Defragmentierung läuft

kommt mir so in den Sinn…. wenn man darüber nachdenkt,
dass Borderliner nur aus Ich-Fragmenten bestehen? Was nichts
darüber aussagt, dass sie NICHTS sind – es ist einfach nur
irgendwie zerschossen. Die Teile haben keine Verbindung zueinander.

Das ICH als Kontrollinstanz ist brüchig – eben zerstreut.
Deshalb sind die anderen Anteile in Ihnen so stark und übermächtig.
Brechen hervor – ungebremst – können schwer gezügelt werden.
Es fehlt an Stabilität zwischen den einzelnen Bausteinen.
Weil es an Verknüpfungen und Verbindungen fehlt. Das macht
sie sehr anfällig und labil.

Es gibt Menschen die behaupten – Borderliner sind LEER.

Das ist nicht richtig. Wir fühlen uns schon mal leer. Aber wir
sind es nicht. Wir sind sogar gerade durch unsere Gefühls-Palette
bunt und farbig. Durch die verschiedenen Stimmungen – vollständig
auf eine chaotische Weise… wohl war….doch bringen wir Ordnung
in die vorhandenen Fragmente … fügen Fragment für Fragment zusammen,
ordnen jene die zusammen gehören – stellen durch andere Erfahrungen
Verbindungen – wie Synapsen im Gehirn – die sich wieder bilden – oft in
späteren Jahren durch neue Erfahrung – her …., werden wir stabiler
und können mit zunehmendem Alter „gesünder“ werden – gesünder wirken,
gesünder sein.

Ich sass diese Woche in der Therapiestunde und diskutierte mit
meiner Ärztin über „das Ich“ – und das „Nichts-sein“. Oder das
„Monster-Sein“.

Speziell über diesen Beitrag eines „verletzten“ Ex-Partners
einer Borderlinerin und seinen Behauptungen, wie fürchterlich
wir doch alle sind. :crazy: … der neue Artikel ist auch klasse….
da sagt er: Borderliner sollten sich als Paar zusammentun,
damit sie keinen anderen schädigen. Hallo??? Gehts noch???? |-|
Denkt mal jemand darüber nach, dass die Welt zuallererst
mal UNS geschadet hat? Und das es völlig natürlich ist,
jetzt auf der Hut und Achtsam und extrem auf Selbstschutz
ausgelegt zu sein?

ich glaube, dass meine Ex-Partner sehr viel in der Beziehung
mit mir mitgenommen und gewonnen haben… genauso wie ich von
Ihnen lernen konnte. Aus beidem – den guten und den schlechten
Erfahrungen.

Jedenfalls meinte meine Therapeutin: „Jedes Mal, wenn sie sagen –
ich will das nicht mehr – dann sind das SIE – kein anderer. Sie
wissen was sie wollen und auch wer sie sind“ … ich nickte.

„ich erlebe sie klarer und zusammenhängender – und lebendiger.“
fügte sie noch hinzu.

Ich weiß… sagte ich. 🙂 … und darauf war ich ein bisschen
stolz. Ich BIN jemand – selbständig und ohne Spiegel und ohne
einen Gegenüber. Ich hab mich defragmentiert – bzw bin dabei.
Mag sein – vielleicht ist der Vorgang erst zu 50% abgeschlossene
– aber es läuft…..

und jeder der versucht – diese noch nicht verheilten neuen
Narben – die durch Vernetzung entstanden sind – wieder zu
zerschießen, der wird rigoros abgewehrt.

Das mag man dann als schlechte Erfahrung mit mir verbuchen.
Aber hat seine Berechtigung.

Kennt ihr die Geschichte von Hans mein Igel? Heinz Peter Röhr
hat dieses Märchen auseinander genommen und analysiert und
auf die Borderline Problematik übertragen. Beginnend mit
dem Mensch in Igelhaut, der andere, die ihm zu Nahe kamen
verletzte, der erst ganz zum Schluß, als er sich unter
bestimmten Menschen, bei denen er sich sicher fühlte,
seine Igelhaut abstreifte – und darunter ganz nackt und bloss,
und durchlässig und sehr verletzlich war. Die Menschen um
ihn herum haben ihn dann so lange verarztet und gesalbt und
versorgt, bis sein Haut Nachwuchs und er wieder geschützter
aber nicht mehr stachelig sein musste. 🙂

Buchtipp:
Wege aus dem Chaos: Das Hans-mein-Igel-Syndrom oder die
Borderline-Störung verstehen

Ich hab mir die letzte Zeit sehr viele Gedanken gemacht,
was ich alles lernen musste, was ich alles ablegen und
verändern musste an mir – und manches was immer noch
nicht abgeschlossen ist und läuft. Und welche Erfahrungen und
Lektionen da auf mich warteten. Und welche mir noch bevor stehen.
Aber wenn ich mir diese Maße an Arbeit darin betrachte – und
sehe, was ich geschafft habe, dann fühl ich mich gut 🙂

ich hab mich verändert… wie sehr – das kann vermutlich nur
ich begreifen. Und es ist großartig und fantastisch . Und
ich bin noch nicht fertig. Die Defragmentierung läuft – und
mein Prozessor ist langsam und rödelt schonmal rum und hin und
wieder bleibt er hängen – und dann muss vielleicht eine Datei
gelöscht oder eine andere wiederhergestellt werden. *grins*

Aber es ist im Prozess. 50% abgeschlossen ……

defragmentierung

Damit lässt sich schon mal arbeiten. ich gewinne zusehends
mehr Kontrolle über mein eigenes Leben und über mich selbst,
und übernehme die Verantwortung dafür.

Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 5) – Hier Die Wichtigkeit des Schlafs

Fortsetzung von:
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 1)
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 2)
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 3) – Hier Das Stressmanagement
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 4) – Hier Das Stressmanagement

Letzter Teil aus der Reihe….

Die Wichtigkeit des Schlafs
(von Mathias Seibt)

Fehlender Schlaf und Ver-rücktheit (psychiatrische Psychose, Krise etc) gehören
zusammen wie Wolken und Regen. Diese Regel gilt für 90 bis 95 % aller Menschen,
die Zustände der Ver-rücktheit kennen.

So wie ohne Wolken kein Regen möglich ist, ist für diese Menschen,
ohne Schlafverlust kein Ver-rücken (und damit kine Ver-rücktheit) möglich.

Wie kommt es nun zu dieser Schlaflosigkeit?
Es sind Gedanken, die nicht zur Ruhe kommen und damit auch uns
nicht zur Ruhe kommen lassen. Diese Gedanken beziehen sich in der
Regel auf ganz alltägliche Lebenssituationen oder – Ereignisse.
Einsamkeit, Partnerschaftsprobleme, Schulden, Arbeits- oder
Prüfungsstress können uns dermaßen beschäftigen, dass die Gedanken
daran unseren Schlaf rauben.

Handelt es sich um eine besondere Art der Schlaflosigkeit?
Ja. Die normale Schlaflosigkeit geht mit Müdigkeit und Zerschlagenheit
einher, man wünscht sich nichts sehnlicher als endlich wieder (wie
sonst) schlafen zu können. Die zum Ver-rücken gehörende Schlaf-
losigkeit führt in einen Hellwach-Zustand. Dieser Hellwach-
Zustand ist angenehm, der fehlende oder stark verkürzte Schlaf
wird nicht als Mangel empfunden.

Man hat neue Gedanken, verfügt über ungewöhnlich viel Energie,
ist in der Lage Probleme in Angriff zu nehmen, an die man sich
bislang nicht herangetraut hat.

Diese positiven Aspekte des Hellwachseins machen es vielen
Menschen schwer, die Gefahr einer beginnenden Ver-rücktheit
zu erkennen. Insbesondere, wenn dieser Hellwach-Zustand im
Anschluss an eine Niedergeschlagenheit (Depression) entsteht,
werden die möglichen Nachteile dieses Zustands unterschätzt.

Wie lange dauert der Übergang vom Hellwach-Zustand in die
Ver-rücktheit?

Das dauert unterschiedlich lang. Wichtiger Aspekt hierbei ist
die Dauer des verbliebenen Schlafs. Zwei Stunden sind gefährlicher
als vier Stunden.

Wie wichtig ist Schlaf?
Atmen, trinken, schlafen, essen sind unsere Grundbedürfnisse.
Schlafen und trinken sind von ähnlicher Wichtigkeit. Nach
sieben bis neun Tagen Verzicht auf eines dieser beiden
Grundbedürfnisse wird es bei mitteleuropäischem Klima für
einen gesunden jungen Menschen spätestens lebensgefährlich.

Die uns im Hellwach-Zustand beschäftigenden Gedanke können
uns derart von unseren Grundbedürfnissen ablenken, dass wir
nicht mehr (kaum noch) essen. Der zusätzliche Nahrungs-
entzug verstärkt dann wiederum unsere Aufgedrehtheit oder
Überdrehtheit. Manche Menschen vergessen sogar das Trinken.

Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 4) – hier Das Stressmanagement

Fortsetzung von:
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 1)
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 2)
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 3) – Hier Das Stressmanagement

Wie kündigt sich eine Krise (Psychose, Zusammenbruch etc.) an?
Welche Fähigkeiten braucht man um eine Krise so früh wie möglich wahrzunehmen?
Gelassene Wachsamkeit und Achtsamkeit helfen sich selbst zu beobachten und
wahrzunehmen an welchem Punkt man steht. Da muss man ehrlich mit sich
selber sein.

Beispiele der wichtigsten möglichen Frühwarnzeichen:
– starke Gefühle
– Schlafstörungen
– fehlendes Hunger- oder Durstgefühl
– Unruhe
– Suizidgedanken
– starke Reizbarkeit
– schlechtere oder sehr verstärkte Körperwahrnehmung
– Überforderung durch alltägliche Anforderungen
– Kreisen von Gedanken
– Aktionismus und Getriebenheit
– Angstgefühle
– vollständiger sozialer Rückzuck
– Depressionen
– Geräuschempfindlichkeit

Jeder sollte bei seinem Krisenplan seine individuellen Frühwarnzeichen
erforschen.

Was ist jetzt zu tun?
– Stressfaktoren auf ein Minimum reduzieren und sich ausruhen
– die Medikamente ggf. etwas erhöhen oder das Bedarfsmedikament
in ausreichender Dosierung nehmen
– Menschen informieren, die einem zur Seite stehen, die einen
gut kennen und nicht nervös werden und sich nicht selbst zurückziehen
– wenn keine Besserung eintritt seinen Arzt aufsuchen oder sich an
einen Krisendienst wenden
– wenn man Zweifel hat, ob man es alleine zu Hause schafft, sollte
man freiwillig in die Klinik gehen, möglichst in Begleitung einer
vertrauten Person.

Es sind ja nur Gedanken, die zu einer Krise führen. Gedanken kann
man lernen zu steuern und abzubrechen, bevor sie einen ganz von
der Realität entfernen. Das kann und sollte man üben. Indem man
sich auf seinen Körper konzentriert, und sich durch Atembeobachtungen
bewusst entspannt, können Gedanken abgeschaltet werden.

Übung: ich atme ein – ich bin daheim – ich atme aus – ich bin zuhaus.

Zum Umgang mit diesem Konzept:

Selbststabilisierung hängt von sehr vielen individuellen Faktoren ab,
die sich auch gegenseitig beeinflussen können. Es sollten immer nur
einzelne Punkte verändert werden. Um danach zu spüren, wie es einem
dabei geht. Es kommt darauf an, das richtie Maß für sich zu finden,
und sich kleine Ziele zu setzen, die auch erreicht werden können.
Auf keinen Fall sollte man schlagartig sein gesamtes Leben umkrempeln.
Es ist wichtig, sich nicht selbst in die Tasche zu lügen, auch sollte
man sich nicht in Selbstmitleid, Groll und Resignation flüchten.

Als erstes mache ich mir Gedanken über eine gute Krisenvorsorge
(Krisenabsprachen – was tut mir in der Krise gut, vornehmen, aber wann
ich Arzt/Ärztin aufsuche etc.) Diese Gedanken halte ich auf einem
Krisenplan fest. Eine Behandlungsvereinbarung und/oder eine Vor-
ausverfügung (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Bochumer
Willenserklärung, Psychiatrisches Testament) geben eine zusätzliche
rechtliche Sicherheit.

Danach überlege ich mir, welche Umstände in meinem Leben zu meiner
Krise geführt haben können, ob diese Umstände noch bestehen und ob
ich sie verändern kann. Alle Veränderungen gehe ich vorsichtig und
mit Bedacht an.

Wer dieses Konzept verstanden und verinnerlicht hat, lernt
sich und seine Grenzen viel besser kennen und wird sich mit
der nächsten Zeit stabilisieren. Wenn eine Stabilisierung eingetreten
ist, können die Medikamente langsam reduziert oder variabel
genommen werden (Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und in Absprache
mit dem Arzt ist vorausgesetzt). Viele werden irgendwann die
Medikamente ganz absetzen können und nur noch im Bedarfsfall
nehmen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Krise wird geringer
werden, weil man sie früher bemerkt und gelernt hat gegenzu-
steuern. Falls es trotzdem noch einmal dazu kommen sollte:
Nicht den Mut und die Hoffnung verlieren, sondern daraus
lernen und überlegen, was man noch besser/anders machen kann.

Auf Seite 2 – findet ihr so einen persönlichen Krisenplan

Fortsetzung:
Zu Teil 5

Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 3) – hier: Das Stressmanagement

Fortsetzung zu

Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 1)
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 2)

Das Stressmanagement:

Was ist Stress? Sehr hohe seelische und körperliche Belastung,
die zu Krankheiten führen kann. Viele haben bei einer Psychose
das Gefühl, es passiert etwas mit ihnen, aber im Vorfeld haben sie
sich zu viel Stress zugemutet oder es ist ihnen zuviel zugemutet
worden.

Nach dem Verletzlichkeits-Stress-Bewältigungsmodell sind psychose-
oder krisenerfahrene Menschen besonders verletzlich, sensibel,
dünnhäutig und anfällig für Stress. Grundsätzlich kann jeder Mensch
bei hohen seelischen Belastungen eine Psychose bekommen. Belastungen
verschiedener Art können Stress auslösen und einen verletzlichen
Menschen in den Grenzbereich zu einer akuten Psychose führen.
Dabei kann es sich um plötzliche schwere Belastungen oder eine
Aneinanderreihung kleinerer, sogar alltäglicher Anforderungen
handeln. Andererseits hat Stress in eihnem Maße, das einen nicht
überfordert eine positive Wirkung. Zu viel positiver Stress in
verbindung mit einer Überaktivität, kann aber auch destabilisieren.

Um eine erneute Krise zu verhindern, muss man den Stress, d. h.
die Belastungen, die man sich zumutet, managen.

Woran merke ich, wenn ich an eine momentane persönliche Belastungs-
grenze komme?

Wenn ich die ersten Anzeichen für Stress spüre, das kann z.B.sein
– man fühlt sich schlapp und/oder nervös
– man kann sich nicht mehr richtig entspannen
– man kann Gedanken schlecht abschalten
– Kopf-, Magen- und Rückenschmerzen
– erste Schlafstörungen (z.B. in der Nacht aufwachen, sofort
hellwach sein und Gedanken sind ganz präsent)
– Gereiztheit
– man kann sich auf bestimmte Sachen/ auf anderes nicht mehr
konzentrieren (z.B. ein Buch lesen)

Was ist dann zu tun?
Sofortiger Stressabbau
– ich schalte einige Belastungsfaktoren aus,
d.h. Dinge, die ich mir vorgenommen habe, streiche oder
verschiebe ich.
– ich versuche mich bewusst zu entspannen, mache Dinge
die mir Freude machen und mich auf andere Gedanken bringen.
(z.B. Freunde treffen, Waldspaziergang)
– Ich lasse mich vorbeugend für ein paar Tage krank schreiben

Mit der Zeit lerne ich meine Belastungsgrenzen kennen.
Ich nehme mir vor, nicht mehr als bis zu 75 % meiner
Belastungsfähigkeit auszunutzen. so habe ich eine Reserve
für unvorhergesehene Ereignisse.

Was können Belastungsfaktoren sein?

– Arbeitslosigkeit
– Mobbing
– Beziehungsprobleme
– Trennung
– Tod nahestehender Personen
– Nebenwirkung von Medikamenten
– Überforderung am Arbeitsplagtz
– Geldprobleme
– Verliebtheit
– ständige Unzufriedenheit
– Stress, den man sich überflüssigerweise selber
verursacht.
– Konflikte oder Streit mit Angehörigen, Freunden, Kollegen
oder dem Partner

ABER: Unterforderung, Langeweile und Einsamkeit, die zur ver-
meintlichen Sinnlosigkeit des Lebens führen können, sind oft
unterschätzte Stressfaktoren.

Fortsetzung:
Zu Teil 4
(inkl. Persönlichem Krisenplan)

Zu Teil 5

Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung (Teil 2)

Fortsetzung von:
Selbsthilfekonzept zur Selbststabilisierung / Teil 1

Das nachfolgende Konzept ist eine Ergänzung zu dem Selbsthilfepapier
Tips und Tricks um VER-RÜCKTHEITEN zu steuern des Bundesverbands
Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Teil 2

c) medizinische Aspekte:

– sich einer Selbsthilfegruppe anschließen – (auch ein sozialer Aspekt)
– einen Arzt/eine Ärztin suchen, der/die umfassend aufgeklärt, der/ die
sich Zeit für Gespräche nimmt, einem Eigenverantwortung zugesteht, zu
Verhandlungen bereit ist und eine partnerschaftlichen/selbstbestimmten
Umgang ermöglicht
– zur Unterstützung ggf. eine vertraute und psychiatrieerfahrene Person
mitnehmen.

Umgang mit Medikamenten

Mit den Medikamenten sollte man besonders verantwortlich umgehen, gut
informiert, selbstbestimmt und sehr vorsichtig umgehen.
Wer noch darauf angewiesen ist, sollte sie regelmäßig nehmen und nicht
vergessen. Bei einer Verbesserung des Befindens bzw. beim Einsetzen
einer Stabilisierung mit Art/Ärztin über eine Reduzierung reden/ver-
handeln, aber nicht eigenmächtig die Medikamente absetzen/verändern.
(Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit).

Unüberlegtes, unsachgemäßes absetzen/reduzieren kann einen wieder in
eine Krise steuern.

Es gelten die Grundsätze:
1. Medikamente können nicht heilen, nicht die Ursachen bekämpfen/
beseitigen, sondern nur Symptome lindern.
2. So wenig wie möglich/ nur so viel wie nötig.
3. Wirkung/Nebenwirkung und mögliche Spätschäden sollte man kennen

Eine ausführliche, kompetente Beratung leistet die Psychopharmaka-
Beratung des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V.

– mit einem Arzt/einer Ärztin und / oder Therapeut/in auch über
Psychose(Kirsen)-Inhalte reden und diese aufarbeiten z.B. Verfolgungs-
gedanken.
– mit seinem Arzt/seiner Ärztin einen Krisenplan absprechen bzw. aus-
arbeiten
– den Kontakt zum Arzt/Ärztin aufrecht erhalten, auch wenn es einem
gut geht
– mit der Klinik eine Behandlungsvereinbarung abschließen
– sich informieren (z.B. Bücher, Internet, Gespräche, Psycholog. Seminare)

d.) die sozialen Aspekte

Auf dem Weg zur Selbststabilisierung ist es für das seelische Gleich-
gewicht sehr wichtig, dafür zu sorgen, dass das zwischenmenschliche
Klima einigermaßen stimmt. (Angehörige, Partner, Freunde und Selbst-
hilfegruppe). Da wo es nicht möglich ist, geht man diesen Menschen
besser aus dem Weg.

– mit seinen Angehörigen/Freunden einen Krisenplan absprechen
– ein persönliches institutionsunabhängiges Krisennetz schaffen
(Angehörige, Partner, Freunde, Selbsthilfegruppe)
– für ausreichende menschliche Kontakte sorgen, sich nicht isolieren.
– Kontakt zu Menschen auch außerhalb der Selbsthilfegruppe und vom
Psychiatrieumfeld pflegen.
-seelische Krisen, die man hatte, nicht verdrängen, sondern versuchen,
zu verarbeiten.
– dafür sorgen, dass man glücklich ist (sehen, was man noch kann und
hat, und nicht, was man nicht mehr kann – positiv denken)
– erforschen, was einem gut tut, und was einem nicht gut tut.
– sich um eine realistische Selbstwahrnehmung bemühen, und seine
Gedanken und Pläne auf Wirklichkeitsnähe überprüfen.
– Probleme nicht verdrängen sondern mit vertrauten Personen be-
sprechen.
– sich Grenzen setzen, auch mal gegenüber anderen abgrenzen und
Grenzen einhalten – auch innerhalb einer Selbsthilfegruppe.
– möglichst eine Arbeit und Beschäftigung suchen, die einen
interessiert und dabei nicht über- oder unterfordert.
– mit sich selbst und anderen pfleglich umgehen.

Fortsetzung folgt!
Zu Teil 3
Zu Teil 4
Zu Teil 5

Was ist eigentlich normal/gesund und was ist krank?

Wer gibt vor – was „krankhaftes“ ist? Was also nonkonform
mit der Norm ist. Früher waren es die Homosexuellen – oder
die, die nicht den üblichen Weg von Familie – Kinder etc.
eingeschlagen haben. Heute darf man sich darin schon
„normal“ nennen – sagt die Gesellschaft.

Was aber, wenn die Gesellschaft krank ist? Und die Kranken
– im Grunde die Gesunden sind?

Ich hab vor Jahren mal einen Ausspruch gelesen – indem es hieß,
dass Borderliner die Mahner der Menschheit sind. Dass sie
die Schwächen und Fehler der Gesellschaft wiederspiegeln.

Und da sehe ich Hass, Intoleranz, Vorurteile, Egozentrik,
soziale Verrohung – Lieblosigkeit – der Hunger nach Macht
und Ansehen, und all das wird mittlerweile als „normal“ angesehen.
Durchsetzungsvermögen ist gefragt… keine Schwächen zeigen.
(dabei hat doch gerade das was von psychopathie oder soziophatie)

ist nicht der Mensch, der all diese Defizite und Gefängnisse
spürt und sieht – viel gesünder, als die anderen? Die zwar
stabiler sind – einfach weil sie weniger fühlen? – die eben
nicht leiden – aber in gewisser Weise auch blind und gefangen
sind? Ist es das – wo man hinkommen sollte?

und wenn man genau hinschaut – sieht man „deren“ Kindheits-
Traumen ganz deutlich … nur sie selbst spüren sie nicht.
Andere kriegen sie dafür zu spüren…

Man sieht auch ihre Mechanismen von Überheblichkeit und
Arroganz – mit Wertung über andere – um sich selbst besser
zu fühlen oder die, die sich über Leistung definieren.
Alles ist dabei erlaubt. Auf Kosten anderer.

Gehört also ne gewisse „Unreflektiertheit“ und Härte dazu,
um sich besser zu fühlen????? Die meisten dieser normalen kenne
sich selber nicht. Wahrscheinlich ist das auch ihr Schutz.

Wir „kranken“ sind gezwungen hinzuschauen. Doch je mehr
ich sehe – umso gesünder komme ich mir vor.

Für mich unverständlich ist da aber, wie sie, wenn
sie selbst mal solche Krisen erlebt und erfahren haben,
vergessen haben….. einfach alles. Ihr Einfühlungsvermögen
verloren haben. Und zu keiner Empathie mehr fähig sind.

Aber für sie funktioniert es.

Sie sind die Gesunden und Normalen. Ich glaube, und wenn
es das wirklich sein sollte, ich möchte nicht „so“ gesund
sein.

Bzw kommt mir der Gedanke, dass wir Verrückten und Kranken
– die Gesunden sind. Weil wir mehr fühlen, sehen und denken.
Weil wir gezwungen sind hinzuschauen und zu lernen.
Und uns zu entwickeln. Für uns „kranke“ ist Stillstand – Tod.

Der Gesunde Mensch „darf“ stehen bleiben. |-|
Es geht ihm ja „nicht schlecht“ – aber mehr ist das auch nicht.

und dabei sind wir „Verrückten“ so mutig, uns selber anzuschauen.
Uns nicht selbst zu belügen – naja – manchmal tun wir´s schon. 😉

Und manchmal empfinde ich Mitleid – für die angeblich gesunden….
denn sie sind nicht frei – sie sind die – die funktionieren müssen
in ihrem System und dem, was ihnen die Gesellschaft aufzwingt, damit
sie weiterhin „normal“ sind.

Der Rahmen ist vorgegeben – und nur in diesem können sie sich
bewegen. Von Entfaltung kann da keine Rede sein.

Wir anderen haben noch Träume, Ziele und Wünsche … von einem
besseren Leben. Ja vielleicht weil wir so weit davon entfernt sind.
Aber da möchten wir hin … zu etwas besserem und höherem.

Ich fühle mich gerade so gesund, wie schon lange nicht mehr.

Niemand zwingt mich zu etwas oder gibt mir etwas vor, denn meine
Psyche sagt: „das will ich nicht und das kann ich nicht leben“.
Sie sagt mir, dass ich mich nicht mit „Nichts“ zufrieden geben kann
oder mit ein paar Krümeln.

ich habe immer behauptet: „ich will doch nur was „stink-normales“.

Schaut man sich um – ist das nicht das, was meiner Vorstellung
nahe kommt. Denn in meinen Kopf – war gesund bzw. normal; um es mit ein
paar Wörtern zu definieren: Liebe, Vertrauen, Respekt, Loyalität,
Zugehörigkeit, Nähe und soziale Ausrichtung.

Und das ist in unserer Gesellschaft nicht mehr Normal.
Normal ist Täuschung, Lüge und Zwang in das System.

Negativismus und Misanthropie. Nach außen den Schein wahren.
Mit Egoismus, Narzismus und Ellbogen.

so scheint der Psychopath gesünder und besser in unsere
Gesellschaft zu passen, wie die Gegenstücke Mensch… die,
die auf der anderen Seite leben müssen.

Dabei wären wir Verrückten, Leidenden und Kranken im Grunde
die Rettung des Systems. Die – die sie gesünder machen könnte.

Denn wir sind echt.

Projektion – der Schatten

wir alle tun es – der eine mehr – der andere weniger.
Projektion – bildhaft erklärt und wie der Name schon
verrät – machen wir aus unseren Mitmenschen eine Lein-
wand. Wir selbst sind der Projektor, der ein Bild auf
diese Leinwand schmeisst und das was wir dann dort sehen,
glauben wir im anderen zu erkennen – dabei sehen wir
gerade nur uns selbst. Bewusst ist uns das in dem Moment
nicht.

Das kann verschiedenes sein:
– eigene Wünsche und Ziele
– eigene Triebe
– eigene Motivationen
– das kann auch die eigene Idealvorstellung sein
– im ungünstigsten Fall ist es allerdings der eigene
verdrängte und abgelehnte Teil in uns selbst.

Da kann es auch leicht krankhafte Züge annehmen, weil
wir dann dort im anderen die „eigentlich uns“ angehörigen
negativen Eigenschaften versuchen zu bekämpfen.

Dabei hat Projektion durchaus eine Funktion.

Sie gehört zu einem der vielen „unreiferen“ Verarbeitungs-
und Verdrängungsmethoden.

Wir wiegen uns in falscher Sicherheit – denn was uns die
Leinwand wiederspiegelt – so unschön das Bild auch sein
mag- ist, etwas, was uns vertraut ist und was wir kennen.
Dabei schützen wir uns vor der womöglich vernichtenden
Selbstkritik.

wir sind davon überzeugt, dass wir ANDERS sind, jedenfalls
in dem Fall, wenn es sich um die eigenen abgelehnten Teile
unserer Persönlichkeit handelt.

Und sie passiert andauernd.

Schon mal bei einer Äußerung /Kritik
über eure Person darüber nachgedacht:
dass ihr das nicht seit? Nicht verstehen könnt, wie
man euch das „nachsagen“ kann?
Schon mal die Erfahrung gemacht, dass ihr einen Satz
gesagt habt, und der andere hat darauf sehr merkwürdig
reagiert- mit seiner eigenen vielleicht völlig falschen
Interpretation? hat euch eine Absicht in der Aussage
unterstellt, die ihr überhaupt nicht verfolgt habt?

Viele behaupten zu leicht „Menschen zu kennen“ – je
überzeugter wir davon sind, je überzeugter bin ich,
dass dieser Mensch das nur glaubt bzw. stark projeziert.
„von sich auf andere schließt“.

Und dabei machen wir es uns furchtbar leicht. Denn die
Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Gegenüber
vielleicht völlig anders als erwartet, gedacht, projeziert
oder schnell abgewertet und in ein Bild gepresst, ist,
ganz andere Schwerpunkte, Ziele, Motivation, Wünsche,
Antriebe in seinem Leben hat als man selbst, wäre ja
viel zu komplex.

Wir umgehen damit zwei negative Faktoren
– die Angst vor dem, was wir nicht kennen und uns
fremd ist
– die eigentlich dahinter liegende Selbstkritik
oder besser gesagt – eigene Annahme unserer negativen
Eigenschaften. Anders formuliert: Wir werten uns auf
und den anderen ab.

Je mehr ein Mensch sich bewusst ist, darüber, welche
negativen Anteile er hat – je weniger muss er auf andere
projezieren.

Geben wir unseren Freunden, Bekannten, Verwandten –
dem Partner – wirklich die Chance sich selbst zu zeigen?
Hören wir wirklich zu? Versuchen wir zu begreifen, dass der
andere ja womöglich anders tickt? Und negatives, was wir
vielleicht sehen, gar nicht seine Absicht ist?
Und akzeptieren wir das auch im Folgeschluss? Dass das Bild,
was wir uns von ihm vielleicht vorschnell gemacht haben,
so nicht stimmt?

Meine Therapeutin meinte unlängst in dem Zusammenhang:
Wenn ich mir ein Bild von einem Menschen mache oder gemacht habe,
verliere ich die Person aus dem Auge.

Freud spricht von „dem Schatten“

DER SCHATTEN

umfasst alle dunklen, minderwertigen, dem Ich unerwünschten Persönlichkeitsanteile. Er ist das Rohe, Ordinäre, Triebhafte, das Aggressive und Destruktive in einem. Er wird in der Regel projiziert auch wenn wir nicht all unseren Impulsen nachgeben, sollten wir wenigstens um sie wissen auf ein gleichgeschlechtliches Gegenüber, auf den „bösen“ Nachbarn, den Verbrecher, Ausländer, die Prostituierte – welche das tun, was ich mir nicht erlaube, gegen den oder die eine Abgrenzung (als Nicht-Ich) erfolgt, worüber ich mich ärgere/ aufrege, was in der Außenwelt beschimpft und bekämpft wird. Hinweise auf Schattenhaftes sind Zornausbrüche wider Willen, überhaupt Affekte, sowie befremdete Reaktionen der Umwelt (die den Schatten bei einem spürt und hervorlocken will).

Er schreibt weiter:

Im Zuge der Selbsterkenntnis ist die Schatten-Integration der erste grosse Schritt, Voraussetzung und Bedingung jeder charakterlichen Reife. Verlangt werden dafür Mut bzw. Ehrlichkeit zur Wahrnehmung und Konfrontation mit der dunklen Seite, auch das „Hässliche“ in sich anzuerkennen und anzunehmen, sich damit zu versöhnen.

Die dunkle Triade

Ein Begriff aus der Persönlichkeitspsychologie. Hättet ihr
das vermutet? Klingt spannend oder? Gerade gefunden im Netz.
eigentlich wollte ich ich nochmal mit Narzissmus und Psycho-
pathie beschäftigen …. ( vielleicht, weil ich gerade wieder XXX schreibe *flöt* )

Das klingt nach dem geilen Filmstreifen – Genre Horror.
Oder vielleicht ein Thriller – mindestens ein Psycho-Nervenkitzler :))

Oder irgendwie magisch – aus nem Hexenbuch.
Oder irgend so einem Ritual für Satanisten. 😛

Nein tatsächlich bezeichnet „die dunkle Triade“ ein
Persönlichkeitskonstrukt aus den dunklen Eigenschaften der Menschen.
Uaaaahhh …. gruselig, oder? 🙂
– sowas wie – die Reiter der Apokalypse? |-|

4reiterderapokalypse

Leider ist unsere Gesellschaft genau darauf ausgelegt, dass
die Typen einen hohen Erfolgsquotienten haben. Das könnten sie
sein. Es fehlt noch ein vierter? Der Borderliner? *schmunzel*
Nein – das passt nicht. 😉

Die Dunkle Triade bezeichnet ein psychologisches Persönlichkeitskonstrukt.
Es befasst sich mit den „dunklen Eigenschaften“ der Menschen, die in der
Gesellschaft als unerwünscht gelten. Das Konstrukt besteht aus drei
Persönlichkeitstypen: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie.

Ihnen allen gemeinsam ist die Eigenschaft, das eigene Wohl über das der
Anderen zu stellen. Alle drei Typen gelten als emotional kalt, selbstgerecht
und egoistisch. Es geht bei diesem Konstrukt um die subklinischen Formen
der Persönlichkeitstypen, also um Persönlichkeitseigenschaften von Menschen,
mit denen wir alltäglich verkehren. Es sind „normale“ Eigenschaften, nicht
klinisch relevante.

Die drei Persönlichkeitstypen

Die drei Typen unterscheiden sich vor allem in ihren Strategien und
Motiven.

Der Narzisst lässt sich in folgendem Satz beschreiben
„Die anderen sind dazu da, um mich zu bewundern.“ Dieser
Persönlichkeitstyp der Dunklen Triade hält sich für etwas Besseres
und zeichnet sich vor allem durch Selbstüberhöhung aus.
Er ist der Meinung, dass ihm Ruhm zusteht.

Der Machiavellist in einem Satz: „Der Zweck heiligt die Mittel“.
Personen dieses Typus legen einen manipulativen Verhaltensstil zu Tage.
Um seine Ziele zu erreichen, gibt es für den Machiavellisten keine Grenzen.
Wenn er mit anderen Menschen zu tun hat, sieht er vor allem ihre Nützlichkeit
zur Erreichung seiner Ziele. Er hat eine „Empathie mit Tunnelblick“.
Er kann sich in andere hineinversetzen, tut dies aber nur, wenn es seinem
gesetzten Ziel dient. Der Machiavellist verfolgt rational und kalkulierend
seine Ziele, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen. Er weiß, was gesellschaftlich
als „gut“ angesehen wird, verhält sich aber nur so, wenn es ihm persönlich
zum Erfolg verhilft. Im Gegensatz zum Narzissten ist der Machiavellist
realistischer bezüglich seiner Person.

Der Psychopath in einem Satz: „Der andere als Objekt“.
Er zeichnet sich durch seine rücksichtslosen Verhaltensweisen aus.
Im Unterschied zu den anderen beiden Persönlichkeitstypen kommt bei
ihm hinzu, dass er keine Angst vor Konsequenzen hat, was ihn kaltblütig
werden lässt. Personen dieses Persönlichkeitstyps besitzen eine höhere
Wahrscheinlichkeit, kriminelle Straftaten zu begehen. Sein Charakter
zeichnet sich vor allem durch hohe Impulsivität und geringe Empathie aus.

Eine Conclusio aus allen dreien ergibt, dass sie alle egoistisch
sind und ihr eigenes Wohl über das der anderen erheben. Die drei
Typen unterscheiden sich vor allem in ihrer Motivation. Dem Narzissten
geht es um Bewunderung, der Machiavellist will seine Ziele erreichen
und dem Psychopathen geht es um die Handlung selbst.

(Fehl-)Anpassung?

Es gibt sowohl Hinweise dafür, dass die Eigenschaften der Dunklen Triade
eine Fehlanpassung an die Gesellschaft darstellen, als auch Vermutungen,
dass diese Eigenschaften adaptiv, also vorteilhaft sind.

Machiavellisten können bereits im Kindesalter nur begrenzt Empathie
empfinden und zeigen Verhaltensprobleme. Antisoziales Verhalten wird
vor allem durch Psychopathie vorhergesagt. Narzissmus und Psychopathie
gehen mit höheren Werten in Impulsivität und Risikoverhalten einher.
Hohe Werte in der Dunklen Triade hängen mit antisozialen Tendenzen
wie u.a. Unehrlichkeit und Aggressivität zusammen.

Trotzdem bestehen die Eigenschaften der Dunklen Triade bereits über
einen langen Zeitraum und über viele Nationen hinweg, weshalb man
sich die Frage stellen muss, ob diese Eigenschaften womöglich auch
adaptiv sind. Diese Perspektive nehmen vor allem Evolutionspsychologen
ein. Sie betrachten die Eigenschaften als ökologische Nische,
die die Personen wählen, um sich der Umwelt anzupassen und Erfolg
zu haben.

Evolutionspsychologen gehen davon aus, dass auch unerwünschte
Verhaltensweisen adaptiv sein können. Die Machiavellisten zum Beispiel
haben eine erfolgreiche Strategie entwickelt, sodass sie manipulieren
können, um ihre Ziele zu verwirklichen, ohne oft dabei erwischt
zu werden. Die Menschen mit Eigenschaften der Dunklen Triade
sind zwar unerwünscht, können aber in bestimmten Lebensbereichen
sehr erfolgreich sein, wie zum Beispiel in manchen Karrierelaufbahnen
oder im sexuellen Leben.

Des Weiteren besteht eine Verbindung zwischen der Dunklen Triade
mit positiven Eigenschaften wie emotionaler Stabilität,
resilienter Selbstwert und sexuellem Erfolg.

Quelle: Wiki

Von der kleinen Ameise und Egozentrik

Egozentrik bezeichnet die Eigenschaft des menschlichen Charakters,
sich selbst im Mittelpunkt zu sehen und, damit meistens einhergehend,
eine übertriebene Selbstbezogenheit (nicht zu verwechseln mit Egoismus)
und die Eigenschaft, andere Menschen und Dinge beständig an sich
selbst und der eigenen Perspektive zu messen.

Mit Egozentrik wird vor allem ein „Egozentrismus der Wahrnehmung“
beschrieben, die die Unfähigkeit, sich in die Rolle eines Anderen
hineinzuversetzen bzw. die Perspektive eines Anderen anzunehmen sowie
die eigene Sichtweise als eine unter mehreren aufzufassen. Es ist
insbesondere eine Eigenschaft des Kindes und ein Mangel an einer
Unterscheidung zwischen dem Ich und der äußeren Realität“. Diese
Vorrangstellung „führe schließlich zur Vorrangstellung des eigenen
Standpunktes“

In der Psychopathologie stehen egozentrische Reaktionen für eine
Selbstzentrierung in der Form, dass Patienten sich in den Mittelpunkt
stellen und ichbezogen sind, d.h. alles auf ihre Person beziehen.
Sie gilt als eine weitere Form von Persönlichkeitsveränderung
neben der Regression. Eine pathologische Egozentrik wird vor allem
bei Persönlichkeitsstörungen wie der dissozialen, der narzisstischen 
oder der histrionischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert

Quelle: WIKI

Von überzogener Egozentrik spricht man also in dem Fall, dass sich eine
Person durch Worte und Handlungen eines anderen angesprochen fühlt, die
überhaupt nichts mit ihm zu tun haben. Die eigene Wichtigkeit wird
überschätzt. Man schwelgt in Grandiosität und Größenfantasien.
Nicht bewusst, dahinter verbirgt sich auch häufiger und gerade ein
schwerer Minderwertigkeitskomplex. Denn der Gedanke, dass man womöglich
nicht wichtig genug ist – wäre ja auch kaum auszuhalten. 😉

Zu erkennen, dass Reaktionen, Worte und Taten im Grunde nichts mit der
eigenen Person zu tun haben – ist ein wichtiger Lernprozess und hat was
vom reifem Denken. In manchen Fällen allerdings – endet diese falsche
Wahrnehmung nicht. Und in manchen Fällen wird es sogar krankhaft. Und
man entwickelt darüber hinaus womöglich ein Verhalten sich immer wieder
in den Mittelpunkt zu drängen.

Ich hatte als Kind mal diese Fantasie, dass ich das einzige lebende Wesen
auf dem Planeten bin. B) – und alle Menschen um mich herum waren nur dafür
da, um mich die Dinge erleben zu lassen, die ich erlebe. Sie waren wie
Roboter – gute und böse – und nur auf dieser Welt – selbst auf der anderen
Seite der Weltkugel – damit ICH Erfahrungen mache – welcher Art auch immer. :lalala:

Ich sass im Bus und überlegte – warum dieser Mensch gerade da lang geht,
wo er lang geht. Nur damit ich ihn jetzt in diesem Moment sehe und wahrnehme.
Klingt verrückt oder? :crazy: Ist es auch. 😛

Irgendwann ist diese Fantasie verschwunden. Und ich habe eingesehen, dass es
noch andere Menschen außer mir gibt :))

Aber damit ist die egozentrische Sichtweise noch nicht verschwunden. Sie ist
nur schwerer auszumachen. Zu oft bezieht man Dinge auf sich – nimmt sie
persönlich – obwohl das gar nicht von Nöten wäre und man damit völlig falsch
liegt.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Hintergrund. Seine eigenen Erfahrungen,
andere Sichtweisen, größere bis kleinere Lebenstraumata gesammelt und wurde
anders gesellschaftlich oder familiär geprägt. All diese Dinge veranlassen
den Menschen so zu handeln und Dinge so zu betrachten/ zu bewerten, wie er
oder sie es jetzt tun.

Das zu wissen und anzuerkennen – ist ein wichtiger Schritt weg vom
eigenen Egozentrismus.

Vor ein paar Jahren in einer Gruppenstunde wurde mir das mal deutlich.
Da war eine sehr aggressive Patientin – die im Gespräch anfing andere
Mitpatienten anzugreifen. Ich reagierte auf meine übliche Art und schaltete
mich ebenfalls aggressiv dazwischen, obwohl ich nichts mit der
Auseinandersetzung zu tun hatte. In dem Moment richtete sich ihre ganze
Aggression gegen mich. Aus meiner Erfahrung, hätte ich darauf ähnlich reagiert.
Aber in dem Moment wurde mir klar „dass das rein gar nichts mit mir zu tun
hatte. Irgendwas hat diese Frau getriggert. Irgendetwas in ihr war aus
ihrer eigenen Lebenserfahrung gerade in Aufruhr geraten. Ich bin gerade nur
ein Statist in ihrem Film. Oder ein Roboter 😉

…. und da wurde ich innerlich ruhig. Meine Aggression verschand völlig.
Es war mir das erste Mal bewusst gelungen mich abzugrenzen. Und anzuerkennen,
dass diese Person nicht mich angriff Â…. und dass das Problem nur in ihr selbst lag.

Man neigt sehr häufig und immer wieder zu Egozentrik. Immer wieder dann,
wenn wir uns z.B. einreden, dass „NUR UNS – Das ein oder andere – passiert.
Immer dann, wenn wir nicht sehen, dass andere ähnliche oder vielleicht
völlig anders gelagerte Schwierigkeiten und auch schlimmere Probleme
in ihrem Leben zu bewältigen haben. Davon dürfen wir ausgehen – ob wir
davon wissen oder nicht. Und dann kommen wir uns vielleicht vor, wie
eine kleine Ameise im Weltall. Ist die Frage, ob wir das aushalten können. 😉
Kommen wir damit klar „unwichtig“ zu sein?

Also ich finde diesen Gedanken sogar hin und wieder sehr beruhigend.
Und mittlerweile und häufiger, wenn mir meine Probleme so riesengroß
erscheinen – denke ich an die Ameise …. und dann weiß ich, dass alles viel
schlimmer sein könnte… und das andere gerade viel mehr Mist zu ertragen
haben.

Mein bester Freund hat gerade seine Wohnung durch einen Brand verloren.
Ein anderer hat Lungenkrebs – in meinem Alter und er wird nicht mehr lange
haben. Eine Bekannte hat nach 10 Jahren einen Arschtritt von ihrem Arbeitgeber
bekommen, obwohl ihr nichts wichtiger war als ihr Job. Ein junges Mädchen
verliert ihre Mutter – plötzlich durch einen Schlaganfall. In der Familie?
Krebs. Wie wichtig soll man sich da nehmen? Und auch sie sind nur Ameisen.

Wir sind ein riesen Ameisenstaat … und jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Aber als einzelner spielen wir keine Rolle. Und alles was wir tun im
miteinander und täglichem Umgang – hat in den meisten Fällen NUR mit uns
und allem was wir erlebt und erfahren haben und wie wir die Welt betrachten
zu tun.

Das ist die einzige Form der Egozentrik, der man sich bewußt werden sollte.

ameise-egozentrik-II

Auch wenn man hin und wieder glaubt, man stemme die Welt. :))

Depression

Depression ist die Belohnung fürs Bravsein…..

depression (1)

Was mich betrifft finde ich diesen Satz auch sehr treffend.

Depression ist die Unfähigkeit eine Zukunft aufzubauen ….

depression

Wenn alles um einen herum dunkel wird und aussichtslos. Wenn nichts mehr
Sinn macht. Wenn die einzige Ausfahrt „das Leben“ ist, die man noch sieht.
Oder das Aushalten/ertragen/immer nur einen Atemzug dem anderen folgen lassen.
Und doch zu ersticken? Qualen und Leid in deinem Kopf – kein lichter Gedanke –
lähmt jeden Handschlag und alles Tun. Eingelegt in ein Einmachglas der Passivität.
Du musst / Du solltest …. aber du kannst nicht.

Von Ratschlägen erschlagen…. sag einem Blinden, dass er doch
mal sehen soll. Sag einem Lahmen, dass er gehen soll. Warum versteht denn
niemand, dass ich nicht kann……

Wer das einmal erlebt und gefühlt hat, weiß was große Angst ist.
Dass der Nebel wieder kommt. Und sich die schwarze Decke wieder
um einen legen könnte.

—————————————————————–

Nein – nein – jetzt macht euch bloss keine Gedanken um mich 😉
Alles okay. ich denke einfach nur so darüber nach. Davon, wie
wichtig es ist, wenn man zu Depressionen neigt, die Anfänge zu
erkennen – den Moment, an dem man alles noch rumreißen kann,
bevor einen die Lähme wieder einholt.

Kurz davor. …. die Kurve gekriegt. 🙂 Noch nicht weit genug
entfernt …. aber fürs erste sicher. Jetzt nicht umdrehen,
sondern auf Spur bleiben.

Ich habe eine Zukunft. Ich weiß noch nicht welche, aber es
ist alles offen ^^ – welche Tür wird wohl aufgehen? Es
gibt Türen, die man sich wünscht, aber wenn sie verschlossen
bleiben – auch Hoffnung, dass andere Türen einem einen Weg
aufzeigen.
.