Die Tücken des Ideal-Ichs oder „Gut oder Böse“

Durch die Auseinandersetzungen in der letzten Zeit, speziell mit meinem
EX-Freund F.  hab ich mir viele Gedanken darum gemacht, welche Maßstäbe
ich an mir ansetze, bzw. mir die Frage gestellt, warum ich mich in gewissen
Situationen so verunsichern lasse.

Wieso ich in manchen Situationen das Gefühl habe, ein anderer
drückt bei mir irgendwelche Knöpfe und bringt mich in eine Situation
bzw. bewegt mich zu einer Handlung, die nicht mit dem übereinstimmt,
was ich eigentlich tun möchte. Eine innere Dissonanz sozusagen.

Ich glaube, der Knackpunkt bei mir liegt darin, dass ich mein früheres ICH
sehr negativ bewertet habe. ich hab es mittlerweile geschafft aus dieser
Selbsthass-Spirale rauszukommen, daran gebunden ist aber von mir
eine Erwartung, wie ich zu sein habe.

Will heissen, ich habe mir von  mir ein positives Selbstbild erstellt, dem
ich nun auf „Teufel-Komm-Raus“ auch entsprechen muss. 😦 Und
im Grunde habe ich manchmal überhaupt keinen Bock darauf, aber
weiche ich von diesen Erwartungen an mich selbst ab, würde ich meine
meine Selbstannahme stark gefährden.

Was ich damit meine?

Mein Selbstbild ist soweit in Ordnung, wie ich mich als soziales Wesen,
hilfsbereit, freundlich, tolerant, liebenswürdig und „immer rücksichts-
und verständisvoll“, „bloss nicht egoistisch“ (kurz: „gut“ ) sehen darf.
Das wäre sozusagen mein „Ideal-Ich“. So – wie ich sein möchte.

Das funktioniert aber in der Praxis nicht.

Bei Menschen, zu denen ich eine gewisse Distanz habe, kann ich von
meiner Erwartungshaltung in mich selbst absehen … auch wenn ich
damit den direkten Kontaktabbruch herbeiführe. Da kann ich auch
unfreundlich, sehr direkt sein – im Grunde sofort sagen, was mir stinkt.
Gehe ich aber in irgendeiner Weise auf den „Beziehungsmodus“ (so nannte
es meine Therapeutin) und damit sind nicht nur Partnerschaften gemeint,
sondern eben auch Freundschaften und Bekanntschaften … zwinge ich mich
in mein „ideal-ich“ zu passen, so sehr ich mich dabei auch verbiegen
und aufgeben muss. :-/

Gerade der Punkt „Rücksicht nehmen“ auf andere und „Verständnis“
haben – wird mir dabei immer wieder zum Verhängnis. Weil ich komplett
meine eigenen Bedürfnisse aus den Augen verliere bzw. sie zurück stelle,
als nicht so wichtig, denn das wäre dann wiederum egoistisch. Und das
darf nicht sein.

Auch in meinen letzten Beziehungen war das für mich ein riesiges Problem.
ich musste meine Bedürfnisse zurück stellen, und immer für alles
Verständnis haben, egal wie sehr ich damit zurecht kam, oder nicht.

Ich habe es „selbst“ von mir erwartet – bzw. gesagt, die anderen sind
wichtiger. Also habe ich mich mit immer weniger und weniger zufrieden gegeben
und nicht mehr in den Mund aufgemacht. :-/

Und irgendwann war mir nur noch zum heulen. Mir fallen so viele Beispiele
im Nachhinein ein… alte Einträge, wo ich immer wieder, wenn jemand so
einen Knopf bei mir  drückte total verunsichert wurde und im Grunde hier
nachfragen musste, ob das, was ich dabei empfinde überhaupt in  Ordnung
ist ….

Und oft wurde es ausgenutzt. Ich hab es den anderen aber auch leicht
gemacht, weil ich es ja von mir selbst verlangte – also wurde mir von
z.B. Partnerseite auch eingeredet, dass es stimmt – und meine Bedürfnisse
„unwichtig“ seien – und ich doch bitte für alles „Verständnis“ haben müsste.

Auch für Untreue, für Lügen, für nicht eingehaltene Versprechen – einfach
für alles.

Und zu alledem fühlte ich mich noch zuständig und verantwortlich, dass es
allen gut geht. Und wenn jemand was nicht geregelt bekam, musste ich das
halt noch übernehmen.

Mittlerweile merke ich eigentlich, dass ich mit mir sehr tolerant umgehe.
Ich versuche nicht perfekt zu sein – ich nehme mich – wie ich bin – aber
alles nur so lange ich „alleine“ bin. Kommt ein anderer dazu – habe ich
gewisse Erwartungen zu erfüllen. Das sage ich mir selbst. :-/

Ich muss helfen, wenn ich kann – ich muss Rücksicht nehmen – auch wenn
man auf mich keine Rücksicht nimmt. Ich muss für alles Verständnis haben
und tolerant sein.

Erst vor kurzem habe ich hier im privaten geschrieben, dass mich eine Sache
so verunsichert, weil ich mich doch eigentlich für „nicht verklemmt halte“ – ich
aber mit etwas ein Problem habe. Und sofort bricht mein „Selbstbild“ in sich
zusammen bzw. es kommen mir zweifel und zwar in erster Linie an mir
selbst. Ich bin verunsichert, denn wäre ich wirklich „nicht verklemmt“
hätte ich doch mit dieser Sache, kein Problem oder? Und das obwohl ich
merke, ich werde da in eine Situation gebracht – die nicht alltäglich ist.

Und dann merke ich wieder wie STARR mein System ist. Wie Schwarz-
Weiß gefärbt es ist. Da gibt es dann nur ein entweder-oder.

Und wenn ich nicht meinem ideal-Ich entspreche, dann bin ich zwangsläufig
das andere. (schlecht -untolerant – spießíg – egoistisch)

Die negativen Gefühle werden dabei unterdrückt. Sie dürfen nicht sein.

Ich weiß im Grunde, dass das nicht richtig ist. Ich kann es nur noch nicht
umsetzen. Und ich kann nicht trennen, was mein „Ideal-Ich“ ist – oder
was ein aufdiktiertes „Ideal-Ich“ ist. Und ob es wirklich so wichtig ist,
sich daran zu halten.

Und was ist, wenn ich anders bin, wie mein Ideal-Ich? Bin ich dann
automatisch wieder schlecht?  Lehnt man (oder ich) mich dann wieder
ab? Bin ich dann wieder das Monster, was ich früher in mir gesehen habe?
ich versuche das zu verhindern. Und dann bin ich Un-frei.

Andererseits verstehe ich – wie wichtig es für mich (als Borderliner) ist
-mein ICH zu definieren als „nicht-schlecht“. Das was mich ausmacht.
Wenn ich nur wüsste, was es ist. wenn ich es nur festhalten könnte, und
es mir nicht immer wieder verloren ginge. Hmmmm….

gut-boese

Ich habe dazu auch wieder eine
interessante These gefunden – von  der Tyrannei der „Solls“
Hier auf Seite 2:

Bewusstes Verdrängen? Oder kann man das lernen?

Eigentlich wollte ich ja gar nicht so sehr ins Detail bei meinem
Eintrag mit dem Titel Verdrängung (vor ein paar Tagen), eigentlich war es
ja auch nur ein Auszug aus meinem Therapiegespräch, aber da die
Diskussion immer mehr in Richtung „Verdrängung – oder eher Verleugnung“
oder „ Verdrängung nur bei schweren Erlebnissen“ – ausartete
– hab ich mal recherchiert.

Für mich als erstes stach da so ins Auge, bei der Diskussion:
dass Verdrängung mit Krankheit gleichgesetzt wurde. Wozu ich eine
andere Meinung habe. Denn ich empfinde Verdrängung als etwas sehr
natürliches und auch gesundes. Es gehört zu unseren Abwehrmechanismen.
Ohne die wir aufgeschmissen wären. Es schützt uns und es tut not – es nützt
uns – manche Dinge, von uns fern zu halten. Egal welchem Abwehrmechanismus
wir uns bedienen.

Der andere Einwand war da. Dass man von Verdrängung nur bei schlimmen
Trauma-Erlebnissen sprechen kann. Und es liegt mir fern, diese schlimmen
Erlebnisse zu schmälern, indem ich das Wort „Verdrängung“ unbedacht
benutze. Gleichwohl sehe ich Verdrängung auch als etwas an, dass wir
in unserem Leben alle mal benutzen, unabhängig von der Intensität der
Erfahrung.

Unangenehme Dinge – solche die etwas übermäßig in uns anrühren, werden
verdrängt und ausgeblendet und das kann dann z.B. „nur“ ein Erlebnis sein,
dass uns evtl. in unsrem Selbstbild, unserem ICH-Ideal – zu sehr erschüttern würde.
Das könnte z.B. eine – für die Person sehr mit Scham belastete – Situation gewesen
sein. Man kann da sicherlich noch andere Beispiele finden.

Zuletzt war dann aber noch die Frage, ob man in der Lage ist auch bewusst
zu verdrängen. Da waren sich die Fachleute auch sehr uneinig und ich stieß
auf unterschiedliche Aussagen und Berichte.

Ist verdrängen wirklich immer „unbewusst“? Oder sind wir in der Lage
bewusst zu Verdrängen: Und irgendwann wurde ich dann fündig, über
gewisse Versuche und Tests, die sich genau mit dieser Frage befassten.

Und die Antwort lautete da:
Ja – es geht – man kann Verdrängen lernen. 🙂

Man kann bewusst Verdrängen herbeiführen.

Wer sich für den Artikel interessiert… den findet ihr
hier auf Seite 2 abgedruckt.

Was meine eigene beschriebene Situation angeht, so denke ich, dass ich mich
womöglich mit meiner Wortwahl vergriffen habe. Denn bei Verdrängung
spricht man vom „Vergessen“. Und meine Empfindung ist, dass ich die Dinge nicht
vergessen habe – nur an diese Erinnerung nicht ran gehe. Ich habe sie
weg geschoben auf Distanz und für mich in ein Kästchen gepackt und dort
lasse ich sie. Wie sich das nennt? Da bin ich mir unsicher.

Doch wenn in dem Artikel von einer „ich will daran nicht mehr denken“ Entscheidung
im Zusammenhang mit bewusstem Verdrängen gesprochen wird,  sehe ich mich darin
dann wiederum schon wieder. :-/ 

Aufwertung durch Abwertung

etwas was ich immer wieder und irgendwo – so kommt es mir vor,
immer häufiger beobachte ist, dass Menschen, die – so würden sie sich
vermutlich selbst beschreiben – eher selbstbewusst und voller Selbstvertrauen
auftreten, dieses Selbstvertrauen auf Kosten anderer gewinnen. 

… das tun sie, indem sie andere abwerten. Sie nutzen dafür jede
erdenkliche Form des Vergleichs und jede Möglichkeit. Ich bin besser, 
klüger – ich hatte eine schlimmere Kindheit, „komm erst mal in mein Alter,
dann wirst du das auch noch erkennen“. Sie lesen natürlich auch die
besseren Zeitung – weiß der Geier, worüber sie sich definieren. Vielleicht
sind sie im Bett ne Rakete oder aber in der Küche und niemand kann
ihnen das Wasser reichen.

Sie argumentieren auf eine Art, der man nichts entgegen stellen kann.
Sie nutzen damit die Unsicherheit des anderen aus – oder eine offensichtliche
Tatsache,z.B. das Alter oder ihre Position z.B. als Vorgesetzter oder auch ihre
berufliche Qualifikation. Manche sind noch  direkter und beschimpfen
einen: Nennen dich z.B. rücksichtslos, oder  dämlich – oder geben dir an 
irgendwas direkt die Schuld.

Diese Menschen definieren sich durch das, worin sie sich besser 
fühlen/glauben …..  – Aussehen – Kenntnisse – Alter – Erfahrung – Talente – 
Besitz, – die Themen sind manigfaltig. Wie sie bei anderen ankommen
– egal  was. 

Ich frag mich dann immer, ob dieses Selbstvertrauen echt ist.

Ich denke nicht.

Ihnen geht es gut – augenscheinlich. Aber es hat für mich etwas
von „Pseudo-Selbstvertrauen“. 

Das können z.B. Menschen sein, die ihr ganzes Selbstvertrauen
aus  ihren Job ziehen. Darin sind sie gut – sie sind (so glauben sie
zumindest) besser als andere.

Und da besteht für mich der entscheidende Unterschied. Ich denke,
es ist ganz gut und spricht von einem gesunden Selbstvertrauen,
sagen zu können: Hey – da bin ich wirklich gut drin. 🙂 
oder hab ich es nötig zu sagen: Hey – ich bin besser als andere?! 
Die anderen haben ja keine Ahnung. Versteht ihr, was ich sagen will? 

Früher habe ich solche Menschen für Monster gehalten. 
Die mich für ihre Zwecke ausnutzten. Dass ich ein nicht so
gut ausgeprägtes Selbstwertgefühl hatte, nutzen sie, wie ich
fand, schamlos aus. Sie nutzen meine Schwächen aus. Sie
brachten mein hart erkämpftes Selbstvertrauen damit jedes
Mal zu Fall. Und 
das nur damit es ihnen besser geht. 

Anders sah es dann mit Menschen aus, die mich zwar in 
ihre „Aufwertung“ mit einbezogen, aber ganz offensichtlich
dafür andere abwerteten und sie erwarteten von mir,
dass ich ihnen zustimme. :-/ Schließlich hatten sie mich
ja miteinbezogen in ihre „Aufwertung“. 

Ich sehe sie heute nicht mehr als Monster. Weil es die
beste Freundin sein kann. Nehmen wir mal meine… sie liest
ja nicht mit. 😉 

Ich kenne sie schon seit Jahren. Sie hatte auch ihre Krisen
und ihre Phasen voller Unsicherheit. Jetzt hat sie einen Job.
Einen Job, durch den sie sich extrem aufwertet. Es hängt mir
schon so ein bisschen aus den Ohren raus, wenn sie von 
ihrem Job erzählt – und ich überall nur höre: Die ANDEREN
haben ja keine Ahnung – die ist ja nur Kinderpflegerin – ich bin
schließlich „ERZIEHERIN“. Und ich hab ein unglaubliches Gespür
für Kinder. Das haben die anderen nicht. Dabei würde ich manches
was sie erzählt eher kritisch hinterfragen. Ich tue es aber nicht
bzw. nicht oft. 

Ärgerlich wird es für mich an dem Punkt, wenn sie immer 
wieder behauptet: Sie könne mit meinem Hund reden. Sie hätte
da eine Gabe. *ächz* und dann muss ich für sie springen. Der Hund
hat sich an sie gewandt. Ich würde sagen, er wollte ein bisschen
Aufmerksamkeit – aber NEIN – der Hund hat ihr gesagt, dass er
dringen mal Strullen muss. Sie weiß das, denn schließlich KANN
SIE mit „Meinem“ Hund reden. Und ich verstehe meinen Hund wohl
überhaupt nicht. Und was das strullen angeht – das halte ich für
ziemlich unwahrscheinlich, weil wir gerade erst angekommen sind,
und sie auf dem  hinweg ihre Blase schon ausreichend entleert hat. :-/
Aber was weiß ich schon – schließlich kann ich NICHT mit Tieren
reden. 

Ich steh also auf und geh mit meinem Hund pinkeln, WEIL sie
es sagt. Pfffff… klar pinkelt mein Hund. Da ist ne neue Wiese,
da waren wir noch nicht, die ist noch nicht markiert – sie drückt
„EIN TRÖPFCHEN“ ab. 

Es ist für mich mühsam darüber zu diskutieren – also tue ich
es nicht mehr. 

Und was ihren Job angeht – so werde ich das auch nicht ansprechen. 
Weil es ist IHRE SÄULE geworden. DAS was ihr Selbstvertrauen stärkt. 
Ich will ihr das nicht nehmen – denke nur, WAS ist, wenn diese Säule,
ihr mal genommen wird? Dann sehe ich sie fallen und dann wird es
gefährlich… weil es nicht echt ist. :-/ Und weil eine einzelne Säule nicht
reicht. Und eine einzelne Pseudo-Säule schon gar nicht.

Schauen wir nur auf Menschen, die sich stark an ihr Äußeres klammern. 
Auch sie werden alt. Auch sie müssen sich irgendwann damit auseinander
setzen, dass sie nicht mehr so jung und frisch und knackig sind, wie sie
es vielleicht mal waren. Sie müssen irgendwann damit klar kommen, dass
das, woran sie sich so sehr geklammert haben, womit sie sich aufgewertet
haben – wo sie sich besser fühlten als andere … vergeht. 

ich glaube wahres Selbstvertrauen braucht keinen Vergleich. 
Wahres Selbstvertrauen  – ruht in uns selbst.

Wahres Selbstvertrauen geht nicht über Leichen – sondern lässt den
anderen Menschen auch den Raum – sich selbst in IHREM Selbstvertrauen
miteinander zu entfalten und aneinander und an unserer Verschiedenartigkeit
zu wachsen und gegenseitig voneinander zu lernen.  

Verdrängung

,,,,, wieder ein Auszug aus meiner heutigen Therapiestunde.
Es ist nunmal so, dass man im Laufe der Jahre nicht nur den positiven
Effekt einer Therapie mitnehmen kann – sondern es hat eben auch gewisse
– ich nenn es mal Nebenwirkungen. Ich verwende auch gerne und liebevoll
den Ausdruck „Therapieschaden“. 😉

Dazu gehört eben, dass man VIEL – SEHR VIEL von sich selbst weiß.
Und man sich sehr bewusst über die Dinge ist. Nicht unbedingt immer direkt.
Nein – aber zumindest sehr häufig dann im Nachhinein.

Was nicht IMMER gut ist. Zum Beispiel in dem Fall des Verdrängens.

Es gibt schon Mal in jedem Leben Themen und Richtungen, die man
gerne verdrängen möchte und auch tut. Meistens passiert das unbewusst.
Nicht wenn man eben schon einen „leichten Therapieschaden“ hat.

Dann kann man das nicht mehr so leicht. WEIL … man merkt sogar das.

Will heissen. Ich bin mir darüber VÖLLIG bewusst dass ich gerade einiges
verdränge, was wiederum doof ist, weil es so ein bisschen denn positiven Effekt des
Verdrängens aufhebt. :-/

Aber man kann auch nicht jetzt wieder so tun als ob – und „wegsehen“
wenn man (und ich bin ja was meine Selbstreflektionsstudien angeht –
jo auch schwer Therapiebelastet) ständig darüber stolpert.

Ich werd jetzt mal konkret – so als Beispiel.
Ich bin mir gerade völlig bewusst darüber, dass ich die Themen
-Liebe
-Sex
-Beziehung
-MÄNNER

völlig verdränge bzw. meide  und versuche noch eine Weile für
mich auszuklammern. Was auch gut so ist – ich finde das völlig okay,
sich da eine Auszeit zu nehmen,um irgendwann wieder dahin zurück
zu schauen oder eben auch nach vorne, wenn man sich gefühlsmäßig
wieder stark genug dafür fühlt..

Ganz schlimm wird es bei dem Namen meines Ex-Freundes.
Den auszusprechen bereitet mir ernsthaft körperliche Beschwerden
und verursacht Schmerzen – (kein Scherz) – oder so ein Gefühle wie:
Uoh… ich könnte kotzen. 😦

Während ich also so darüber in der Therapiestunde rede, merke ich,
dass jetzt gleich eine Stelle kommt, wo ich seinen Namen erwähnen muss
und……. ich zöger ich druckse – ich will nicht… ich nehm anlauf – hole tief
Luft und dann kommt es viel zu schnell und Hart herausgeschossen –
und mit dem Gefühl – ich hab es geschafft. Dieses ekelhafte etwas
(das Wort, der Name) ist raus.

So und jetzt bitte wieder – „können wir über was anderes reden?“ :-/

Schlimm ist auch, wenn meine Freundin mir die Frage stellt:
„Und? hast du noch was von xxxxx gehört?“ … oooooohhhh – ganz böse
Frage – will ich nichts zu sagen, möchte ich nicht drauf eingehen. Ich 
könnte schreien – ich glaube, ich tu es sogar. o_O Frag nicht.
Ich hab mir sogar schon angewöhnt – sollte es NÖTIG sein,
dass ich ihn erwähnen muss in irgendeinem Zusammenhang zu sagen:

„Der dessen Name nicht genannt werden soll“. XD

Und das ist wirklich das blöde an dieser ganzen Selbstreflektions-Sache,
dass man dadurch gar nicht mehr sooooo unbewusst verdrängen kann.

Andererseits erklärt es mir natürlich dadurch, dass ich das weiß auch meine
völlig irrationalen Reaktionen, wenn z.B. jetzt ein MANN mit mir über SEX
reden will oder auch nur über Männlein und Weiblein allgemein. Da fällt
bei mir die Klappe. Sperre. Da ist gerade ALLES blockiert. Kein Durchgang.
Verboten. Will ich nicht hin. Oh bitte nicht. 

Trotzdem hab ich da jetzt nicht großartig was an mir rum zu meckern, weil
ich wirklich denke. „ Das ist okay“ – ich nehme mir die Pause – ich brauche
die Pause – ich bin mir der Pause bewusst und sie darf sein. Und sie kann auch
von mir aus so lange dauern, wie ich halt eben brauche.. Kein Problem. Und ich freue
mich sogar darüber, dass mir das „normalerweise“ ganz gut mit dem Abschalten
gelingt. 🙂

Und dass ich dann hin und wieder etwas HARSCH und BARSCH bin, wenn
jemand meine Abgrenzungsthemen gerade überschreitet – (was schon so ein
blöder Radiosprecher sein kann, der gerade den nächsten Herz-Schmerz Song
ankündigt – und wo ich wie von der Tarantel gestochen dann aufspringe um
SOFORT entweder den Sender zu wechseln, oder lieber die Kiste ganz aus zu machen)
jo – das verzeihe ich mir im Grunde auch. Kommt zwar dann manches mal so
mein Gewissen hoch: Mensch, das war jetzt nicht so nett von dir.

Aber NETT sein – auf Teufel komm raus. – hab ich auch gleich abgeschafft.
NETT sein „schützt nicht“ – und ich brauche gerade meinen Schutzpanzer/wall.

So als Beispiel: Geh ich letztens die Straße runter und so ein Bekannter schwallt
mich gerade ohne Ende über seine aktuelle Trennung zu. Volle Kanne.
Mich überflutet gerade völlig – seine ganze in das Gespräch bepackte
„Gefühlsintensität“ – WUT – Enttäuschung – Liebeskummer, Angst,
Aggressionen….. Und ich merke echt, dass ich NICHT WILL. Ich will das
nicht hören – ich will nur dass er aufhört. Mir geht der Puls ohne Ende….. .
Ohhh…ich platz gleich. JO… und das sag ich dann :-/ bzw. irgendwann schreie
ich nur noch AUFHÖREN. … das wäre dann so ein Zeichen, dass ich zu lange
gewartet habe, damit was zu sagen. 😦

Wahrscheinlich hält er mich für unfreundlich. Muss ich mit leben. Geht.

Fazit: Läuft. Eigentlich ganz gut. 🙂

Schutzwall hochgefahren und alle Soldaten auf ihrem Posten.
UND – das Gefühl: du kommst hier nicht rein. ^^

PS: Ja und mir ist AUCH bewusst, dass es mir gelungen ist – den Namen meines
Ex-Freundes auch in diesem Beitrag völlig zu vermeiden…  😉 … der kriegt hier
noch nicht mal ein TAG oder ein Schlagwort verpasst *ätsch* 😛 – AUS – VORBEI. 

Über die Wahrnehmung

Wir Menschen glauben das was wir sehen, hören, schmecken anfassen können
oder fühlen. Wir vertrauen auf unsere Wahrnehmung. (im günstigsten Fall).
Wahrnehmung beschreibt den Prozess von Informationsgewinnung, durch
Sinneseindrücken und Reize und die Verarbeitung dieser Informationen.
Unser Gehirn wirft dabei – ob nun bewusst oder unbewusst – das Wahr-
scheinlichste und „gelernte“ Szenario – als Ergebnis dieser Informations-
verarbeitung aus.

Und genau aus diesem Grunde ist unsere Wahrnehmung „subjektiv“ und hin
und wieder auch völlig gestört.

Optische Täuschung1

Einige psychische Krankheiten bringen Veränderungen der Wahrnehmung
mit sich. Jahrelange Manipulationen und Beeinflussungen
zum Beispiel in der Kindheit führen zu Fehlern in dieser Informationsver-
arbeitung und daraus resultierend zu einer tiefen Verunsicherung.

Wir alle kennen die Begriffe der „Selbst- und Fremdwahrnehmung“ ,
die manchmal weit auseinander klaffen kann.
Auch habe ich hier mal von dem sogenannten Gaslight – Effekt berichtet.
„Anleitung zum „in den Wahnsinn treiben“

Genauso gibt es neben den psychischen Wahrnehmungsstörungen auch
körperliche Ursachen, die zu einer „gestörten“ Wahrnehmung führen können.
Auch hat sicherlich jeder mal unter Alkohol eine Beeinträchtigung seiner
Wahrnehmung kennengelernt.

Und dann gibt es noch die ganz natürlichen „Fehler“ – und da möchte
ich euch heute zu Einladen… mal all den Trugbildern – vor allem der
optischen Täuschung…. nachzugehen.

optischetaeusch1

Dazu habe ich heute einen Linktipp für euch, der nicht nur einzelne
optische Täuschungen darstellt, sondern auch erklärt warum es zu diesen
Fehlern kommt.

Wer darüber mehr erfahren möchte – der schaut mal hier vorbei.
Optische Täuschung und Sehphänomene von Michael Bach

Natürlich hab ich mich danach gefragt, wie es denn mit unseren anderen
Sinnen steht – und auch da habe ich „völlig normale“ Täuschungen im Netz
gefunden.

Ihr findet darüber weitere interessante Seiten, unter den Suchbegriffen:
Auge – optische Täuschung
Ohren – akustische Täuschung
Haut (Tastsinn) – Haptische Täuschung
Nase – Olfaktorische Täuschung
Schmecken – Gustatorische Täuschung

doch unsere Wahrnehmungen erstrecken sich darüber hinaus noch auf andere
Dinge – wie zum Beispiel den Gleichgewichtssinn, den Zeitsinn und den
Magnetsinn. Auch da können wir uns „nicht immer“ auf unser Gefühl – unsere
Wahrnehmung verlassen.

Fazit: Eine gute Wahrnehmung zu haben, sie zu schulen und sich auch darauf
zu verlassen mag ja helfen,besser in der Welt zurecht zu kommen, doch wer
sich NUR darauf verlässt, und das glaubt, was er wahrnimmt – und das alles
für „richtig“ hält, könnte das ein oder andere mal völlig daneben liegen. 😉

Auf der Suche nach – dem, was MEINs ist

das war das Motto der heutigen Therapiestunde.

Auf der Suche nach
-einer passenden Lebensform
-dem, was ich brauche und was ich nicht brauche
-einem Raum, in dem ich mich selbst verwirklichen kann
und mich stabil fühlen kann.

Und zwar weg von allem, was man als konventionell ansieht,
weil mir in letzter Zeit immer häufiger der Gedanke kam, dass
das vielleicht gar nicht das ist, was ICH benötige.

Normalerweise sagt man bei Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeits-
Störung, dass diese Menschen aufgrund einer „Ich-Fragment-Störung“
andere Menschen brauchen um sich zu spiegeln und wahrzunehmen.
Ohne einen gegenüber – wie z.B. den Partner fühlen sie sich deshalb
leer und lösen sich auf.

ich habe in den letzten Monaten aber eine ganz andere Empfindung
gewonnen. Das Gegenteil traf bei mir zu. So formulierte ich heute in
der Therapiestunde, mein Erleben:

In einer Beziehung löse ich mich auf. Ich verschwinde. Ich verliere mich
im anderen …. Außerhalb einer Beziehung, finde ich wieder zu mir selbst
und erobere mir meinen Raum wieder zurück. Ich bekomme wieder Struktur
und gewinne wieder an Form.

Und das bewirkt, dass ich mich besser fühle. Unabhängig von den
schwierigen Beziehungen und Partnern, die ich in den letzten Jahren hatte
(das kommt zwar noch erschwerend dazu) – sehe ich diese Problematik
grundsätzlich bei mir.

Deshalb wähle ich mittlerweile eigentlich zu allen Bekannten, Freunden,
der Familie eher einen distanzierten Kontakt. Und auch wenn ich mich
hin und wieder frage, ob das okay ist – oder nicht eine Art sozialer Rückzug ist,
kommt bei mir immer mehr das Gefühl auf… SO IST ES FÜR MICH richtig.

Ich such Kontakt in dem Rahmen, wie es mir gut tut. Ich nehme Kontakt
zu Menschen auf, die ich ganz stark selektiere darin, ob sie mir gut tun
oder nicht. In allen Kontakten bleibe ich distanziert. So wahre und schütze
ich meine Persönlichkeit.

Ihr kennt sicherlich das Gefühl, dass euch Menschen zu nahe kommen.
Man spürt es schon körperlich, wenn ein Mensch mit dir ein Gespräch
beginnt und er sich „zu dicht“ zu dir stellt. Ich finde das unerträglich –
da bricht schon jemand meine natürliche Distanzgrenze auf, ohne, dass
ich ihm das überhaupt gestattet hätte. Er missachtet meine Grenze.

Die natürliche Reaktion ist – ich trete einen Schritt zurück. Wenn er
allerdings ein Brett vor m Kopf hat – und gar nicht mitkriegt, was da
passiert, wird so ein Mensch wieder automatisch einen Schritt in deinen
Raum hinein machen.

Das sind Menschen, die brauche ich nicht. Die kann ich nicht gebrauchen.

Von daher hab ich mich dann heute noch mal nach der Therapie-
Stunde mit der Bedürfnispyramide nach Maslow beschäftigt.

maslow

Ich hab mir die einzelnen Bedürfnisse angeschaut und mich gefragt, wie
gut, habe ich sie abgedeckt. Wo fehlt etwas – wo benötige ich z.B. weniger
und wäre damit völlig zufrieden, während andere da zum Beispiel ein
höheres Bedürfnis verspüren. 

Dann – auf mein heutiges Gefühl bezogen, wurde mir bewusst, dass
ich all das, was ich versucht habe in den letzten Jahren bei anderen
zu finden, im Grunde in mir selbst gefunden habe. ICH bin es, der 
mir Sicherheit gibt. ICH schätze mich WERT, und mache mich nicht
mehr Abhängig von der Wertschätzung anderer. Ich befriedige meine
sozialen Bedürfnisse genau in dem Maß, wie ich es als angenehm
empfinde mit den Menschen, die ich mir mit Bedacht ausgesucht habe. 
Ich beende Kontakte, die mir nicht gut tun. Und ich halte und wahre
die Distanz, die ich für richtig befinde. Ich hab vertrauen in mich selbst. 

Nicht das Vertrauen, dass ich völlig kuriert bin – oder nie wieder abstürzen
würde. Das wär unrealistisch – aber das Vertrauen, dass ich mich wieder
selbst da raus ziehen werde – egal, wie lange es dauert. 

Andererseits sehe ich natürlich das riesen Defizit bei mir, dass dieser
gestärkte ICH-Zustand – wieder in sich zusammenbrechen könnte; wenn
ich wieder in einer Beziehung bin. :-/ 

Momentan reicht mir aber erst Mal, das was ich geschafft habe. 
Damit werde ich mich auseinander setzen, wenn es soweit ist. 

Und dass mein Gefühl zur Zeit richtig ist und dass ich auf einem guten
Weg bin, darin bestärkt mich noch folgernder Satz:

Die Wachstumsbedürfnisse, wie also z. B. das Streben nach Selbstverwirklichung, treten erst dann in den Vordergrund, wenn die Defizitbedürfnisse erfüllt sind. Durch sie erfolgt schließlich die Verstärkung der eigenen Individualität.

Für interessierte Leser findet ihr auf Seite 2 eine kurze Erklärung der Maslow´schen
Bedürfnispyramide

Autobiografie in 5 Kapiteln

(aus: Portia Nelson, There’s a Hole in My Sidewalk)

1. Kapitel:

Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren … Ich bin ohne Hoffnung.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2. Kapitel:

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5. Kapitel

Ich gehe eine andere Straße.

Irgendwie hab ich mich darin gleich wiedererkannt. Smiley-kichern

Gesten gefunden bei
Psychologie / Ironie / Sarkasmus / Gesellschaft / Poesie /Normalität und Wahnsinn

die ich euch auch gleich als Lese-Empfehlung vorstellen möchte. 🙂
Schaut mal vorbei. Unter anderem  findet ihr da Texte zum Schmunzeln
und Totlachen zu meinem Lieblingsthema „Psychologie“.