Aufwertung durch Abwertung

etwas was ich immer wieder und irgendwo – so kommt es mir vor,
immer häufiger beobachte ist, dass Menschen, die – so würden sie sich
vermutlich selbst beschreiben – eher selbstbewusst und voller Selbstvertrauen
auftreten, dieses Selbstvertrauen auf Kosten anderer gewinnen. 

… das tun sie, indem sie andere abwerten. Sie nutzen dafür jede
erdenkliche Form des Vergleichs und jede Möglichkeit. Ich bin besser, 
klüger – ich hatte eine schlimmere Kindheit, „komm erst mal in mein Alter,
dann wirst du das auch noch erkennen“. Sie lesen natürlich auch die
besseren Zeitung – weiß der Geier, worüber sie sich definieren. Vielleicht
sind sie im Bett ne Rakete oder aber in der Küche und niemand kann
ihnen das Wasser reichen.

Sie argumentieren auf eine Art, der man nichts entgegen stellen kann.
Sie nutzen damit die Unsicherheit des anderen aus – oder eine offensichtliche
Tatsache,z.B. das Alter oder ihre Position z.B. als Vorgesetzter oder auch ihre
berufliche Qualifikation. Manche sind noch  direkter und beschimpfen
einen: Nennen dich z.B. rücksichtslos, oder  dämlich – oder geben dir an 
irgendwas direkt die Schuld.

Diese Menschen definieren sich durch das, worin sie sich besser 
fühlen/glauben …..  – Aussehen – Kenntnisse – Alter – Erfahrung – Talente – 
Besitz, – die Themen sind manigfaltig. Wie sie bei anderen ankommen
– egal  was. 

Ich frag mich dann immer, ob dieses Selbstvertrauen echt ist.

Ich denke nicht.

Ihnen geht es gut – augenscheinlich. Aber es hat für mich etwas
von „Pseudo-Selbstvertrauen“. 

Das können z.B. Menschen sein, die ihr ganzes Selbstvertrauen
aus  ihren Job ziehen. Darin sind sie gut – sie sind (so glauben sie
zumindest) besser als andere.

Und da besteht für mich der entscheidende Unterschied. Ich denke,
es ist ganz gut und spricht von einem gesunden Selbstvertrauen,
sagen zu können: Hey – da bin ich wirklich gut drin. 🙂 
oder hab ich es nötig zu sagen: Hey – ich bin besser als andere?! 
Die anderen haben ja keine Ahnung. Versteht ihr, was ich sagen will? 

Früher habe ich solche Menschen für Monster gehalten. 
Die mich für ihre Zwecke ausnutzten. Dass ich ein nicht so
gut ausgeprägtes Selbstwertgefühl hatte, nutzen sie, wie ich
fand, schamlos aus. Sie nutzen meine Schwächen aus. Sie
brachten mein hart erkämpftes Selbstvertrauen damit jedes
Mal zu Fall. Und 
das nur damit es ihnen besser geht. 

Anders sah es dann mit Menschen aus, die mich zwar in 
ihre „Aufwertung“ mit einbezogen, aber ganz offensichtlich
dafür andere abwerteten und sie erwarteten von mir,
dass ich ihnen zustimme. :-/ Schließlich hatten sie mich
ja miteinbezogen in ihre „Aufwertung“. 

Ich sehe sie heute nicht mehr als Monster. Weil es die
beste Freundin sein kann. Nehmen wir mal meine… sie liest
ja nicht mit. 😉 

Ich kenne sie schon seit Jahren. Sie hatte auch ihre Krisen
und ihre Phasen voller Unsicherheit. Jetzt hat sie einen Job.
Einen Job, durch den sie sich extrem aufwertet. Es hängt mir
schon so ein bisschen aus den Ohren raus, wenn sie von 
ihrem Job erzählt – und ich überall nur höre: Die ANDEREN
haben ja keine Ahnung – die ist ja nur Kinderpflegerin – ich bin
schließlich „ERZIEHERIN“. Und ich hab ein unglaubliches Gespür
für Kinder. Das haben die anderen nicht. Dabei würde ich manches
was sie erzählt eher kritisch hinterfragen. Ich tue es aber nicht
bzw. nicht oft. 

Ärgerlich wird es für mich an dem Punkt, wenn sie immer 
wieder behauptet: Sie könne mit meinem Hund reden. Sie hätte
da eine Gabe. *ächz* und dann muss ich für sie springen. Der Hund
hat sich an sie gewandt. Ich würde sagen, er wollte ein bisschen
Aufmerksamkeit – aber NEIN – der Hund hat ihr gesagt, dass er
dringen mal Strullen muss. Sie weiß das, denn schließlich KANN
SIE mit „Meinem“ Hund reden. Und ich verstehe meinen Hund wohl
überhaupt nicht. Und was das strullen angeht – das halte ich für
ziemlich unwahrscheinlich, weil wir gerade erst angekommen sind,
und sie auf dem  hinweg ihre Blase schon ausreichend entleert hat. :-/
Aber was weiß ich schon – schließlich kann ich NICHT mit Tieren
reden. 

Ich steh also auf und geh mit meinem Hund pinkeln, WEIL sie
es sagt. Pfffff… klar pinkelt mein Hund. Da ist ne neue Wiese,
da waren wir noch nicht, die ist noch nicht markiert – sie drückt
„EIN TRÖPFCHEN“ ab. 

Es ist für mich mühsam darüber zu diskutieren – also tue ich
es nicht mehr. 

Und was ihren Job angeht – so werde ich das auch nicht ansprechen. 
Weil es ist IHRE SÄULE geworden. DAS was ihr Selbstvertrauen stärkt. 
Ich will ihr das nicht nehmen – denke nur, WAS ist, wenn diese Säule,
ihr mal genommen wird? Dann sehe ich sie fallen und dann wird es
gefährlich… weil es nicht echt ist. :-/ Und weil eine einzelne Säule nicht
reicht. Und eine einzelne Pseudo-Säule schon gar nicht.

Schauen wir nur auf Menschen, die sich stark an ihr Äußeres klammern. 
Auch sie werden alt. Auch sie müssen sich irgendwann damit auseinander
setzen, dass sie nicht mehr so jung und frisch und knackig sind, wie sie
es vielleicht mal waren. Sie müssen irgendwann damit klar kommen, dass
das, woran sie sich so sehr geklammert haben, womit sie sich aufgewertet
haben – wo sie sich besser fühlten als andere … vergeht. 

ich glaube wahres Selbstvertrauen braucht keinen Vergleich. 
Wahres Selbstvertrauen  – ruht in uns selbst.

Wahres Selbstvertrauen geht nicht über Leichen – sondern lässt den
anderen Menschen auch den Raum – sich selbst in IHREM Selbstvertrauen
miteinander zu entfalten und aneinander und an unserer Verschiedenartigkeit
zu wachsen und gegenseitig voneinander zu lernen.  

Verdrängung

,,,,, wieder ein Auszug aus meiner heutigen Therapiestunde.
Es ist nunmal so, dass man im Laufe der Jahre nicht nur den positiven
Effekt einer Therapie mitnehmen kann – sondern es hat eben auch gewisse
– ich nenn es mal Nebenwirkungen. Ich verwende auch gerne und liebevoll
den Ausdruck „Therapieschaden“. 😉

Dazu gehört eben, dass man VIEL – SEHR VIEL von sich selbst weiß.
Und man sich sehr bewusst über die Dinge ist. Nicht unbedingt immer direkt.
Nein – aber zumindest sehr häufig dann im Nachhinein.

Was nicht IMMER gut ist. Zum Beispiel in dem Fall des Verdrängens.

Es gibt schon Mal in jedem Leben Themen und Richtungen, die man
gerne verdrängen möchte und auch tut. Meistens passiert das unbewusst.
Nicht wenn man eben schon einen „leichten Therapieschaden“ hat.

Dann kann man das nicht mehr so leicht. WEIL … man merkt sogar das.

Will heissen. Ich bin mir darüber VÖLLIG bewusst dass ich gerade einiges
verdränge, was wiederum doof ist, weil es so ein bisschen denn positiven Effekt des
Verdrängens aufhebt. :-/

Aber man kann auch nicht jetzt wieder so tun als ob – und „wegsehen“
wenn man (und ich bin ja was meine Selbstreflektionsstudien angeht –
jo auch schwer Therapiebelastet) ständig darüber stolpert.

Ich werd jetzt mal konkret – so als Beispiel.
Ich bin mir gerade völlig bewusst darüber, dass ich die Themen
-Liebe
-Sex
-Beziehung
-MÄNNER

völlig verdränge bzw. meide  und versuche noch eine Weile für
mich auszuklammern. Was auch gut so ist – ich finde das völlig okay,
sich da eine Auszeit zu nehmen,um irgendwann wieder dahin zurück
zu schauen oder eben auch nach vorne, wenn man sich gefühlsmäßig
wieder stark genug dafür fühlt..

Ganz schlimm wird es bei dem Namen meines Ex-Freundes.
Den auszusprechen bereitet mir ernsthaft körperliche Beschwerden
und verursacht Schmerzen – (kein Scherz) – oder so ein Gefühle wie:
Uoh… ich könnte kotzen. 😦

Während ich also so darüber in der Therapiestunde rede, merke ich,
dass jetzt gleich eine Stelle kommt, wo ich seinen Namen erwähnen muss
und……. ich zöger ich druckse – ich will nicht… ich nehm anlauf – hole tief
Luft und dann kommt es viel zu schnell und Hart herausgeschossen –
und mit dem Gefühl – ich hab es geschafft. Dieses ekelhafte etwas
(das Wort, der Name) ist raus.

So und jetzt bitte wieder – „können wir über was anderes reden?“ :-/

Schlimm ist auch, wenn meine Freundin mir die Frage stellt:
„Und? hast du noch was von xxxxx gehört?“ … oooooohhhh – ganz böse
Frage – will ich nichts zu sagen, möchte ich nicht drauf eingehen. Ich 
könnte schreien – ich glaube, ich tu es sogar. o_O Frag nicht.
Ich hab mir sogar schon angewöhnt – sollte es NÖTIG sein,
dass ich ihn erwähnen muss in irgendeinem Zusammenhang zu sagen:

„Der dessen Name nicht genannt werden soll“. XD

Und das ist wirklich das blöde an dieser ganzen Selbstreflektions-Sache,
dass man dadurch gar nicht mehr sooooo unbewusst verdrängen kann.

Andererseits erklärt es mir natürlich dadurch, dass ich das weiß auch meine
völlig irrationalen Reaktionen, wenn z.B. jetzt ein MANN mit mir über SEX
reden will oder auch nur über Männlein und Weiblein allgemein. Da fällt
bei mir die Klappe. Sperre. Da ist gerade ALLES blockiert. Kein Durchgang.
Verboten. Will ich nicht hin. Oh bitte nicht. 

Trotzdem hab ich da jetzt nicht großartig was an mir rum zu meckern, weil
ich wirklich denke. „ Das ist okay“ – ich nehme mir die Pause – ich brauche
die Pause – ich bin mir der Pause bewusst und sie darf sein. Und sie kann auch
von mir aus so lange dauern, wie ich halt eben brauche.. Kein Problem. Und ich freue
mich sogar darüber, dass mir das „normalerweise“ ganz gut mit dem Abschalten
gelingt. 🙂

Und dass ich dann hin und wieder etwas HARSCH und BARSCH bin, wenn
jemand meine Abgrenzungsthemen gerade überschreitet – (was schon so ein
blöder Radiosprecher sein kann, der gerade den nächsten Herz-Schmerz Song
ankündigt – und wo ich wie von der Tarantel gestochen dann aufspringe um
SOFORT entweder den Sender zu wechseln, oder lieber die Kiste ganz aus zu machen)
jo – das verzeihe ich mir im Grunde auch. Kommt zwar dann manches mal so
mein Gewissen hoch: Mensch, das war jetzt nicht so nett von dir.

Aber NETT sein – auf Teufel komm raus. – hab ich auch gleich abgeschafft.
NETT sein „schützt nicht“ – und ich brauche gerade meinen Schutzpanzer/wall.

So als Beispiel: Geh ich letztens die Straße runter und so ein Bekannter schwallt
mich gerade ohne Ende über seine aktuelle Trennung zu. Volle Kanne.
Mich überflutet gerade völlig – seine ganze in das Gespräch bepackte
„Gefühlsintensität“ – WUT – Enttäuschung – Liebeskummer, Angst,
Aggressionen….. Und ich merke echt, dass ich NICHT WILL. Ich will das
nicht hören – ich will nur dass er aufhört. Mir geht der Puls ohne Ende….. .
Ohhh…ich platz gleich. JO… und das sag ich dann :-/ bzw. irgendwann schreie
ich nur noch AUFHÖREN. … das wäre dann so ein Zeichen, dass ich zu lange
gewartet habe, damit was zu sagen. 😦

Wahrscheinlich hält er mich für unfreundlich. Muss ich mit leben. Geht.

Fazit: Läuft. Eigentlich ganz gut. 🙂

Schutzwall hochgefahren und alle Soldaten auf ihrem Posten.
UND – das Gefühl: du kommst hier nicht rein. ^^

PS: Ja und mir ist AUCH bewusst, dass es mir gelungen ist – den Namen meines
Ex-Freundes auch in diesem Beitrag völlig zu vermeiden…  😉 … der kriegt hier
noch nicht mal ein TAG oder ein Schlagwort verpasst *ätsch* 😛 – AUS – VORBEI. 

Auf der Suche nach – dem, was MEINs ist

das war das Motto der heutigen Therapiestunde.

Auf der Suche nach
-einer passenden Lebensform
-dem, was ich brauche und was ich nicht brauche
-einem Raum, in dem ich mich selbst verwirklichen kann
und mich stabil fühlen kann.

Und zwar weg von allem, was man als konventionell ansieht,
weil mir in letzter Zeit immer häufiger der Gedanke kam, dass
das vielleicht gar nicht das ist, was ICH benötige.

Normalerweise sagt man bei Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeits-
Störung, dass diese Menschen aufgrund einer „Ich-Fragment-Störung“
andere Menschen brauchen um sich zu spiegeln und wahrzunehmen.
Ohne einen gegenüber – wie z.B. den Partner fühlen sie sich deshalb
leer und lösen sich auf.

ich habe in den letzten Monaten aber eine ganz andere Empfindung
gewonnen. Das Gegenteil traf bei mir zu. So formulierte ich heute in
der Therapiestunde, mein Erleben:

In einer Beziehung löse ich mich auf. Ich verschwinde. Ich verliere mich
im anderen …. Außerhalb einer Beziehung, finde ich wieder zu mir selbst
und erobere mir meinen Raum wieder zurück. Ich bekomme wieder Struktur
und gewinne wieder an Form.

Und das bewirkt, dass ich mich besser fühle. Unabhängig von den
schwierigen Beziehungen und Partnern, die ich in den letzten Jahren hatte
(das kommt zwar noch erschwerend dazu) – sehe ich diese Problematik
grundsätzlich bei mir.

Deshalb wähle ich mittlerweile eigentlich zu allen Bekannten, Freunden,
der Familie eher einen distanzierten Kontakt. Und auch wenn ich mich
hin und wieder frage, ob das okay ist – oder nicht eine Art sozialer Rückzug ist,
kommt bei mir immer mehr das Gefühl auf… SO IST ES FÜR MICH richtig.

Ich such Kontakt in dem Rahmen, wie es mir gut tut. Ich nehme Kontakt
zu Menschen auf, die ich ganz stark selektiere darin, ob sie mir gut tun
oder nicht. In allen Kontakten bleibe ich distanziert. So wahre und schütze
ich meine Persönlichkeit.

Ihr kennt sicherlich das Gefühl, dass euch Menschen zu nahe kommen.
Man spürt es schon körperlich, wenn ein Mensch mit dir ein Gespräch
beginnt und er sich „zu dicht“ zu dir stellt. Ich finde das unerträglich –
da bricht schon jemand meine natürliche Distanzgrenze auf, ohne, dass
ich ihm das überhaupt gestattet hätte. Er missachtet meine Grenze.

Die natürliche Reaktion ist – ich trete einen Schritt zurück. Wenn er
allerdings ein Brett vor m Kopf hat – und gar nicht mitkriegt, was da
passiert, wird so ein Mensch wieder automatisch einen Schritt in deinen
Raum hinein machen.

Das sind Menschen, die brauche ich nicht. Die kann ich nicht gebrauchen.

Von daher hab ich mich dann heute noch mal nach der Therapie-
Stunde mit der Bedürfnispyramide nach Maslow beschäftigt.

maslow

Ich hab mir die einzelnen Bedürfnisse angeschaut und mich gefragt, wie
gut, habe ich sie abgedeckt. Wo fehlt etwas – wo benötige ich z.B. weniger
und wäre damit völlig zufrieden, während andere da zum Beispiel ein
höheres Bedürfnis verspüren. 

Dann – auf mein heutiges Gefühl bezogen, wurde mir bewusst, dass
ich all das, was ich versucht habe in den letzten Jahren bei anderen
zu finden, im Grunde in mir selbst gefunden habe. ICH bin es, der 
mir Sicherheit gibt. ICH schätze mich WERT, und mache mich nicht
mehr Abhängig von der Wertschätzung anderer. Ich befriedige meine
sozialen Bedürfnisse genau in dem Maß, wie ich es als angenehm
empfinde mit den Menschen, die ich mir mit Bedacht ausgesucht habe. 
Ich beende Kontakte, die mir nicht gut tun. Und ich halte und wahre
die Distanz, die ich für richtig befinde. Ich hab vertrauen in mich selbst. 

Nicht das Vertrauen, dass ich völlig kuriert bin – oder nie wieder abstürzen
würde. Das wär unrealistisch – aber das Vertrauen, dass ich mich wieder
selbst da raus ziehen werde – egal, wie lange es dauert. 

Andererseits sehe ich natürlich das riesen Defizit bei mir, dass dieser
gestärkte ICH-Zustand – wieder in sich zusammenbrechen könnte; wenn
ich wieder in einer Beziehung bin. :-/ 

Momentan reicht mir aber erst Mal, das was ich geschafft habe. 
Damit werde ich mich auseinander setzen, wenn es soweit ist. 

Und dass mein Gefühl zur Zeit richtig ist und dass ich auf einem guten
Weg bin, darin bestärkt mich noch folgernder Satz:

Die Wachstumsbedürfnisse, wie also z. B. das Streben nach Selbstverwirklichung, treten erst dann in den Vordergrund, wenn die Defizitbedürfnisse erfüllt sind. Durch sie erfolgt schließlich die Verstärkung der eigenen Individualität.

Für interessierte Leser findet ihr auf Seite 2 eine kurze Erklärung der Maslow´schen
Bedürfnispyramide

Herz oder Hirn

eine meiner neuesten Theorien ist ja: Liebe verblödet
(gibt zwar keiner zu – aber es ist weit verbreitet ) Smiley-floet

Aber da muss sich jetzt keiner persönlich angegriffen fühlen,
bleiben wir einfach bei MIR – und wenns passt – bitte schön,
dürft ihr euch das auch mitnehmen. 😛

Ich bemerke jedenfalls zunehmend (bei mir) , dass mit dem Entlieben
auch meine geistigen Fähigkeiten wieder zurück kommen. Man betrachete
alles mit einem klaren Kopf und ist wieder völlig bei Sinnen – fragt sich,
wie man manches tun konnte und lacht im Nachhinein über seine
eigene DUMMHEIT – wenn man dann endlich wieder drüber lachen
kann. Nachdem man die Monate der Selbstvorwürfe und der Zweifeln
an sich selbst überstanden hat. Wieso man nur in sowas rein geraten
konnte?!, fragt man sich. Wieso man nur auf die Idee kommen konnte,
dass es eine gute Idee ist? Man (also ich– ich rede immer mit mir in
der MAN Form) das Urteilsvermögen von einem Schaf hatte.

Kurzzeitig öhm okay… für meine Blogfreunde RELATIV
KURZZEITIG :D. *hust* – ja okay…. es war schon wieder länger. …
ist ja gut.

Jedenfalls atmet man dann auf und denkt: Jetzt ist es „wieder“
überstanden. Endlich spielt sich da oben wieder was ab.
Endlich kann man sich wieder als denkendes Wesen und nicht
völlig trieb- und gefühlsgesteuerten Zombie, wahrnehmen. 🙂

Es ist irgendwie (ja klar – ist in Ordnung bleiben wir bei MIR)
wie auf diesem Bild. Ist das Herz oben – ist das Hirm im Keller.
Und umgekehrt.


Herzhirn

Erinnert mich so ein bisschen an die Gameshow damals:
Geld oder Liebe.

Und der Moderator fragt dich, was hätten sie den gerne.
In meinem Fall „Herz oder Hirn“… und ich sag „Och jo –
so ein bisschen von Beidem bitte“.  Und der sagt:  „Nö, geht nicht.
Entscheiden Sie sich – so sind nun mal die Spielregeln.“ :-/

Ich hab gestern noch so in meinen Facebook-Account geguckt
und gesehen, dass einer meiner Dating-Freunde von Ende letzten
Jahres wieder in ner Beziehung ist. Und ich hab mich wirklich
wahnsinnig für ihn gefreut. Weil er so ein netter ist– und vermutlich
eine gute Wahl gewesen wäre. Alles hatte, wo mein Kopf sagte:
Ja, den könnte man nehmen – das ist fast „risikofrei.“

Was sagte mein Herz? Nix. :-/

Also eigentlich sagte es…. „der ist zu klein“.
(der Mann als solches. 😉 ) Klingt verdammt oberflächlich für
mein Herz – Jo. Ist auch nur eine dumme Ausreden.
Mehr nicht…. aber dann geht da eben nichts mehr. :-/

So sehr man (also ich) sich dann auch noch bemüht, in der
Hoffnung, irgendwas an Interesse zu spüren. Ein Kribbeln –
eine Form der Anziehung. *seufz* Da kommt einfach nichts.

Aber es ist ja auch beides schön. Die Phasen des Herzens und
die Phasen der Klarheit. Nur ist das eine von Bestand und ohne
Reue. Das andere kann man (also ich ) im Nachhinein nicht mehr
begreifen.

Es fehlt das Zusammenspiel. Also bei mir. 😉

Das schwierigste im Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen
zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht
mal auf freundschaftlicher Basis. (Woody Allen)

Intelligenz

Über Intelligenz – gerade bei ner Freundin
kommentiert. Und dabei festgestellt, dass ich
momentan ganz zufrieden mit mir bin. :yes:

Es gab Zeiten, da habe ich oft und viel an mir
gezweifelt – umso schöner, dass ich jetzt ein
gutes Verhältnis zu mir gewonnen habe. Und damit
meine ich nicht, dass ich mich jetzt für
„hammer intelligent“ halte, 🙄 sondern dass ich
meine Stärken habe und die auch anerkennen kann.
Zufrieden sein kann – mit dem was ist. 🙂

Und das ist es, was ich als Intelligenz empfinde und
bei ner Freundin dazu geschrieben habe

Weißt du – ich glaube, die wahre Intelligenz
– muss sich nicht beweisen, und sie erkennt die
Intelligenz anderer an. 🙂

Denn sie braucht keinen Wettstreit – keine besondere
Erwähnung und muss sich nicht über andere erheben.
Sie IST einfach.

Und sie hat auch nicht mit irgendeiner messbaren Zahl
und Größe zu tun. Intelligenz ist auch nicht nur Wissen.
Sie ist die Summe vieler Faktoren z.B. Einfühlungsvermögen,
Empathie, unsere kognitiven Fähigkeiten, Kritikfähigkeit,
Reflektionsfähigkeit, d.h. ist auch in der Lage die eigenen
Fehler zu erkennen, Ja – und ganz besonders: die Fähigkeit,
seine Meinung zu überdenken und gegebenenfalls auch zu ändern
und manchmal völlig zu revidiere. Sowie auch keine vor-
eiligen Schlüsse zu ziehen.

Und den Gedanken habe ich – weil ich so einen Menschen
kennen gelernt habe. Sehr intelligent – aber niemals
hat er dem anderen nicht zugehört, niemals das was er
dachte als absoluten FAKT angesehen, weil er so „schlau“
war zu erkennen, dass man von JEDEM Menschen im Grund
etwas lernen kann. :yes:

Und das ist auch keine Frage des Alters, denn auch die
jüngsten haben ihre „vielleicht ganz anders gearteten“
Erfahrungen wie WIR gemacht – und können einem dazu was lehren,
was man selber so noch nicht bedacht hat.

Und wer das weiß, der ist verdammt schlau.
Finde ich zumindest. :yes:

Wiederholungszwang?

Wenn einem im Leben immer wieder das selbe passiert,
wenn sich die Dinge und Situationen immer wiederholen,
dann sollte man doch endlich mal auch auf den Gedanken
kommen, den Spiegel, den man anderen vorhält auf sich
selbst zu richten. Wäre doch eigentlich die logische
Konsequenz oder?

Vielleicht erkennt man dann, dass man nicht den anderen
gespiegelt – sondern nur sein verzerrtes hässliches Bild
auf den anderen übertragen hat. Das tut weh – und erfordert
großen Mut.

Viel was uns im Leben widerfährt – lösen wir im anderen aus.
Vieles was wir glauben über Menschen zu wissen – ist nur ein
Produkt unserer fehlenden Fantasie und eines beschränkten
Horizonts und die größten Kritiker haben es leider nicht
selbst zum Künstler geschafft. ^^

Ansonsten alles schön…. :yes: Hab mich das Wochenende mit
nem Problem auf der Arbeit rumgeschlagen – also so Kopfmässig –
und jetzt ist es schon geklärt. 🙄 und ich kann bloggen…. :lalala:
So einfach gehts manchmal. Bin erleichtert. 🙂

Muss aber trotzdem noch was tun. 😛

Euch einen schönen Start in die Woche. :wave:

Kleiner – "was geht alles in meinem Kopf vor" – Roman

Die Therapie geschwänzt… Kopfschmerzen. Ach neee… das
war gestern. Egal – muss als Ausrede herhalten. Therapie-
Hausaufgabe – nur halbherzig gemacht.Brauch ich ja dann
heute nicht. Es ging um die Frage, warum ich gewisse Angebote
von Menschen gerade ablehne.

Also Treffen – Verabredungen usw. …. Kontaktaufnahmen.

ich hatte halt geäußert, dass ich momentan wieder dazu
neige – mich sehr zu isolieren. Treffen nicht einhalte
oder kurzfristig absage. Am liebsten zu hause und
alleine abhänge. Ich mach mir darüber wieder ein
bisschen Sorgen. Ich MUSS vor die Tür. Hoffe aber,
dass der Frühling und der Sommer wieder alles besser
werden lässt.

Sie meinte: Das glaub ich nicht… dass sie sich
isolieren…. So schlimm wäre es sicher nicht…. ich
sollte mir die einzelnen Menschen und Situationen genauer
anschauen….und mir darum genauer Gedanken machen, WARUM
ich gerade diese Verabredung nicht einhalten möchte.

Ich hab nicht wirklich den Eindruck, als läuft das bei
mir unterschwellig. Antworten darauf schießen mir sofort
in den Kopf.

Männer? Gehen gar nicht. ich verbinde einfach ne gewisse
Erwartungshaltung damit. Und das will ich nicht. Niemand
möchte sich platonisch mit mir treffen. Der Förster hat
mich wieder angequatscht… der versucht schon seit gut
zwei Jahren – sich mit mir zu verabreden. ich hab ihm sogar
zugesagt vor zwei Wochen – mich aber dann am Tag wieder
raus gewunden. Ein Koch hat mich angequatscht per FB. Hat
mich wirklich sehr sehr süss angesprochen. :yes: … und sehr
mutig, wie ich finde.

Hat mir einfach geschrieben, dass ihm mein Foto so gut
gefällt…. und dass er mich kennen lernen will.
Ein Foto – was heisst das schon. ich sag: ist schon älter.
Er sagt… kommt eh auf die inneren Werte an… ich sag:
Ach – und die hast du auch gleich auf dem Foto erkannt? 😛
Aber wie er mir dann weiter schrieb… kennt er mich auch
vom sehen… mir wurde schon ein bisschen anders, als er
meinte – ich weiß, wo du wohnst – wir sind quasi Nachbarn
– ich könnte dir glatt in die Fenster gucken. ich krieg
nen kleinen Schreck- und vergewissre mich erst mal, ob meine
Rolladen unten sind. 😛 aber er fährt fort und meint – er könnte,
würde da nicht ein Gebäude dazwischen liegen. Puuuuhhhh…
Erleichterung. Seh dich auch öfters…. blabla…..

Treffen? Ne – ich sag – geht nicht – weil … ist nicht.
Schlechter Zeitpunkt oder so… winde mich raus.

hab dann meinen Kumpel, als ich den – für ne Stunde im
Café getroffen habe – mal gefragt. kennst du denn? Wie ist
denn der? Er sagt – lustig – witzig – ist ein (und er sagt
das nur halb) Border….

Ich sag: Nö – oder? Wat denn? Border-Collie oder Border-Terrier.

Finde ich übrigens ein passendes Bild.
Bordercollie…. das sind die netten Border-Menschen *hihi*
Borderterrier…. unberechenbar und tu ich mir ganz sicher
nicht an. … :))

ist auch egal, was da für ne Antwort kommt… ich will eh nicht.

Ja M. – mein Kumpel – geht… für ne Stunde. Wir flaxen dann
rum und sind gerne „gesellschaftspeinlich“. 😉
Trotzdem – ich hab ihn schon ewig nicht mehr gesehen. Hätte
er mich nicht letztens mit seiner Freundin spontan besucht –
ich hätte ihn dieses Jahr noch kein einziges Mal getroffen.
Dabei war es schön. ich hab mich so gefreut, als sie bei mir
klingelten – aber es war auch ein ganz guter Zeitpunkt. 🙂
Hätte auch ungünstiger kommen können.

Mein Ex geht… der, zu dem ich letztens geflüchtet bin, als
L. kommen wollte. Mit dem kann ich es gut aushalten… ist halt
ne abgeschlossene Kiste. Keine Gefahr. Abgehakt. Und mit ihm
kann man tiefe Gespräche und auch sehr lustige Gespräche
führen.

Ende des Monats Klassentreffen… ICH WILL dahin. Aber die
letzten zwei Male hab ich abgesagt. War so scheisse drauf,
dass ich Angst hatte dort loszuflennen. :-/

Was soll ich bloss sagen? Was erzählen? Oh – ich bin sehr
unterhaltsam. ich bin witzig und lustig – und meine Geschichten
und Schwanks aus dem Leben – sind immer gut für ne Lach-Nummer.
manchmal komm ich mir vor wie ein Kabarettist, weil eben alles
in meinem Kopf und in meinem Leben so schräg ist. *seufz*

Die Leute von früher mögen mich – das weiß ich. Trotzdem
war ich immer „die Verrückte“ – die Wilde – schon damals.
Schon rein optisch – ja und eben auch… äußerlich. Anders halt.
ich war in allem Frühreif… zumindest fühlte ich mich so
und lebte es.

Während die anderen noch brav waren und noch so gar keine
Erfahrungen mit dem Leben gemacht hatten – war ich schon
in allem ein sehr negatives Vorbild. Drogen – Alkohol – Sex.
Schlägereien – Kontakt mit älteren … damals ne Bitch.
Aber sie waren natürlich neugierig – ja und ich wurde
gemocht. :-/

Meine Freundin hab ich lange nicht mehr gesehen. Das letzt
mal auf dem Weihnachtsmarkt – wo sie schon nach einem Glühwein,
sowas von daneben war, dass ich dachte – „mensch – hättest du
doch schon drei Stunden vorher mit dem saufen angefangen“ – dann
könntest du sie jetzt besser ertragen. Boah – war die daneben.
Und bei mir wirkte der Alkohol einfach nicht … obwohl ich es
versuchte – um sie mir erträglicher zu trinken. 🙄

So gehts mir in letzter Zeit öfters, wenn wir uns sehen.
Sie ist gerade beruflich auf einem Selbstwertsteigerungs-Hype.
Definiert sich wahnsinnig über ihren Job – ihr gehts gut…
und ich gönn ihr das ja auch – aber es wirkt nicht echt.

Sie glaubt, sie hat ihr Leben gemeistert, aber ich sehe…
nimmt man ihr diesen einen Baustein weg… sie wird ins
Nichts versinken. Noch redet sie sich ein, alles ist super.
doch ich sehe, dass das BAUWERK sehr zerbrechlich ist.
Sie sieht es nicht. Ich sag auch nichts… ich lasse sie.

Trotzdem gehts mir auf den Senkel. Weil ich ziemlich sicher
bin, dass sie sich irrt. Sie definiert sich soooo stark
über ihren Job… das kann nur schief gehen. :-/

Ich weiß, sie hat auch Minderwertigkeitskomplexe – und
die hat sie gerade total verbuddelt und zugeschaufelt und
schwebt auf einer Wolke – in der sie sich mit Vorliebe
über andere erhebt. Auch oft auf meine Kosten. NUR SIE hat Ahnung
und hat es geschafft. Ich widerspreche nicht. Ich bin ne
gute Freundin – wie ich finde.

Womit ich mich gerade gut fühle sind meine Haare.
Ich hab sie wieder dunkel gefärbt – weg mit dem rot-ton,
der eh schon ziemlich am rauswachsen war. Fühl mich
wieder mehr – ich selbst – nur wegen ner Haarfarbe. :crazy:
Bin jetzt wieder ein „Schwärzchen“. 🙂 So wie es sich
gehört. ^^

Was einen doch die kleinen Dinge erfreuen können.

Auf der Arbeit? ich bin unterfordert. 😦 Zwar steht jetzt
die Nebenkostenabrechnung wieder an. und darauf freue ich
mich auch – aber die restliche Arbeit – gibt mir keine
wirkliche Herausforderung. nicht so – wie damals auf dem
Amt – nicht so – wie auch im Café.

Ich kam da so gut mit Menschen aus. Ich hab es geliebt.
ich war so überrascht, wie gut ich das drauf habe. Sei es
menschlich – oder sogar auf ner Führungsebene. 🙂
ich bin aufgeblüht die Zeit. Das wird in meinem neuen Job
nicht benötigt. Es ist überflüssig. Ja – ich bin unter-
fordert. Und ich langweile mich auf der Arbeit.

Schreiben bereitet mir dafür gerade wieder Freude.
Lesen auch. Was auch eine seltsame Phase ist, denn sowas
hab ich selten. Klar Fachliteratur verschlinge ich immer,
aber normale Romane? Die nichts mit mir zu tun haben?
Das ist äußerst selten.

Und dann gibt es noch Tag X. Und dafür muss ich stark
sein. So oder so. Gerade fühle ich mich stark – aber das
ist genauso ne Täuschung, wie das, was meine Freundin sich
einredet. Nur ich weiß es. Und ich weiß, dass ich dann
MUSS. Dass es dann kein wegwischen mehr gibt – kein
schön reden. Kein Entschuldigungen finden – kein
Verständnis mehr aufbringen. Dann ist genug.

Dann reicht es.

Aber ich freu mich auf den Frühling und den Sommer.

Achja – und dann gibts noch die schrägen Vögel – die
hätte ich jetzt glatt vergessen. Ich zieh sie an… ich
kann machen was ich will. Ich hab so nen „Sozial“-Stempel
auf meiner Stirn stehen. So von wegen – hey – du bist ne
gescheiterte Existenz? ICH BIN FÜR dich da.

Sei es mein alkoholkranker Nachbar – oder irgendwelche
alten Kneipenbesucher – die ausgerechnet mir ihr Herz
ausschütten möchten. Da geh ich letztens mit dem Hund,
kommt mir wieder so einer entgegen. Hat mich ne
viertel Stunde bombardiert mit seinen Problemen in
einer WORT-SCHWALL-GESCHWINDIGKEIT, dass einem schon
so schlecht werden könnte – weil man sich völlig überfahren
oder überschwemmt fühlt. Sagt dann… hey – sollen wir
nicht mal ein Bierchen zusammen trinken gehen? Ich sag:
Nö – ich bin momentan sehr gerne zu Hause. ER sagt: Wir
müssen ja nicht rausgehen – wir können ja auch „bei mir“.

Ohhhhh – gott. im Leben nicht.

und dann legt er richtig los. Ich suche die ganze Zeit
in dem Überschwall – nen Punkt – ne freie Rede-SEKUNDE,
um den Absprung zu schaffen. Keine Chance… und ich
merke, wie ich immer gestresster werde. Seine Beziehung-
Trennungs-Probleme – blabla – von schlimmen EXen. Von
Kinderregelungen – Jugendamt – Drogen – was weiß ich.
Boaaaahhhh… ich könnte schreien.

ich sag STOPP… ich halts nicht mehr aus. Ich will
da raus. Ich sag- bitte hör auf. Ich werd schon beim Reden,
so dermaßen gestresst. Seine ganzen Probleme sauge ich
auf – wie ein Schwamm – hab keine innere Grenze…. LASS
mich einfach in Ruhe – ja?

Klingt nicht nett…. aber ich will nur noch wegrennen.

Okay – sagt er – vielleicht ein anderes mal. ich denke:
Ne – bitte nicht. Tut mir auch leid. Aber ich kann nicht.

nicht hier nicht jetzt und auch nicht in Zukunft. Niemals.

Und dann gibt es diese Menschen, die einem zu nahe kommen.
Kennt ihr das? Sie kommen so nah – dass man direkt an
Zahnpasta und -bürste denkt – und nur noch zurückweichen
möchte. Die – die kein Gefühl für die richtige Distanz haben.
ich geh einen Schritt zurück – sie machen wieder einen Schritt
auf dich zu…. ja und sie reden und reden immer weiter.
Dinge, die man nicht hören will – oder die einem Egal sind.

Und ich hab Schwierigkeiten mich abzugrenzen. Sie über-
schreiten meine äußere Distanz.

Ich muss an meinen Hund denken. Sobald ihr jemand zu nahe
kommt (ein anderer Hund) – dreht sie durch. Sie ist wie ich.
Nur ich versuche eben nicht zu beißen. Nicht gleich rot zu
sehen und auszuticken. Aber SIE ist zumindest klar.

Innerlich gehts mir wie ihr. Halte Abstand bitte… komm
mir nicht zu nah. Hast du keinen Anstand? So nah… kommt
man sich nicht. Das gehört sich nicht. :no: – WIESO ich?

Ich bin der Liebling dieser Menschen. Sie lauern mir förmlich
auf. Und ich möchte nur noch wegrennen.

Und dann war da noch dieser eine Nachbar – der immer sehr
nett war. Der – der mich damals gefragt hatte bei Stef:
Ist er noch lieb? – und ich dachte – er meint den Hund.
ich sagte: Sie ist immer lieb. 🙂 – und er meinte: Nein,
den Hund meine ich nicht.

Ich hab mich von ihm verstanden gefühlt. Er tat mir gut.
Er hat mir sogar mal Geld angeboten, als ich so knapp bei
Kasse war und so verzweifelt … ich hab es natürlich ab-
gelehnt… aber es war wie ne „Umarmung“ – ich empfand
ihn nett… bis – ja bis vor ein paar Wochen – als er mir
meinte zu erzählen, dass sein Ehe nur noch zum Schein
existiert, und er sich SEX draußen sucht. Und ich fühlte
ich belästigt. so als wollte er mich fragen: hey – wie
siehts denn bei dir aus? hast du nicht auch lust?

Auf nen viel zu alten MANN???? NEIN DANKE. Hab ich nicht.
Und schon gar nicht auf sowas. :no:

Meine Familie? Ich muss mal wieder anrufen. Ich muss.
Mein Gott – sie haben mich wirklich lieb…. sie können
mich nur nicht ertragen – wegen dem Hund – wegen dem
Rauchen. Aber zum glück gibts ja Telefon.

Aber in der Ferne – hab ich sie gerne. Sie sind immer
da. Sie verlassen mich nicht. Egal was ich tue – ob es
ihnen gefällt oder nicht. Und auch, wenn sie es mir
lauthals mitteilen müssen, wenn es ihnen wieder nicht
gefällt. Sie haben mich angenommen und sie haben akzeptiert,
dass ich eh mache, was ich will. Tut gut. hat lange gebraucht,
aber genau so brauche ich es. Genau so fühlt es sich
richtig an. 🙂

Der Teufelskreis

Ein schmerzhafter Teufelskreis
von Flucht und aufeinander zubewegen.
Ein Eiertanz von Nähe und Distanz.

Aus Warten und Harren in Liebe
Zeitdiebe – die Hinhalten mit Versprechen
und sie brechen – oder umplanen ganz spontan.

So dass Liebe kippt in Wut und Zorn – ambivalent
dann wieder aufersteht, wie der Phönix der verbrennt
und sich erneut hervortun muss.

Vom Zweifel und der Unsicherheit zerfressen.
In Abhängigkeit gehalten wie ein Tier, dass man
gefangen und nur als totes Experiment verkennt.

Weint es leise, dunkle und unsichtbare Tränen
aus enttäuschter Seele und verletztem Herz.
Einsam zurück gelassen, isoliert, domestiziert.

Die – die immer noch gerne hoffen – fast naiv
Des großen Vertrauens beraubt – gewissenlos entrissen.
In einen Abgrund aus ewiger Ohnmacht getaucht.

Verdammt, sich nur auf der Stelle zu bewegen –
im täglichem Frust. Und in gefühlter Macht- und Hilflosigkeit
dabei die eigenen Träume völlig aufgegeben.

Nichts fest – nur alles vage formuliert – nicht greifbar
in Unverbindlichkeit dahin gesäuselt und doch –
oder gerade deswegen unfähig los zu lassen.

Borderline Gefühle und Borderline Erleben – inkl. körperlicher Ursachen

Wenn mich heute einer fragt – Was ist das ? Borderline?
So versuche ich diese komplexe Störung auf einen einfachen
Nenner zu bringen.

Auf etwas was stellvertretend für die Störung steht.
Die Gefühle und die Gedanken, denn die Gefühle werden viel
intensiver wahrgenommen, als es bei Nichtbetroffenen der Fall ist.

Zu den Gefühlen gehören: Angst, Wut Verzweiflung,
Leere, Schuldgefühle, Wertlosigkeit, Hilflosigkeit
und das Gefühl der Ohnmacht und des Kontrollverlusts.

Einige Gefühle können meistens die Oberhand haben
andere sind oft nur unterschwellig da.

Dass dies für die Betroffenen großes Leid bedeutet,
kann man sich dann vielleicht vorstellen.

Rein neuro-biologisch fand man heraus, dass bei der
Borderlinestörung eine verminderte Gesamtaktivität des
serotonergen Systems besteht.

Ich verweise immer sehr gerne auf die neuesten Erkenntnisse
der Hirnforschung, weil es die Krankheit für Nichtbetroffene
greifbarer macht, zumal es immer noch und oft heißt, dass
man ja in gewisser Weise selbst verschuldet darunter leidet. :crazy.
Doch, wenn etwas körperlich erklärbar ist, ist es für die Menschen
logischer und greifbarer.

Das serotonerge System spielt eine zentrale Rolle in der Regulation
von emotionalen Prozessen. Weshalb es Borderlinern schwer fällt,
die starken Gefühle wieder auf ein erträgliches Maß zu bringen.

Serotonin ist an der Regulation der Stimmung , der Entstehung von
Angst und Aggression, der Regulation des Ess- und Sexualverhaltens und
an der Steuerung des Schlafs beteiligt. Bei der Verarbeitung von
Schmerzreizen und Stress sowie bei motorischen Aktivitäten spielt
das serotonerge System ebenfalls eine wichtige Rolle.

Dieses Wissen wird heute schon in der Behandlung durch pharmazeutischen
Einsatz bei Borderline-Patienten genutzt.

Zwar gibt es keine Medikamente gegen Borderline – aber neueste
Untersuchungen haben einen positiven Einfluss von der Gabe
sogenannter Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer gezeigt.

Durch deren andauernde Reizung der Rezeptoren reagiert der Körper
nach einer Weile mit einer Herabsetzung der Empfindsamkeit.

Zu Beginn der Einnahme ist allerdings kurzzeitig auch mit
einer Verschlimmerung der Symptome zu rechnen.

Man konnte bei Borderlinern auch nachweisen, dass das
cholinerge System empfindlicher ist und durch diese
Empfindlichkeit wird ein Mensch stimmungslabiler und emotional
empfindsamer.

Auch spielt das cholinerge System eine Rolle beim REM Schlaf.
Borderliner haben eine verminderte und stärker schwankende
REM Phase.

Aus einem Buch einer Betroffenen – nenne ich mal ein Zitat:
Eine Mimose ist Beton gegen mich.

Diese Überempfindsamkeit (ich nenne es absichtlich nicht
überempfindlichkeit) – oder Sensibilisierung (und auch hier
meide ich das Wort übersensibilität) – wird noch verstärkt
dadurch, dass Borderline aufgrund von oft traumatischen
Erfahrungen und Erlebnissen – gelernt haben Menschen zu lesen.
Sie sind immer auf der Hut und beobachten ihr Mitmenschen
unter dem Aspekt eventueller Verletzung. Sie sind Meister
in der Erkennung unterschwelliger Angriffe- lesen zwischen
den Zeilen – erkennen negative Mimik und ablehnende Haltungen
oder andere feindliche Anzeichen, die ihr gegenüber zeigt und
das muss dem Gegenüber gar nicht selbst bewusst sein.

Ein Mitbringsel aus frühester Kindheit, denn sie mussten evtl.
negative Spannungen und aggressives Potential in einer Situation
– sei es durch die Mutter oder den Vaters frühzeitig erkennen –
um sich selbst zu schützen.

Es ist sicher, dass die Grundbausteine der Borderline –
Persönlichkeitsstörung in der Kindheit gelegt werden.
Schwere Traumatisierungen, wie sexueller Missbrauch,
emotionale Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung tragen
zur Entwicklung der Störung bei bzw. machen sie den größten Teil aus.

Als besonders typisch sehen Forscher zwei Beziehungstypen der
Familien. Die chaotisch-instabilen Familien und die
vernachlässigenden und emotional missbrauchenden Familien.

Chaotisch – instabile Familien kennzeichnen sich durch
wiederholte Streitereien, Impulsive Szenarien,
Alkohol und Drogen, die Kinder müssen als Sündebock
herhalten und haben oft die Vermittlerposition zwischen den
Elternteilen.

Der andere Familientyp ist gekennzeichnet durch schwere
Vernachlässigung des Kindes, Missbrauch körperlich wie auch
emotional. Demütigend und Demoralisierend.

Es gibt aber auch Borderlineerkrankte, die aus stabilen und fürsorglichen
Familienverhältnissen stammen!

Frühkindliche Traumatisierungen schädigen das limbische
System, das die Gefühlsbearbeitung erschwert und dies führt
zu einer erhöhten Dissoziationsneigung und einer ausgeprägten
Angststruktur.

Da meistens die Täter für das Kind auch wichtige Bezugspersonen
sind und die Kinder deshalb sehr enge Beziehungen zu dem Täter
haben müssen die Kinder gut und böse stark voneinander trennen.

Noch einmal zurück zu den Ergebnissen der Hirnforschung:

Nach Heller und Van der Kolk ist der Hippocampus,
der für Gedächtnisabspeicherungen eine wichtige Rolle spielt,
bei BPS-Patienten sogar noch stärker degeneriert als die Amygdala.
Die Schäden der Borderline-Patienten sind im Übrigen identisch wie
bei Patienten mit schweren Posttraumatischen Belastungsstörungen
(Bohus, Heller, Van der Kolk). Die Defizite stören die Gefühlsverarbeitung,
intensivieren das Emotionsgedächtnis und machen Patienten
überempfindlich für Reize. Zudem wird das System durch intensive
unangenehme Gefühle (wie Scham, Ärger und Angst) weiter beeinträchtigt,
wodurch eine Abwärtsspirale entstehen kann.

Dies erklärt auch, warum es Borderlinern schwer fällt eine längere
verlässliche Beziehung einzugehen.

Dabei spielen Trigger eine große Rolle. Ein Beispiel. Durch meine
sexuellen Missbrauchserfahrungen – und es waren beide male Gruppen,
reagiere ich schon mit Hochstress, sobald ich in meiner näheren
Umgebung ähnliche Gruppenkonstellationen wahrnehme. Gruppen von
Jugendlichen mit – auch oft nur unterschwelligem Aggressionpotential.

Ein anderer Trigger: Die nahe Bezugsperson – früher die Mutter – im
heute der Partner, reagiert mit Liebesentzug in einem Konflikt. Zeigt,
ob unterschwellig oder offensichtlich aggressives und ablehnendes
Potential. Wirkt genervt, gereizt und distanziert.

Im Gedächtnis wird die Situation wieder angeschmissen – das passiert
oft, ohne dass es den Betroffenen bewusst wird. Wir kennen alle den
Ausdruck des inneren Kindes. Man sagt Borderliner auch nach, dass sie
in einer gewissen Entwicklungsstufe stehen geblieben sind. Das meint
nicht, dass wir geistig zurück geblieben sind, sondern dass wir
nicht die verfügbaren Mittel oder Ressourcen haben, sei es „weil es nicht
gelernt wurde“ oder weil unsere Hirnfunktionen, die Gefühlsverarbeitung
nicht im ausreichenden Maß bewältigen können.

Das erwachsene Selbst verschwindet – das hilflose Kind erscheint und
muss alle Anfeindung immer wieder und wieder erneut durchleben.

In Therapien wird ein besonders Augenmerk darauf gelegt solche
unbewussten Erleben – bewusst zu machen und im zweiten Schritt,
mit anderen Gedanken – der Situation entgegen zu steuern.
Beispiel: Ich bin nicht mehr hilflos der Situation ausgesetzt,
ich habe die Werkzeuge und Mittel als Erwachsener – mein verletztes
inneres Kind zu schützen.

Da Borderliner extremen Stimmungsschwankungen unterliegen,
kann es immer sein, vor allem wenn sie sich gekränkt, überfordert,
alleine gelassen oder erdrückt fühlen, dass es dann zu impulsiven
Handlungen kommt. Es kann aber auch sein, dass Borderliner mit
Rückzug reagieren. Manche reagieren auch mit extrem exzentrischem
Verhalten .

Borderliner sind extrem misstrauisch und brauchen deshalb in ihrem
Umfeld verlässliche Menschen die nicht so schnell die Flinte ins Korn
werfen, sondern wirklich dabei bleiben. Und ruhig bleiben können und
nicht (so wie es der Borderliner gelernt hat) ebenfalls mit Aggressionen
reagieren. Denn wenn alle Borderliner etwas gemeinsam haben, dann dass
sie im Laufe ihres Lebens immer wieder verlassen wurden und sie deshalb
oft die vermeintliche Bestätigung erhalten nicht liebenswert, sondern
verachtenswert und nicht gewünscht zu sein.

Für mein persönliches Erleben hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
zum einen die Welt und die Menschen als zu Anfangs und im Grunde „gut“
zu betrachten – oh – ich weiß schon, dass das nicht der Realität entspricht … 😉
aber es verhindert paranoides Gedankengut und erleichtert die Kontaktaufnahme…
zum anderen hat es sich bewährt … Menschen in zwei Kategorien einzuteilen
(jaaaa – das hat was mit Schwarz-Weiß denken zu tun – aber es hilft mir
trotzdem 😉 )…. welche da wären:

– Menschen, die mir gut gesonnen sind
– und solche, die es nicht sind.

So praktiziere ich das auch schon Jahre lang im Blog. 😉

Das heisst – gehe ich davon aus, dass mir ein Mensch nichts böses
will – kann ich auch mit evtl. mal negativer Reaktion von ihm
umgehen, sofern mein Grundgefühl bestehen bleibt: Er meint es
ja nur gut mit mir.

Erlebe ich seine Art als feindlich – spüre ich angreifendes
Potential – schützt er mich nicht im ausreichenden Maße,
merke ich, dass dieser Mensch mir etwas negatives will,
reagiere ich entsprechend mit Aggression oder Rückzug – um ihn
von mir fern zu halten. Um mich zu schützen. Wobei ich
IHN damit auch in gewisser Weise schütze. ;D

Fühle ich mich jedoch andauernd angegriffen oder verletzt mich
ein Mensch – oder weist mir keinen Wert zu – und diese Gefahr
besteht vor allem in Beziehungen – kippt die Einschätzung ….
Dann wird der Mensch an meiner Seite zum Feind. Hier greift
natürlich auch die Projektion, denn im Grunde bin ich mir
selbst der größte Feind. Mein Gegenüber bestätigt mich nur.

Die Beziehung und das Verhältnis zu ihm wird instabil, die Beziehung
zu mir selbst kippt, weil man sich nur den Wert entgegen bringt,
den der Partner einem wiederspiegelt. Und das bedeutet Zweifel
an der eigenen Existenzberechtigung. Die Emotionen geraten außer
Kontrolle. Weshalb man oft das Gefühl hat, es geht hier wirklich
um das nackte Überleben.

Dummerweise suchen sich solche Menschen immer wieder Partner,
die alte Wunden wieder aufreißen. Sie wollen die Situation damit
für sich verändern zum positiven. Wollen im Grunde Erlebtes im Jetzt
und Hier verändern und neue bessere Erfahrungen machen,
dabei wiederholen sie nur das alte Trauma. Sie werden verlassen –
verletzt – angegriffen und schlecht behandelt.

Ja – und sie fordern es heraus – was sie ebenfalls nicht zu den
„besseren Partnern“ macht, denn sie fordern unablässig:
„lieb mich – obwohl ich so bin, wie ich bin“. Lieb mich vor
allem dann, wenn ich es nicht verdiene. Schütze mich – sei
loyal – steh zu mir – lass mich dir vertrauen können, in einer
Welt, in der man niemandem vertrauen kann – geh behutsam mit mir um.
Verletz mich bitte nicht noch mehr. Verzeih mir, wenn ich mir
nicht anders zu helfen weiß, als aggressiv zu werden.

Wenn Hunde in die Enge getrieben werden, beissen Sie.

Ich beisse auch nur, weil ich tief verletzt bin oder mich
tief verletzt fühle.

Es gibt leider wenig zu lesen von therapierten Borderlinern.
Ich sehe mich als einen solchen, wobei ich mir bewusst bin,
dass das nichts konstantes und gefestigtes ist. Man hat im
Grunde nur gelernt mit Stess-Situationen so umzugehen, dass
man sich selbst und anderen weniger schadet. Hat die Symptome
minimiert und achtet besser auf sich selbst – seine Gefühle
und sein Denken. Die Druckgefühle erlebe ich aber immer
noch als extreme.

… manchmal bleibt mir nichts anderes übrig, als mich in
so einer Situation von Hochstress – nur hinzulegen und
darauf zu warten, dass es irgendwann nachlässt. Entspannungs-
übungen funktionieren nicht. Nichts tun – heisst es dann.
Nicht trinken – nicht um sich schlagen, nichts selbstschädigendes
tun – nur aushalten….. schlafen wäre schön. Der Schlaf ist
Erlösung.. Nichts spüren für kurze Zeit. Gelingt natürlich nicht
so einfach – aber irgendwann wird er kommen, denn so eine Art
Stress auszuhalten – macht auch extrem müde.

So wie man sich vielleicht noch vor Jahren den Tod
gewünscht hat, der allem schlimmen Erleben ein Ende macht.

Welche Hilfen sich Betroffene da im Laufe der Jahre an-
geeignet haben, sind verschieden und individuell. Man
spricht oft von Skills. Viele haben mit Schmerz zu tun
oder damit extreme Reize umzuleiten. Es gibt jedenfalls
kein Patentrezept.

Wir probieren lebenslänglich solche Situationen zu meistern.

Ja – und es wird besser werden. 🙂

Wir probieren gewisse Lebens- und Lösungswege aus. Eben am
besten unter psychologischer Anleitung. Sehen, was zu uns
passt – was uns hilft und uns stabilisiert und was uns
destabilisiert.

Wir müssen jede Menge lernen und nachholen und viele Fehler
machen. Manchmal auch immer wieder die selben, weil wir uns
immer wieder ein anderes Ergebnis erhoffen und dann doch
feststellen müssen, dass es auf diesem Wege nicht gelingt.

Für mich selbst hab ich einiges verbessert. Und meine
größte Angst – und das ist auch die „realistischste und die
gefährlichste“ ist, der Zustand erneuter „Destabilisierung“.

Das darf ich nicht zulassen. Nicht durch mich selbst und
schon gar nicht durch andere. Und erst recht nicht durch den
Menschen, der sich „mein Partner“ nennt.

Ich muss hier mal einen Cut machen, weil ich komme hier
gerade auf einen ziemlich üblen Streifen …

Was ist eigentlich normal/gesund und was ist krank?

Wer gibt vor – was „krankhaftes“ ist? Was also nonkonform
mit der Norm ist. Früher waren es die Homosexuellen – oder
die, die nicht den üblichen Weg von Familie – Kinder etc.
eingeschlagen haben. Heute darf man sich darin schon
„normal“ nennen – sagt die Gesellschaft.

Was aber, wenn die Gesellschaft krank ist? Und die Kranken
– im Grunde die Gesunden sind?

Ich hab vor Jahren mal einen Ausspruch gelesen – indem es hieß,
dass Borderliner die Mahner der Menschheit sind. Dass sie
die Schwächen und Fehler der Gesellschaft wiederspiegeln.

Und da sehe ich Hass, Intoleranz, Vorurteile, Egozentrik,
soziale Verrohung – Lieblosigkeit – der Hunger nach Macht
und Ansehen, und all das wird mittlerweile als „normal“ angesehen.
Durchsetzungsvermögen ist gefragt… keine Schwächen zeigen.
(dabei hat doch gerade das was von psychopathie oder soziophatie)

ist nicht der Mensch, der all diese Defizite und Gefängnisse
spürt und sieht – viel gesünder, als die anderen? Die zwar
stabiler sind – einfach weil sie weniger fühlen? – die eben
nicht leiden – aber in gewisser Weise auch blind und gefangen
sind? Ist es das – wo man hinkommen sollte?

und wenn man genau hinschaut – sieht man „deren“ Kindheits-
Traumen ganz deutlich … nur sie selbst spüren sie nicht.
Andere kriegen sie dafür zu spüren…

Man sieht auch ihre Mechanismen von Überheblichkeit und
Arroganz – mit Wertung über andere – um sich selbst besser
zu fühlen oder die, die sich über Leistung definieren.
Alles ist dabei erlaubt. Auf Kosten anderer.

Gehört also ne gewisse „Unreflektiertheit“ und Härte dazu,
um sich besser zu fühlen????? Die meisten dieser normalen kenne
sich selber nicht. Wahrscheinlich ist das auch ihr Schutz.

Wir „kranken“ sind gezwungen hinzuschauen. Doch je mehr
ich sehe – umso gesünder komme ich mir vor.

Für mich unverständlich ist da aber, wie sie, wenn
sie selbst mal solche Krisen erlebt und erfahren haben,
vergessen haben….. einfach alles. Ihr Einfühlungsvermögen
verloren haben. Und zu keiner Empathie mehr fähig sind.

Aber für sie funktioniert es.

Sie sind die Gesunden und Normalen. Ich glaube, und wenn
es das wirklich sein sollte, ich möchte nicht „so“ gesund
sein.

Bzw kommt mir der Gedanke, dass wir Verrückten und Kranken
– die Gesunden sind. Weil wir mehr fühlen, sehen und denken.
Weil wir gezwungen sind hinzuschauen und zu lernen.
Und uns zu entwickeln. Für uns „kranke“ ist Stillstand – Tod.

Der Gesunde Mensch „darf“ stehen bleiben. |-|
Es geht ihm ja „nicht schlecht“ – aber mehr ist das auch nicht.

und dabei sind wir „Verrückten“ so mutig, uns selber anzuschauen.
Uns nicht selbst zu belügen – naja – manchmal tun wir´s schon. 😉

Und manchmal empfinde ich Mitleid – für die angeblich gesunden….
denn sie sind nicht frei – sie sind die – die funktionieren müssen
in ihrem System und dem, was ihnen die Gesellschaft aufzwingt, damit
sie weiterhin „normal“ sind.

Der Rahmen ist vorgegeben – und nur in diesem können sie sich
bewegen. Von Entfaltung kann da keine Rede sein.

Wir anderen haben noch Träume, Ziele und Wünsche … von einem
besseren Leben. Ja vielleicht weil wir so weit davon entfernt sind.
Aber da möchten wir hin … zu etwas besserem und höherem.

Ich fühle mich gerade so gesund, wie schon lange nicht mehr.

Niemand zwingt mich zu etwas oder gibt mir etwas vor, denn meine
Psyche sagt: „das will ich nicht und das kann ich nicht leben“.
Sie sagt mir, dass ich mich nicht mit „Nichts“ zufrieden geben kann
oder mit ein paar Krümeln.

ich habe immer behauptet: „ich will doch nur was „stink-normales“.

Schaut man sich um – ist das nicht das, was meiner Vorstellung
nahe kommt. Denn in meinen Kopf – war gesund bzw. normal; um es mit ein
paar Wörtern zu definieren: Liebe, Vertrauen, Respekt, Loyalität,
Zugehörigkeit, Nähe und soziale Ausrichtung.

Und das ist in unserer Gesellschaft nicht mehr Normal.
Normal ist Täuschung, Lüge und Zwang in das System.

Negativismus und Misanthropie. Nach außen den Schein wahren.
Mit Egoismus, Narzismus und Ellbogen.

so scheint der Psychopath gesünder und besser in unsere
Gesellschaft zu passen, wie die Gegenstücke Mensch… die,
die auf der anderen Seite leben müssen.

Dabei wären wir Verrückten, Leidenden und Kranken im Grunde
die Rettung des Systems. Die – die sie gesünder machen könnte.

Denn wir sind echt.