individualität.

Für interessierte Leser findet ihr auf Seite 2 eine kurze Erklärung der Maslow´schen
Bedürfnispyramide

Kleine Vorstellung

.. und wenn man irgendwo neu ist, dann stellt man sich auch vor. 🙂

ich gehöre zu den vertriebenen von Blog.de. Dort habe ich über Jahre gebloggt –
bis uns alle die Nachricht überraschte, dass die Plattform Ende diesen Jahres schließt.

Jetzt starte ich also neu – die alten Texte zwar mit im Gepäck. Aber wenn man selber
das mal so überfliegt, dann bekomme ich selbst das Gefühle, dass es auch irgendwo
Zeit für einen Neuanfang war.  Und dass ich mich teilweise damit gar nicht mehr
identifizieren kann.

Mein Leben war bisher eine Achterbahnfahrt. Und ganz viele Menschen von
Blog.de haben das in den letzten Jahren mitverfolgt und mich begleitet – manchmal in
tiefe Täler – aus denen ich nur schleppend wieder herausfand.

Es ist so viel passiert  und ich musste soviel lernen. Und ich hoffe, dass ich meine
Lektionen jetzt geschluckt habe und dass das für mich wirklich ein Neuanfang ist. 🙂

Angefangen mit meiner Scheidung, einer neuen Liebe, zwei Fehlgeburten in den
vergangen Jahren, der Entdeckung meiner Leidenschaft für BDSM, S/M und
dominant/devotem Sex, meine unzähligen Therapien ambulant und stationär.

Diagnose Borderline, Essstörungen, Anpassungsstörungen,
soziale Phobie, Dysthymie – alles umfassend eine sogenannte
„Emotional instabile Persönlichkeitsstörung“.

Phasen, denen ich dem Alkohol verfiel oder einer anders gearteten obsessiven
Leidenschaft. Eigentlich nur „auf der Suche“ nach der Mitte. Oder nach Antworten,
danach – aus diesem ganzen Psychomist endlich zu entkommen und ein normales
Leben führen zu können.

Meist ungewollt. Ich hatte für mich manchmal den Eindruck, ich rutsch einfach
so in die Dinge rein. Kaputte Beziehungen – zu Suchtmenschen – Psychopathen oder
zuletzt zu einem gebunden Mann. Jedenfalls niemals erfolgversprechend.

Mittlerweile sehe ich das Leben als einzig riesigen Lernprozess, indem wir alle
– der eine mehr, der andere weniger – seine Lektionen lernen muss. Wer es nicht
tut – wer stehen bleibt – bleibt auf der Strecke.

Ich wollte diesen Blog überschreiben mit: Mein Leben mit Borderline, aber das
ist nicht mehr richtig. Fast würde ich schon lieber schreiben: mein leben nach Borderline.

Aber auch das stimmt so nicht. Ich weise heute und nach Jahren der Therapie nicht
mehr die erforderlichen Diagnosekriterien auf. Letztendlich bleib ich aber „emotional
instabil“.

Damit ich nicht so angreifbar bin – und nicht so leicht aus der Bahn geworfen
werde – bin ich auf Tabletten eingestellt. Das heißt, die Gefahr, dass es wieder
kippen könnte, ist da. Ich bin in einem Notfallprogramm der Krankenkasse,
dass mich in solchen Schüben – auffängt.

Das gibt mir eine gewisse Sicherheit. Auch, dass ich immer besser lerne, die Krisen
alleine und ohne Klinik und ohne Suchtmittel zu bewältigen. Auch das hat mir
sehr viel Selbstvertrauen gegeben in den letzten Jahren. Ich spüre eine enorme
Veränderung, zwischen der Person, die ich mal war und der, die ich heute bin.

Ich weiß  heute, wer ich bin und ich komme mit mir klar (und das ist für einen
Borderliner eine erstaunliche Aussage 😉 ) – ich weiß, wo meine Gefahren lauern
und was  ich für mich tun und lassen sollte. ich versuche immer mehr auf
meine Gefühle und meinen Instinkt zu hören.

Und wer sich jetzt fragt, was die Bilder hier am Rand sollen? Die gehören zu mir.
Und zu all meinen Phasen.  Willkommen auf meinem neuen Blog.

outing2

Positive Gedanken – die ich die letzten Jahre angesammelt habe….

und die mir immer besser aus der Krise helfen. 🙂

Wohlgemerkt „selbstentwickelte positive Gedanken“ – ich
bin nämlich überhaupt kein Fan von dieser Reihe „Think positiv“
… ehrlich gesagt nervt es mich – mir „fremde“ Gedanken
in den Kopf zu drücken – die sich nicht von alleine
entwickelt haben.

Meine positiven Gedanken sind aus Erfahrung entstanden –
und haben sich verändert und entwickelt. Und jetzt sind
sie mein Licht – wenns wieder Dunkel wird. :-/

Die Reihenfolge ist beliebig….

1. Gedanke:
ich finde mich mittlerweile ganz okay. :yes:
DAS war ein unglaublich langer Weg. ich hab viel
über mich nachgedacht – über meine Art – meine Motivation
– meine Grundsätze – und was mich ausmacht. ich habe auch
negatives an mir schätzen gelernt … und es darf sein.

2. Gedanke:
ich komme alleine gut klar. Ich hab mein Leben im Griff.
ich werde nicht untergehen… und wenn ich falle – steh
ich immer wieder auf.

3. Gedanke:
Das Leben besteht aus ganz vielen Lektionen. Und auch,
wenn es negativ kommt – erkenne ich darin einen Sinn.
Den Sinn mich weiterzuentwickeln. zu wachsen – zu lernen.
Ich hab viel zu lernen (gehabt) – und vieles was noch
vor mir liegt.

4. Gedanke:
Zu glauben, man wird nie wieder Glücklich sein, oder einen
Partner finden … ist völliger Unsinn. 🙂 – Gehen Türen
zu – gehen immer wieder an anderer Stelle Türen auf. 🙂

5. Gedanke:
und der ist ein bisschen witzig. ^^
Man sagt sich schon mal – also jedenfalls in meinem Alter:
Ich werde nie wieder Sex haben (oder guten Sex haben)…..
auch völliger Quatsch…. aber noch ein anderer Gedanke hat
sich dazu gesellt.. und selbst wenn es so wäre: ich hab
bis zum heutigen Zeitpunkt so viel Sex gehabt – das erreichen
andere in ihrem ganzen Leben nicht. :)) Heisst: Selbst wenn
es so wäre – ich hatte mehr als manch ein anderer. ^^

6. Gedanke:
und damit hab ich mich immer sehr schwer getan…. ich hab
immer geglaubt – ich müsste einen Menschen an meiner Seite
finden… es nicht zu schaffen – und immer in unglücklichen
Beziehungen zu enden – kam mir wie versagen vor. Jetzt denke
ich öfters: Es kann sein, dass mir das gar nicht bestimmt ist. :-/
Aber wäre das so schlimm? Wenn es mir doch auf Dauer besser
geht alleine? ich bin an dem Punkt – an dem ich denk oder
glaube: Auch das wäre okay. ich kann es annehmen. Und ich
lasse diesen Traum los.

7. Gedanke:
Meine Krankheit oder meine Diagnose ist nicht nur Fluch
gewesen, denn sie hat auch ihre positiven Seiten und hat
mich dazu angehalten – sehr viel nachzudenken und auch
letztendlich zu verstehen und zu begreifen. Und zu wachsen.
Ich durfte die intensivsten Gefühle erleben. Ich war im
Himmel und in der Hölle. Und wenn ich in der Hölle war,
hab ich erleben dürfen – wie ich mich regenerierte – und
immer mehr Kraft zur Verfügung stand um mich da raus zu
reißen…. alleine (aus eigener Kraft). Das kann mir
keiner nehmen.

8. Gedanke:
meine negativen Eigenschaften – sind gar nicht so verkehrt.
ich bin zum Beispiel oberschusselig und verstreut. Wenn ich mich
angegriffen fühle – schieß ich heftig zurück – aber immer nur
dann – wenn ich auch weiß – der andere hält es aus.
Ich habe 1000 Ängste auszuhalten. Und das tue ich tagtäglich.

9. Gedanke:
ich muss nicht suchen…. ES findet mich. Egal was sein muss.
Es wird mich finden. Davon bin ich überzeugt. alles was ich
noch lernen muss – wird an der nächsten Abbiegung schon auf
mich lauern, bis ich auch das gemeistert und überstanden habe.

10. Gedanke:
Es gibt kein „Warum immer mir“ mehr. ich habe einen Lebens-
sinn für mich gefunden. Und der heißt Entwicklung. Und Weitergehen
und niemals stehen bleiben. Entscheidungen zu treffen – gute und
schlechte – aber immer „hinter mir“ zu stehen.

11. Gedanke:
Ich glaube nicht mehr, dass mich noch irgendwas zerbrechen wird.
oh – ich werde immer wieder mal zerbrechen – aber ich werd wie
in der Vergangenheit – die Teile alle wieder einsammeln – zusammen-
fügen und trotzdem noch ein Stück darauf packen. :yes:

12. Gedanke:
ich darf alles das tun, was ich mir erlaube. Ich darf faul seine…
ohne schlechtes Gewissen – ich darf überdreht sein – und reden
wie ein Wasserfall – ich darf voller Angst sein – denn sie hat
einen Grund. ich darf in mein Gefühl vertrauen…. es belügt mich
nicht – ich höre nur zu selten darauf. ich kann mir vertrauen.

13. Gedanke:
Und der ist besonders wichtig, wenn ich wieder „Todeswünsche“
habe. Dann geh ich spazieren – bin geknickt und am Ende und
sage mir: Irgendwann – wirst du genau diesen Weg wieder gehen,
und du wirst dich großartig fühlen. du musst nur warten und aus-
halten und ertragen für eine Weile – und dann wird alles wieder
anders sein. :yes:

14: Gedanke:
und der baut natürlich darauf auf: Es sind alles nur Phasen.
Das ganze Leben besteht aus einzelnen Phasen …. Alles
ist Veränderung – und wenn es schlecht ist – wird es wieder
gut – und umgekehrt – wenn es gut ist – es wird auch wieder
schlechtere Zeiten geben – aber dann muss ich die guten
Zeiten in meinem Kopf abgespeichert haben – als Reserve
und zur Erinnerung.

15. Gedanke:
ich darf „Sehen“ – so viel – was andere nicht erkennen können.
Ich kann begreifen und verstehen und wahrnehmen.
Ich bin nicht sensibel sondern sensibilisiert. Und das
ist eine Gabe – und keine Strafe.

16. Gedanke:
Ich gehe davon aus, dass wir „nur ein Leben haben“ – wir können
es vergeuden oder nutzen. Wir können wählen glücklich oder unglücklich
zu sein. Wir können jederzeit selber wählen wofür wir uns entscheiden.
Und solange wir noch Lebenszeit haben und morgens wach werden
an einem neuen Morgen – können wir die Richtung selbst-
bestimmen und ändern. NUR DAS EINE LEBEN… wollen wir
LEIDEN? Oder Glücklich sein? ODER Frei? Oder unfrei? Oder ohne Sorge?
Welchen Weg wählen wir? Gehen wir Umwege? Oder gerade
aus – oder wollen wir im Stillstand enden? Auf vieles was
uns widerfährt haben wir keinen Einfluss – aber auf den
„großen Rest“ schon.

17. Gedanke:
Meine Wünsche und Träume, meine Bedürfnisse und Gefühle –
ja und auch meine Grenzen sind wichtig. Sie dürfen nicht getreten
werden oder ignoriert oder als dauernd – nicht so wichtig bewertet
werden. Sie haben ihre Berechtigung und dürfen sein. Und ich bin
es Wert, dass man auf sie achte.

18. Gedanke:
Eigentlich bin ich ja schon ne alte Schachtel – so mit (wie alt
bin ich denn jetzt 41? ) :)) aber ich bin topfit. Fühl mich gut
– bin körperlich gesund – kann mich sehen lassen. Bin anders …
Und bin verdammt jung geblieben – manchmal ein bisschen zuviel
des guten. Aber auch das macht mich sympathisch. ^^ – ich bin
ein Mensch – den man anlächelt … ist mir erst letzte Woche
aufgefallen (und ich versteh es nicht) :crazy: – aber so ist es.
Und ich finde es schön. :yes:

Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem Sex kame, Teil 5

Fortsetzung von
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 1
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 2
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 3
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 4

Also Sadist … war nicht sein Hauptnaturell … er war alkoholkrank,
kam aus ner misshandelnden Familie, war jahrelang als Kind selbst
geschlagen und geschunden worden und neigte jetzt eher so zum Täterdasein.
Dominanz hatte er. Allerdings so eine absolute. ER hatte das sagen.
ER bestimmte alles – und so war er nicht nur zu mir, sondern auch zu
seinen Mitmenschen. Hat mich zu anfangs sehr beeindruckt … muss
ich gestehen. Er hatte sowas uriges. Ich musste immer an so nen
schweren Neandertaler denken, der seine Frau mit der Keule
nieder gehauen – an den Haaren in seine Höhle zog. :))

Andererseits war er offensichtlich ziemlich daneben. Dass er selbst
auch eine Persönlichkeitsstörung hatte, war mir von Anfang an klar.
Er war oft aggressiv und hatte gewisse psychopathische Züge an sich.
Und er war ein Narzisst außer Konkurrenz. Er hatte IMMER recht und
nur er wusste, wo es lang geht, und was Sache ist. Die anderen waren
alle Idioten. Und er war hochgradig Manipulativ.

Kein SM-er – aber er wusste von meiner Vorliebe, und er hasste es
– es wurmte und arbeitete in ihm. Überhaupt alles was außerhalb
seiner Kontrolle lag, gefiel ihm nicht. Genauso wie das Bloggen.

Er fand es abartig – er fand MICH darin abartig: – trotzdem wollte er
mich ja unbedingt „BESITZEN“. Man – was war der verliebt oder sagen
wir begeisterungsfreudig zu Anfangs. Ja – und ich muss sagen, ich fühlte
mich auch von ihm angezogen – er war ein gestandener Mann – der mich
so sehr umwarb – dass ich weich wurde. 🙂 Auch hörte er von jetzt
auf gleich mit dem Trinken auf – weil ich mich weigerte, mich mit
einem Alkoholiker einzulassen … klappte natürlich nur temporär,
aber in der Zeit hatte er mich an der Angel. :-/

Dabei hatte ich von Anfang an Bilder von IHM im Kopf – die sich
später bewahrheiten sollten. Zu Anfang war allerdings noch alles toll.
Er konnte wirklich super nett sein … überraschte mich mit süßen Gesten,
etwas was ich später immer mehr an ihm vermisste – und was der Grund
war, warum ich so lange bei ihm blieb. Ja – denn er konnte wirklich
bezaubern und vereinnahmend sein. Und seine Dominanz fand ich echt
witzig. :yes: Er betrat den Raum und hatte eine extreme Präsenz.
– so dass ich all die schlimmen Fantasien über ihn verdrängte.
Selbst meine Familie fand ich gar nicht mal so übel – und das obwohl
er nie ein Blatt vor den Mund nahm. Meine Mutter meinte irgendwann
mal: Bei dem weiß man wenigstens wo man dran ist. Und sie hatte
auch schon ne verbale Klatsche von ihm einstecken müssen. Ja – und……
vielleicht täuschte ich mich ja doch in ihm? Vielleicht war ich ja
tatsächlich „die einzige Frau“ – die dieser Mann liebte. |-| Denn
andere Frauen behandelte er grundsätzlich nicht besonders nett.
Eher verachtend und herablassend. Aber HEY – ich hatte mich gerade
von nem „FRAUNENLIBHABER“ getrennt.. also warum nicht ein Mann,
der außer mir – eigentlich alle anderen Frauen ziemlich blöd fand. 😉

Bei ihm machte ich dann die erneute Erfahrung – des Unterschieds
von krankem und gesundem Sadismus. :-/

Der eine Abend war – ne Würgeattacke beim Sex. Ich sah ihn dabei an
– und in seinem Gesicht kam der pure Hass hoch… es ging mit ihm durch.
Ich fing an mich zu wehren – es war offensichtlich, dass er sich nicht
mehr unter Kontrolle hatte. Und was tat ich? Ich gab auf…. obwohl ich
noch dachte, „er bringt mich um“ – legte ich die Arme – mit denen ich mich
vorher noch gewehrt hatte und versucht hatte da raus zu kommen beiseite
und ergab mich in die Situation. :-/ Irgendwann ließ er ab. Schon wieder
war ich zuallererst erschrocken über mich selbst. Dass ich so wenig
an meinem Leben hing – so schien es mir zumindest.

Wir steuerten immer mehr auf ein Beziehung hin – die irgendwann mal
genauso abgelaufen wäre, wie das was er zu Hause erfahren hatte. Sein
Vater hatte ihn und seine Mutter verprügelt. Seine Mutter hatte ihn
verraten, weil sie ihn ans Messer geliefert hat – als er noch jung
war. Ich glaube, er hasste seine Mutter deswegen sogar noch mehr.
Allerdings passte ich nicht ganz in sein Konzept.

Obwohl ich das noch in der Klinik als „meine persönlich Hölle“ gesucht
hatte, wollte ich da auf keinen Fall drin enden. Er konnte mich psychisch
sehr leicht fertig machen und verletzen – aber sobald er körperlich
aggressiv wurde oder auch nur drohte – wurde ich zum Giftzwerg.

Ich hatte keine große Angst vor körperlichen Schmerzen – mehr Angst
hatte ich vor seinen psychischen und verbalen Attacken, mit denen er
mich destabilisierte, erniedrigte und mich für krank erklärte. Aber da
war ja noch der Gedanke: „Er liebt mich doch – er bringt mich nicht um.“ :-/
Ein paar mal kam es zu Gewaltaktionen. Ich hatte auch mal begonnen
– so ist es nicht – weil er in so nem Aggro-Schub auf meinen Hund
losging – und ich nur noch brüllte – lass den Hund in Ruhe. Damals
hatte er noch lange Haare. Was ich nutze, um ihn bei so einem Ausraster
von mir fern zu halten. Ich hatte mich so sehr in seine Haare verkrallt.
Ich hab ihm Büsche ausgerissen – in dem Versuch in von mir Fern zu halten.
Ich lief nackt durchs Treppenhaus – weil ich vor ihm auf der Flucht war.
Ein- zwei Wochen später überraschte er mich mit einem Kurzhaarschnitt.
Zufall???? Die letzte Aktion gegen mich brachte mich dann endgültig
dazu – die Beziehung zu beenden…. aber vorher? Ja – vorher gabs ja
noch…. Abend Nr. 2!

Fortsetzung
Teil 6

Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem Sex kam, Teil 4

Fortsetzung von
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 1
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 2
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 3

Zu der Zeit schrieb ich meine erotischen Fantasien auch
in den Blog in denen überwiegend dominant devote und
sadomasochistische Geschichten entstanden. (Nöö… braucht
nicht suchen, die sind alle mittlerweile privat. 😉 )

Diese Bekanntschaft wurde intensiver und es kam
immer mehr zu erotischem Gedankenaustausch und
wir hatten eine sehr starke Übereinstimmung (ganz ohne
Grenzüberschreitung). Das war schön… das machte Lust
auf ausprobieren und mehr. :yes: Ich war wie getrieben.
Ich konnte noch nie gut meine Wünsche und Sehnsüchte
unterdrücken. Das Verlangen wurde immer aufdringlicher.
Ich wollte das erleben. Ich wollte wissen, ob das was für mich ist.

Und so dauerte es nicht lange und wir fielen in einem Hotel-
zimmer übereinander her. :)) und es war toll. Und schon der
Start war ziemlich schräg, weil wir beide dabei eine neue
Fantasie ausleben wollten. ^^

Er kannte sich aus in dem was er tat und er war sehr vorsichtig
und führte mich langsam ein.

Ich lernte Bondage kennen und ich fand das Gefühl irre.
Da ging auf jeden Fall noch mehr. Trotzdem hatte ich gerade
beim Sadistisch-Masochistischen Part immer noch sowas
wie unterschwellig Bestrafung oder Wiedergutmachung
auf dem Schirm. Und die dominant devoten Bereiche waren
noch unterschwellig gefärbt von meinen Erfahrungen in der
Jugend mit Missbrauch und Vergewaltigung.

Aber so war es okay. Ich erkannte sogar den Zusammenhang
darin : eine für mich in der Vergangenheit unkontrollierbare
Situation durch eine Absprache und mit der Gewissheit „hier
passiert nichts, was ich nicht will“ im Jetzt kontrollierbar und
damit zu einem guten Ende werden zu lassen. Es tat mir gut.
Das spürte ich. Ich glaube, ich erfuhr dadurch eine gewisse
Verarbeitung früherer schlimmer Erlebnisse. Aber immer noch
fühlte ich mich menschlich schlecht und die Entlastung bestand
für mich auch darin eine gewisse Strafe auch dafür zu bekommen.
In dem ich meine devote Seite auslebte, konnte ich mich in der
geliebten Abhängigkeit „sicher“ fühlen und mich auch irgendwie
als liebenswert annehmen. Etwas, was ich bis dahin mit
mir als Person nicht wirklich verband.

Daraus wurde meine erste anständige SM-Beziehung. Ich trennte
mich von meinem Mann, hatte ganz fix eine neue Wohnung
und er zog bald zu mir.

Er war sehr experimentierfreudig und überraschte mich immer
wieder mit neuen Spielen und Sessions. Wir hatten ein wunder-
schönes gemeinsames Hobby. 🙂 SM und dominant-devoter Sex
war dabei nur ein Teil von vielen. Rollenspiele – Porn-Sex – egal.

Und es half mir auch meinen Körper besser anzunehmen, zu dem
ich nicht wirklich ne gute Beziehung hatte.

Die Beziehung zu ihm allerdings endete sehr unschön.
Da er ich auch gleich wieder durch eine andere ersetzte, geriet
ich wieder in die Hass/Selbsthass Schleife. Ich stürzte total ab.
Wurde aggressiv, gegen mich, gegen ihn und andere? hatte
Selbstmordgedankene. Trank wieder sehr viel. Ich ließ mich
einweisen in die Klinik und nach der Entlassung war es nicht
wirklich viel besser um mich bestellt. Zwar hatte ich Abstand
gewonnen, aber ich hatte wieder extreme Selbsthass-Fantasien.
Da sah ich mich an der Seite eines schlagenden, misshandelnden
Partners.

Es war so, als hätte ich es verdient. Als wollte ich es.
Kein SM …. nein- ich wollte Strafe für mein (Da)sein.

Zwei Stimmen in mir… die Kranke – und die war laut und penetrant
und dominant. :-/ und eine leise Stimme der Vernunft, die mich
noch warnte – aber auf die ich nicht hörte.

Kein Wunder, dass ich an einen „kranken Sadisten“geriet.

Fortsetzung
Teil 5