Der Suchlauf ist wieder in vollem Gange

eine Art Neuorientierung und Neuordnung. Neue Gedanken und Wege,
die abgewogen und wenn Möglich auch gleich probiert werden.

Als (er-)Finde ich mich neu. Einige Themen, die mir da im Kopf rum schwirren.

Einiges, was ich mir „neu“ angewöhnen möchte. Was ich probieren möchte,
und was mich komischerweise (da bin ich selber von mir erstaunt) auch
anfängt zu interessieren. (Politik – Geschichte)

Seit vier Tagen hab ich angefangen die Tagesnachrichten zu verfolgen.
Und das mit brennendem Interesse.  Wer mich kennt weiß, dass das sehr
ungewöhnlich ist. Überhaupt ist mein Geist auf der Suche nach Input.
Und ich fühle mich offen.

Mir kommt es so vor, als wäre ich die letzten Jahre – sei es aufgrund meiner
psychischen Probleme oder weil mir irgendwelche Beziehungskisten alles
„verklebt haben – total blockiert gewesen.

Zwei weitere Themen, die auch nach Neuorganisation „schreien“ sind
immer noch meine Wohnung und die Gewichtszunahme, mit der ich mich
überhaupt nicht mehr wohl fühle. Ich weiß, dass hier dringend was
passieren muss. Für mein eigenes Wohlbefinden.

Aber das alles passiert gerade und ist im Prozess. Der Suchlauf. 😉

Wie kann ich es schaffen, wie kann ich es ändern – wo gehe ich die
Probleme an.

Der Chor motiviert mich auch wieder sehr. Überlege wirklich da noch
mal, das „Singen“ mehr zu betreiben. Mehr zu versuchen. Ich hab immer
noch das Angebot von der Band. Sollte ich vielleicht doch wieder – es
zumindest versuchen?! Oder lieber  erst Mal für mich privat probieren.

Gestern hatte ich auch wieder  Gelegenheit für ein Solo – und es war schon
viel besser – als letzte Woche. Obwohl es ein neuer Song war – und ich
stimmlich sehr hoch musste. War auf jeden Fall ein schönes Erfolgs-
erlebnis. Denn die Stimme war schon fester und lauter und sicherer
als beim letzten Mal.

Ich bin jedenfalls mit der Entwicklung ziemlich zufrieden. Da ist was
im Gange. Etwas gutes. Und ich möchte was draus machen. Und ich
habe die Idee von der Klinik noch mal aufgegriffen. „Strukturiere deinen
Tag“. mach dir einen Plan. Das könnte eine Hilfe sein. Es müssen
keine Wunder geschehen – aber so hier und da Veränderung – das wäre
schon toll. 🙂

Autobiografie in 5 Kapiteln

(aus: Portia Nelson, There’s a Hole in My Sidewalk)

1. Kapitel:

Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren … Ich bin ohne Hoffnung.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2. Kapitel:

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5. Kapitel

Ich gehe eine andere Straße.

Irgendwie hab ich mich darin gleich wiedererkannt. Smiley-kichern

Gesten gefunden bei
Psychologie / Ironie / Sarkasmus / Gesellschaft / Poesie /Normalität und Wahnsinn

die ich euch auch gleich als Lese-Empfehlung vorstellen möchte. 🙂
Schaut mal vorbei. Unter anderem  findet ihr da Texte zum Schmunzeln
und Totlachen zu meinem Lieblingsthema „Psychologie“.

Kleine Vorstellung

.. und wenn man irgendwo neu ist, dann stellt man sich auch vor. 🙂

ich gehöre zu den vertriebenen von Blog.de. Dort habe ich über Jahre gebloggt –
bis uns alle die Nachricht überraschte, dass die Plattform Ende diesen Jahres schließt.

Jetzt starte ich also neu – die alten Texte zwar mit im Gepäck. Aber wenn man selber
das mal so überfliegt, dann bekomme ich selbst das Gefühle, dass es auch irgendwo
Zeit für einen Neuanfang war.  Und dass ich mich teilweise damit gar nicht mehr
identifizieren kann.

Mein Leben war bisher eine Achterbahnfahrt. Und ganz viele Menschen von
Blog.de haben das in den letzten Jahren mitverfolgt und mich begleitet – manchmal in
tiefe Täler – aus denen ich nur schleppend wieder herausfand.

Es ist so viel passiert  und ich musste soviel lernen. Und ich hoffe, dass ich meine
Lektionen jetzt geschluckt habe und dass das für mich wirklich ein Neuanfang ist. 🙂

Angefangen mit meiner Scheidung, einer neuen Liebe, zwei Fehlgeburten in den
vergangen Jahren, der Entdeckung meiner Leidenschaft für BDSM, S/M und
dominant/devotem Sex, meine unzähligen Therapien ambulant und stationär.

Diagnose Borderline, Essstörungen, Anpassungsstörungen,
soziale Phobie, Dysthymie – alles umfassend eine sogenannte
„Emotional instabile Persönlichkeitsstörung“.

Phasen, denen ich dem Alkohol verfiel oder einer anders gearteten obsessiven
Leidenschaft. Eigentlich nur „auf der Suche“ nach der Mitte. Oder nach Antworten,
danach – aus diesem ganzen Psychomist endlich zu entkommen und ein normales
Leben führen zu können.

Meist ungewollt. Ich hatte für mich manchmal den Eindruck, ich rutsch einfach
so in die Dinge rein. Kaputte Beziehungen – zu Suchtmenschen – Psychopathen oder
zuletzt zu einem gebunden Mann. Jedenfalls niemals erfolgversprechend.

Mittlerweile sehe ich das Leben als einzig riesigen Lernprozess, indem wir alle
– der eine mehr, der andere weniger – seine Lektionen lernen muss. Wer es nicht
tut – wer stehen bleibt – bleibt auf der Strecke.

Ich wollte diesen Blog überschreiben mit: Mein Leben mit Borderline, aber das
ist nicht mehr richtig. Fast würde ich schon lieber schreiben: mein leben nach Borderline.

Aber auch das stimmt so nicht. Ich weise heute und nach Jahren der Therapie nicht
mehr die erforderlichen Diagnosekriterien auf. Letztendlich bleib ich aber „emotional
instabil“.

Damit ich nicht so angreifbar bin – und nicht so leicht aus der Bahn geworfen
werde – bin ich auf Tabletten eingestellt. Das heißt, die Gefahr, dass es wieder
kippen könnte, ist da. Ich bin in einem Notfallprogramm der Krankenkasse,
dass mich in solchen Schüben – auffängt.

Das gibt mir eine gewisse Sicherheit. Auch, dass ich immer besser lerne, die Krisen
alleine und ohne Klinik und ohne Suchtmittel zu bewältigen. Auch das hat mir
sehr viel Selbstvertrauen gegeben in den letzten Jahren. Ich spüre eine enorme
Veränderung, zwischen der Person, die ich mal war und der, die ich heute bin.

Ich weiß  heute, wer ich bin und ich komme mit mir klar (und das ist für einen
Borderliner eine erstaunliche Aussage 😉 ) – ich weiß, wo meine Gefahren lauern
und was  ich für mich tun und lassen sollte. ich versuche immer mehr auf
meine Gefühle und meinen Instinkt zu hören.

Und wer sich jetzt fragt, was die Bilder hier am Rand sollen? Die gehören zu mir.
Und zu all meinen Phasen.  Willkommen auf meinem neuen Blog.

outing2

Positive Gedanken – die ich die letzten Jahre angesammelt habe….

und die mir immer besser aus der Krise helfen. 🙂

Wohlgemerkt „selbstentwickelte positive Gedanken“ – ich
bin nämlich überhaupt kein Fan von dieser Reihe „Think positiv“
… ehrlich gesagt nervt es mich – mir „fremde“ Gedanken
in den Kopf zu drücken – die sich nicht von alleine
entwickelt haben.

Meine positiven Gedanken sind aus Erfahrung entstanden –
und haben sich verändert und entwickelt. Und jetzt sind
sie mein Licht – wenns wieder Dunkel wird. :-/

Die Reihenfolge ist beliebig….

1. Gedanke:
ich finde mich mittlerweile ganz okay. :yes:
DAS war ein unglaublich langer Weg. ich hab viel
über mich nachgedacht – über meine Art – meine Motivation
– meine Grundsätze – und was mich ausmacht. ich habe auch
negatives an mir schätzen gelernt … und es darf sein.

2. Gedanke:
ich komme alleine gut klar. Ich hab mein Leben im Griff.
ich werde nicht untergehen… und wenn ich falle – steh
ich immer wieder auf.

3. Gedanke:
Das Leben besteht aus ganz vielen Lektionen. Und auch,
wenn es negativ kommt – erkenne ich darin einen Sinn.
Den Sinn mich weiterzuentwickeln. zu wachsen – zu lernen.
Ich hab viel zu lernen (gehabt) – und vieles was noch
vor mir liegt.

4. Gedanke:
Zu glauben, man wird nie wieder Glücklich sein, oder einen
Partner finden … ist völliger Unsinn. 🙂 – Gehen Türen
zu – gehen immer wieder an anderer Stelle Türen auf. 🙂

5. Gedanke:
und der ist ein bisschen witzig. ^^
Man sagt sich schon mal – also jedenfalls in meinem Alter:
Ich werde nie wieder Sex haben (oder guten Sex haben)…..
auch völliger Quatsch…. aber noch ein anderer Gedanke hat
sich dazu gesellt.. und selbst wenn es so wäre: ich hab
bis zum heutigen Zeitpunkt so viel Sex gehabt – das erreichen
andere in ihrem ganzen Leben nicht. :)) Heisst: Selbst wenn
es so wäre – ich hatte mehr als manch ein anderer. ^^

6. Gedanke:
und damit hab ich mich immer sehr schwer getan…. ich hab
immer geglaubt – ich müsste einen Menschen an meiner Seite
finden… es nicht zu schaffen – und immer in unglücklichen
Beziehungen zu enden – kam mir wie versagen vor. Jetzt denke
ich öfters: Es kann sein, dass mir das gar nicht bestimmt ist. :-/
Aber wäre das so schlimm? Wenn es mir doch auf Dauer besser
geht alleine? ich bin an dem Punkt – an dem ich denk oder
glaube: Auch das wäre okay. ich kann es annehmen. Und ich
lasse diesen Traum los.

7. Gedanke:
Meine Krankheit oder meine Diagnose ist nicht nur Fluch
gewesen, denn sie hat auch ihre positiven Seiten und hat
mich dazu angehalten – sehr viel nachzudenken und auch
letztendlich zu verstehen und zu begreifen. Und zu wachsen.
Ich durfte die intensivsten Gefühle erleben. Ich war im
Himmel und in der Hölle. Und wenn ich in der Hölle war,
hab ich erleben dürfen – wie ich mich regenerierte – und
immer mehr Kraft zur Verfügung stand um mich da raus zu
reißen…. alleine (aus eigener Kraft). Das kann mir
keiner nehmen.

8. Gedanke:
meine negativen Eigenschaften – sind gar nicht so verkehrt.
ich bin zum Beispiel oberschusselig und verstreut. Wenn ich mich
angegriffen fühle – schieß ich heftig zurück – aber immer nur
dann – wenn ich auch weiß – der andere hält es aus.
Ich habe 1000 Ängste auszuhalten. Und das tue ich tagtäglich.

9. Gedanke:
ich muss nicht suchen…. ES findet mich. Egal was sein muss.
Es wird mich finden. Davon bin ich überzeugt. alles was ich
noch lernen muss – wird an der nächsten Abbiegung schon auf
mich lauern, bis ich auch das gemeistert und überstanden habe.

10. Gedanke:
Es gibt kein „Warum immer mir“ mehr. ich habe einen Lebens-
sinn für mich gefunden. Und der heißt Entwicklung. Und Weitergehen
und niemals stehen bleiben. Entscheidungen zu treffen – gute und
schlechte – aber immer „hinter mir“ zu stehen.

11. Gedanke:
Ich glaube nicht mehr, dass mich noch irgendwas zerbrechen wird.
oh – ich werde immer wieder mal zerbrechen – aber ich werd wie
in der Vergangenheit – die Teile alle wieder einsammeln – zusammen-
fügen und trotzdem noch ein Stück darauf packen. :yes:

12. Gedanke:
ich darf alles das tun, was ich mir erlaube. Ich darf faul seine…
ohne schlechtes Gewissen – ich darf überdreht sein – und reden
wie ein Wasserfall – ich darf voller Angst sein – denn sie hat
einen Grund. ich darf in mein Gefühl vertrauen…. es belügt mich
nicht – ich höre nur zu selten darauf. ich kann mir vertrauen.

13. Gedanke:
Und der ist besonders wichtig, wenn ich wieder „Todeswünsche“
habe. Dann geh ich spazieren – bin geknickt und am Ende und
sage mir: Irgendwann – wirst du genau diesen Weg wieder gehen,
und du wirst dich großartig fühlen. du musst nur warten und aus-
halten und ertragen für eine Weile – und dann wird alles wieder
anders sein. :yes:

14: Gedanke:
und der baut natürlich darauf auf: Es sind alles nur Phasen.
Das ganze Leben besteht aus einzelnen Phasen …. Alles
ist Veränderung – und wenn es schlecht ist – wird es wieder
gut – und umgekehrt – wenn es gut ist – es wird auch wieder
schlechtere Zeiten geben – aber dann muss ich die guten
Zeiten in meinem Kopf abgespeichert haben – als Reserve
und zur Erinnerung.

15. Gedanke:
ich darf „Sehen“ – so viel – was andere nicht erkennen können.
Ich kann begreifen und verstehen und wahrnehmen.
Ich bin nicht sensibel sondern sensibilisiert. Und das
ist eine Gabe – und keine Strafe.

16. Gedanke:
Ich gehe davon aus, dass wir „nur ein Leben haben“ – wir können
es vergeuden oder nutzen. Wir können wählen glücklich oder unglücklich
zu sein. Wir können jederzeit selber wählen wofür wir uns entscheiden.
Und solange wir noch Lebenszeit haben und morgens wach werden
an einem neuen Morgen – können wir die Richtung selbst-
bestimmen und ändern. NUR DAS EINE LEBEN… wollen wir
LEIDEN? Oder Glücklich sein? ODER Frei? Oder unfrei? Oder ohne Sorge?
Welchen Weg wählen wir? Gehen wir Umwege? Oder gerade
aus – oder wollen wir im Stillstand enden? Auf vieles was
uns widerfährt haben wir keinen Einfluss – aber auf den
„großen Rest“ schon.

17. Gedanke:
Meine Wünsche und Träume, meine Bedürfnisse und Gefühle –
ja und auch meine Grenzen sind wichtig. Sie dürfen nicht getreten
werden oder ignoriert oder als dauernd – nicht so wichtig bewertet
werden. Sie haben ihre Berechtigung und dürfen sein. Und ich bin
es Wert, dass man auf sie achte.

18. Gedanke:
Eigentlich bin ich ja schon ne alte Schachtel – so mit (wie alt
bin ich denn jetzt 41? ) :)) aber ich bin topfit. Fühl mich gut
– bin körperlich gesund – kann mich sehen lassen. Bin anders …
Und bin verdammt jung geblieben – manchmal ein bisschen zuviel
des guten. Aber auch das macht mich sympathisch. ^^ – ich bin
ein Mensch – den man anlächelt … ist mir erst letzte Woche
aufgefallen (und ich versteh es nicht) :crazy: – aber so ist es.
Und ich finde es schön. :yes:

Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 8

… und damit der letzte Teil aus der Reihe…

Fortsetzung von
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 1
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 2
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 3
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 4
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 5
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 6
Wie ich zu gesundem (BD)SM und dominant-devotem-Sex kam, Teil 7

Aber diese Gedanken, dass Schläge auch was mit Strafe – also auch
mit meinem im Grunde unterschwelligen Selbsthass und Bestrafungswunsch
zu tun hatten, verlor ich dabei immer mehr und dann empfand ich nur
noch LUST am Schmerz – ohne etwas krankes – einfach eine Steigerung
der Empfindung – und der Erregung – etwas zusätzliches… eine Bereicherung.
Und es macht auch ziemlich viel Spaß. :))

Und auch mein Körper machte in der Zeit neue Erfahrungen… öhm….
darauf geh ich jetzt hier nicht näher ein. 😉

Jedenfalls – kein Bestrafen mehr im Hinterkopf. Kein „ich hab es verdient“
– was damals zwar auch wohltuend war – keine Frage – aber eben immer
noch in irgendeiner Weise etwas mit meinem kaputten Selbstbild zu tun hatte.
Ich fand mich immer mehr okay. 🙂 – und ich glaube, das hat auch viel mit
dem richtigen und gesunden Finden meiner sexuellen Neigung zu tun. :yes:

Es passierte sogar an einem Tag, wo ich nur das Gefühl hatte,
er ist gerade sauer auf mich in einer Session – dass ich unterbrechen
musste, weil ich mich nicht mehr wohl fühlte. Weil mir die Tränen kamen.
Nein, so durfte das nicht mehr sein. Aber er beruhigte mich… wurde dann
sofort wieder sanfter und hörte auf und nahm mich in den Arm.

Ich hab mich so verändert in der Zeit. Und ich kann nur sagen,
dass es mir gut getan hat. Dass ich meine Sexualität heute als völlig
normal und gesund empfinde. Als besonders vertraut und innig.
Und ich liebe es – die Kontrolle total abzugeben – an jemanden,
der sie leidenschaftlich gerne übernimmt und auf mich achtet.
Und niemals eine Grenze überschreitet. Jedenfalls nicht absichtlich.
Ich nehme auch heute ganz anders SM-Schläge an, wie früher.
Früher hab ich sie noch „angespannt erwartet“ -hab nicht wirklich
loslassen können – heute lass ich völlig los, wenn ich weiß,
da kommt ein Schlag. Ich mach mich ganz offen und weich und
nehme ihn an. Kein Schutz mehr nötig durch irgendwelche Muskel-
anspannungen. Grins …. ich nehme ihn auf. Und ich genieße ihn.

Und da ist kein schlechtes Gefühl in mir. Nichts krankes mehr.
Sondern einfach ne schöne Erfahrung und eine gemeinsame geteilte
Leidenschaft und Lust. Eine Übereinstimmung und das totale Vertrauen.
„Mir passiert hier nichts, was ich nicht will“. Alles ist schön. 🙂
Ich kann das einfach nur genießen – und mich ihm hingeben.

Spuren beim S/M? Auf keinen Fall etwas dauerhaftes. Nichts,
was bleibt. Ich muss sagen, wenn wir uns länger nicht mehr
sehen, dann finde ich ne kleine Erinnerung die man sieht und
vielleicht auch noch ein paar Tage spürt – in Form von Blut-
ergüssen / blauen Flecken echt schön. :yes: – aber bitte nichts,
was bleibt.

Was für mich nicht okay ist…. ist die enorme Abhängigkeit in der
ich mich immer noch – vor allem, wenn ich liebe – befinde. Aber ich
hoffe, dass ich in ein paar Jahren, dann mal schreiben kann, wie
ich das in den Griff und auf ein gesundes Maß gebracht habe. 🙂
Und auch da – bemerke ich Fortschritte – schon jetzt.

Ich hoffe, euch hat meine Geschichte – wie ich zum gesunden
(BD)S/M kam gefallen. Da hat viel auf psychischer Ebene stattgefunden.
Durch Übergriffe und Grenzwahrung hab ich aber den Unterschied
endlich begriffen und es hat auch viel mit der eigenen Annahme
meiner Person zu tun gehabt. Und so wie es ist – darf es sein.
Ich hoffe, ich werde weiterhin das Glück haben – eine gesunde
SM-Beziehung führen zu können. Gehören ja immer zwei dazu. 🙂

Dies und Das

Der neue Job ist toll. Er gibt mir wieder richtig
Aufwind. Es ist sooo spannend zu sehen, was technisch
mittlerweile alles möglich ist. überall, wo man
hinschaut Arbeitserleichterungen. Ausgeklügelte
Kassensysteme die verknüpft sind mit Rechnungsprogrammen,
Bankprogrammen – alles automatisiert – an Druckern
angeschlossen um nach Bedarf Listen und Ãœbersichten
auszuschmeißen oder gar Rechnungen gleich an Kunden
auszugeben. Richtige kleine Computer mit den tollsten
Funktionen. Lagervorrichtungen die angeforderte Ware mit
Greifarmen auf Knopfdruck ausführen. Es ist einfach irre.
Dass ich vorher ein wenig Kassenerfahrung gesammelt habe
ist auch kein Nachteil. Allerdings war das System bei uns ja sowas
von veraltet. Wir haben noch manuell die Kasse gezählt.
Auch nicht mehr nötig. Man schmeißt einfach den Inhalt
der Kasse nach Ladenschluss in eine Maschine – und die zählt
und rechnet innerhalb von Sekunden, was eingenommen worden ist
und man kann direkt abgleichen ob Soll und Haben korrekt ist.
Die Inventur des Lagerbestandes läuft täglich über Nacht.

Was für ein Luxus. Zeigt an, was neu bestellt werden muss.
Und ob auch nichts fehlt. 🙂

Das ist zwar nicht meine Arbeit dort, aber egal, was ich da
so mitkriege … ich komm mir vor, als wäre ich in ein
neues Jahrhundert (okay das ist übertrieben) versetzt worden.
Als hätte ich mich in eine Zeitmaschine gesetzt. :p

Dass ich dort an meinem Arbeitsplatz vereinsame (das war ja
meine Befürchtung) – wird auch nicht passieren, denn ich hab
Kontakt zu allen Mitarbeitern – zwar nicht so wie vorher –
aber das kann man ja auch schlecht mit der Arbeit im Cafe
vergleichen.

Aber das tollste daran ist, dass ich gerade auch sehr lernfähig
bin. :yes: Was mir zusätzlich wieder Selbstvertrauen schenkt.
Und die Leute dort? Die mag ich auch schon. Was bisher bei
meiner beruflichen Laufbahn die erste Zeit eigentlich nicht
der Fall war. 🙄

So…. ich hab aber von Dies und Das im Betreff gesprochen…
schauen wir doch mal, was im Cafe passiert. Mich hat der Schlag
getroffen. Das neuste vom Klatsch und Tratsch…. sie haben
die beiden Chefinnen im Cafe (straf-)versetzt.

Beide sind raus. Die Mitarbeiter, die sich zwar über den Ausstieg
der einen nicht besonders betroffen fühlen, trauern aber der
anderen stark nach. Sie hat sich für das Cafe den Arsch auf-
gerissen – und auch wenn sie ne schwierige Person war, wenn
sie erst Mal die Mitarbeiter akzeptiert hat (sie war ja auch
ne Mobberin) …. dann war sie absolut loyal und super
hilfsbereit. man kann ja von ihr halten, was man will, aber
ich habe nach den Anfangsschwierigkeiten sehr gerne mit ihr
gearbeitet. Sie hat den Laden getragen…..

Personal fiel aus? Sie hat Doppelschichten geschoben Wochen
lang und sehr oft auch unbezahlt …. von morgens 5 Uhr bis
abends 8 Uhr. Der Hammer ist auch – WIE es passiert ist.
:no: …. ich hatte ja immer den Verdacht – weil sie offen-
sichtlich ne hochgradige Arbeitssüchtige war…. dass sie
irgendwann nen Arschtritt bekommt. Jetzt ist es passiert. 😦
Und jetzt ist es passiert. Es war jetzt am Wochenende.
Sie ist sogar noch den einen Tag um Drei Uhr morgens im
laden erschienen, weil eine Großbestellung belegter Brötchen
anstand. Рdas hat man sie auch noch sch̦n machen lassen.
Erst später kam die Filialleitung und hat ihr zwischen
Tür und Angel gesagt, dass sie in eine andere Filiale
versetzt ist. Das hat sie echt nicht verdient. :-/ Sie
tut mir echt leid. Muss wohl heulend den laden verlassen
haben. Die erste Chefin hat es dann gleich darauf und
weil sie frei hatte an dem Tag per Telefon mitgeteilt
bekommen. Sie (vom Typ eher aggressive Furie) – ist
mit sicherheit ausgetickt. ich kann es mir lebhaft
vorstellen. Außerdem werden die beiden getrennt. Was
ich allerdings auch für ne gute Entscheidung halte.

Mensch, was bin ich froh, dass ich nicht mehr da bin.
Mitarbeiterfreundlich sieht anders aus. Die Ex-Kolleginnen,
die ich am Wochenende getroffen habe, sind auch alle
betroffen und trauern, der einen nach. Die die immer
eingesprungen ist – auf die man sich immer verlassen
konnte.

Was bin ich froh, dass ich keinen Trieb mehr habe,
zurück zu wollen … dass ich mich im neuen Job
so gleich von Anfang an wohlfühle….

Und jetzt wieder was anders …. da krieg ich doch
heute noch ne Absage per Email – von einer Firma
bei der ich mich beworben habe, mit der Aussage,
sollte ich meine Bewerbung zurück haben wollen, bitten
sie um Zusendung eines frankierten Rückumschlags.

Ein ziemlich großes Unternehmen. Ja – ich kann mir
vorstellen, dass sie einige Bewerbungen auf ihre
Anzeige erhalten haben…. aber ich krieg so ein
kleinen Wutanfall darüber, und mir wäre wirklich
danach zurück zu schreiben, ob es wirklich so schlimm
für die Firma aussieht, dass so ein kleiner Hartz-4er
die Rücksendung übernehmen müsste. Sie dürften doch
sicher ein bisschen mehr Geld in der Kasse haben, als
ich. :##

Naja geschenkt …. trotzdem regt es mich auf.

Zumindest haben sie wieder ausreichend Bürobedarf und
brauchen sicherlich in nächster Zeit keine Hefter und
Mappen zu bestellen. >:-[

Dies und Das? Also mit dem Eintrag bin ich jetzt wahrscheinlich
JAHRE zu spät dran, aber ich krieg ja manches um mich
herum gar nicht so mit. Deshalb war es für mich ne
ganz tolle Sache – als mir mein Freund doch letztens
das erste Mal den öffentlichen Bücherschrank/die öffentliche
Telefonzelle gezeigt und erklärt hat. Also wie das funktioniert.
Aber vielleicht gibt es ja hier noch viel schlimmere Hinterwäldler
als ich….und irgendjemand von euch, kennt diese wunderbare
Einrichtung auch noch nicht. |-| … obwohl ich das ernsthaft
bezweifel. :))

Für die, die es noch nicht kennen – in mittlerweile vielen
größeren Städten gibt es sowas wie einen öffentlichen Bücherschrank.
Dort können Bürger Bücher kostenfrei mitnehmen und selber Bücher
zur Verfügung stellen. Jaaaa… ihr kennt es bestimmt alle schon… :-/
Aber ich kannte es noch nicht. 😳 …. ich muss gestehen – ich
bin sogar ein paar Mal an so ner Box vorbeigegangen und hab mich
gewundert und gefragt, warum da Bücher drin stehen. ich hab noch
nicht mal probiert, ob die Türe offen ist. Und irgendwie war unsere
Box auch nicht ausreichend und erklärend beschriftet.

Jedenfalls weiß ich jetzt wofür die Dinger gut sind :))
Und ich hab mich gleich bedient – und hab tolle Bücher mitgenommen
und jetzt geh ich mal an meinen Bücherschrank und schau
mal, was ich selbst da rein stellen kann. Das ist ja so eine
schöne idee …. die muss ich einfach unterstützen. :yes:

Und sollte irgendjemand, das noch nicht kennen
– hier gibts eine Städteliste – wo ihr gleich mal
nachschauen könnt, ob ihr auch so eine Bücherbox bei
euch vor Ort habt. Ochhhhh…. bitte sagt mir, dass zumindest
ein oder zwei davon noch nichts gehört haben – sonst schäme
ich mich in den Boden 😛

Et voila – hier die Adressen

und so, kann das aussehen. 🙂
bucherbox

Über Leid und Veränderung

Irrwege und Fehler gehören zum menschlichen Leben.
Sie wollen alle gemacht werden. Der Mensch lernt nur
durch Leid.

Leid ist demnach nicht so sehr etwas, was es unter allen
Umständen zu vermeiden gilt, sondern Leid ist im Grunde
notwendig, um die eigenen Unzulänglichkeiten besser zu
verstehen und dann auch bearbeiten zu können. Und evtl.
neue Wege einzuschlagen.

Von daher ist es wertvoll und erfüllt eine wichtige Funktion.
Er ist ein wichtiger Motor und die Motivation zu persönlicher
Entwicklung.

In einem Artikel las ich vor kurzem allerdings in dem
Zusammenhang, dass es in der heutigen Zeit Mode geworden
ist, nicht aus Leid zu lernen, sondern allein an der
„Leidensfähigkeit“ zu arbeiten und die ins unermäßliche
zu steigern. Sprich: Wir werden immer Leidensfähiger und
verändern dadurch NICHTS.. Wie viel kann man aushalten.
Geht da noch was? Wann ist der Punkt erreicht. Das ertrage
ich auch noch …..

Andere betäuben ihr Leid – sei es durch Alkohol, Drogen
oder andere Abhängigkeiten oder sie laufen davor weg und
verdrängen (hier sei die Spiel- oder Internetsucht genannt).
Ohne zu bemerken, dass dieses Verhalten letztendlich ebenfalls
zu einer Steigerung des Leids führt.

Auch andere Krankheiten, wie Depressionen oder Angststörungen
können selbstverständlich Hinweise auf tiefer liegendes Leid sein.

Veränderung macht Angst. Soviel Angst, dass Leid unendlich
lang ertragen wird – und die Wahrscheinlichkeit zu scheitern ist
riesengroß. Zu scheitern an sich selbst. Das was man kennt
und mag es auch noch so leidvoll sein – wird dem neuen Unbekannten
vorgezogen.

Wir alle sind das Produkt unserer Kindheit und der Erfahrungen, die
wir im laufe unseres Lebens machen mussten oder konnten. Aber
können wir nicht das Ergebnis zu jeder Zeit mit verändern? Jetzt
wo wir selbst Verantwortlich sind für unser Leben. Können wir
nicht etwas dazu addieren oder etwas anderes subtrahieren?

Für manche ist Leid deshalb zu einem ständigen und vertrauten
Begleiter geworden. Es fehlt die Vorstellungskraft, wie es wohl
ohne Leid sein mag. Es fehlt der Glaube daran, dass es Leben ohne
Leid überhaupt gibt.

Wir sind unendlich Leidens-fähig geworden zum Nachteil unserer
persönlichen Weiterentwicklung.

leid

Ankommen

Da ist man so viel des Weges gegangen. Und steht
mit seinen stolzen 36 Jahren wieder vor dem Nichts.
Wo hat es mich hingeführt – was hat es aus mir gemacht?
Hab ich die Fortschritte und Weiterentwicklung
geschafft, die ich mir wünschte zu erreichen?

Nichts anderes war mein Wunsch. Voranzukommen,
in den Lebensdingen, die mir wichtig schienen.
So oft hab ich mich verlaufen, so oft verrannt.

Obwohl es immer nur das eine Ziel gab…. das höchste:
Ankommen zu wollen.

Nun wirkt es so, als wäre ich niemals weiter
davon entfernt gewesen.

Aber ich will dahin. Ich weiß nicht, wie viel Leben
ich noch habe, aber das muss ich noch schaffen.


‚Cause I believe there’s a place
There’s a place where we belong.